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Am Boden bleiben im Bewerbungsschreiben

Spielen Sie in ihrem Bewerbungsschreiben nicht den Pfau, sondern vermeiden Sie übertriebenes Selbstlob! Schildern Sie sachlich, aber kompetent, warum gerade Sie in das Unternehmen passen würden und warum Ihre Motivation für diese Aufgabe so hoch ist. Beschreiben Sie, was Sie begeistert, vermeiden Sie aber Bauchpinseleien! Machen Sie im Schreiben deutlich, inwiefern beide Parteien von der Zusammenarbeit profitieren würden.
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Das Fragezeichen in der Tourismus Ausbildung

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Runder Tisch mit Österreichs führenden Tourismusschul-Direktoren: Wie zeitgemäß ist die Ausbildung? Wie gut das Lehrpersonal? Und wie stark ist die internationale Konkurrenz? Lesen Sie hier alle Antworten.


Fotos: Andreas Kolarik, Shutterstock



Mag. Dr. Franz Heffeter

"Vor allem in der Ausbildung müssen wir verstärkt Erziehung hin zu Werten betreiben."

Mag. Dr. Franz Heffeter, Direktor Tourismusschulen Kleßheim, www.klessheim.sts.ac.at


Mag. Josef Schellnegger

"Wir brauchen Lehrer, die ihre Erfahrungen in der Wirtschaft bereits gemacht haben."


Mag. Josef Schellnegger, Direktor Landesberufsschule für Tourismus Gleichenberg www.lbs-gleichenberg.ac.at

Mag. Jürgen Kürner

"Die punktgenaue Weiterbildung für Lehrer, die wir brauchen, die gibt es nicht."


Mag. Jürgen Kürner, Direktor Tourismusschulen Semmering, www.tourismusschulen-semmering.at

Dipl.

"Wir merken, dass manchmal die Einstellung zur absoluten Dienstleistung fehlt."


Dipl. Päd. Wolfgang Haas, Schul- und Internatsleiter Tourismusschulen Bad Gleichenberg, www.tourismusschule.com




ROLLING PIN: Die Ausbildung in Österreich hat international einen ausgezeichneten Ruf. Lassen Sie uns heute bitte trotzdem den Schwerpunkt auf das legen, was vielleicht nicht zu hundert Prozent passt. Aus der Praxis wird uns oft ein Problem widergespiegelt: Den Absolventen fehlt es an Motivation, sich von unten nach oben zu arbeiten. Sie verlassen die Schule und erwarten sich einen Job als Manager. Ist das realistisch?
Jürgen Kürner:
Vielleicht werden in unseren Schulen manchmal Vorstellungen geweckt, die man nicht erfüllen kann. Aber es ist ganz klar: Wir können zu den 14-Jährigen nicht sagen, wir bilden Top-Manager aus. Wer mit 18 von unserer Schule geht, wird nicht an der Spitze einsteigen. Der geht von unserer Schule und ist vielleicht der Meinung, gleich an der Spitze einzusteigen. Der Anspruch, den wir vermitteln müssen, ist, realistisch zu bleiben. Gefordert ist aber auch die Branche selbst. Sie muss die Voraussetzung bieten – mit guter Bezahlung, mit der Einhaltung von 5-Tage-Wochen, mit Abgeltung von Überstunden und internen Fortbildungen.

Franz Heffeter: Vor allem in der Ausbildung müssen wir verstärkt Erziehung zu Werten betreiben und das Umgehen mit Werten lehren. Es geht um Grundwerte, die wir in den Betrieben dringend brauchen, wie Pflichtbewusstsein, Kundenorientierung, Pünktlichkeit und Konsequenz. Das alles wird den Jugendlichen von zu Hause kaum mehr mitgegeben. Ich sehe hier klar einen Erziehungsauftrag, dem wir uns verpflichtet fühlen. Wenn ich mir aber ansehe, mit welcher Freude unsere Schüler die Praktika bestreiten, dann mache ich mir um die Motivation keine Sorgen.

Josef Schellnegger: Die ewige Jammerei, dass die Jugend immer schlechter wird, halte ich schon fast nicht mehr aus. Wir müssen uns damit abfinden, dass die Jugendlichen, über die wir heute schimpfen, ein Produkt unser selbst sind. Wir wollten ja nicht, dass sie so autoritär erzogen werden wie wir. Gerade die ältere Generation der Lehrer kann heute mit den Jugendlichen nur noch schwer umgehen. Eine autoritäre Behandlung spielt es da nicht mehr.

Wolfgang Haas: Wir merken, dass manchmal die Einstellung der absoluten Dienstleistung fehlt. Erziehung zur Eigenverantwortung ist wichtig. Da müssen alle zusammenarbeiten. Das Elternhaus, die Schule, aber auch die Unternehmen selbst.­

Heffeter: Die Vorbereitung sowohl auf den Berufeinstieg als auch Praktika, das ist das Um und Auf, wenn man eine realistische Erwartungshaltung wecken will. Wer Manager in einem Top-Hotel werden will, dem können wir das Rüstzeug geben. Den Weg dorthin muss er selbst gehen. So viel Realitätssinn müssen wir von den Jugendlichen erwarten können.



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