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Reihenfolgen jederzeit abrufen

Um sich Informationen in der richtigen Reihenfolge zu merken, eignet sich die „Loci-Methode“, auch „Routen-Methode“ genannt, besonders gut. Gerade, wenn es darum geht, im Bewerbungsgespräch bestimmte Abläufe oder Vorgehensweisen wiederzugeben, sollte man nichts verwechseln. Die Vorgehensweise bei der Loci-Methode ist demnach folgende: Man verbindet die Zahlen 1 bis 10 (oder auch mehr) mit jeweils einem Ort („locus“). Es sollte sich dabei um Orte oder Bereiche handeln, die einem sehr vertraut sind – bestens eignen sich dafür zum Beispiel Körperteile, die man von oben nach unten durchnummeriert. 1 bedeutet zum Beispiel Haare, 2 = Augen, 3 = Mund, 4 = Schulter, 5 = Arme, 6 = Hände, 7 = Bauch, 8 = Po, 9 = Beine und 10 = Füße. Sind diese Assoziationen fest im Gedächtnis verankert, lassen sich nun 10 Informationen mit den jeweiligen Körperteilen in der richtigen Reihenfolge abspeichern und problemlos wiedergeben.

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Watergate war einmal. Der Kölner Wasserturm wurde durch Hendrik Otto „en vogue“. Luftig-französische Sterne­küche im La Vision – ganz ohne Höhenangst.


Alle kochen nur mit Wasser. Mit wesentlich mehr Raffinement läuft die Sache allerdings bei Hendrik Otto. Im Kölner Hotel im Wasserturm kultiviert er Hoch­küche – im Restaurant La Vision im elften Stock. Der 130 Jahre alte Koloss im Süden der Kölner City war einmal der größte seiner Art in Europa, 1990 wurde er als First-Class-Hotel wieder wachgeküsst. Mit elf Meter hoher Empfangshalle aus Backsteinwänden, die Stress und Hektik draußen auf ein Plätschern herunterdämpfen. Von außen wirkt der Wasserturm wie eine uneinnehmbare Trutzburg – muss er auch bei sensibler Klientel wie Mick Jagger und Brad Pitt –, ist man erst einmal oben angelangt, fühlt man sich wie ein Eroberer. Ganz Köln aus der Vogelperspektive und wenn der Wind manchmal frech um die Ohren pfeift, bräuchte man nur die Arme auszubreiten, um abzuheben. Auf dem Boden bleibt Chefkoch Hendrik Otto, obwohl er 2003 bereits mit 29 einen Stern für das La Vision erkämpfte. Als Exschüler von Harald Wohlfahrt zelebriert er französisch inspirierte Klassik mit mediterranen Einflüssen, mittlerweile arbeitet Hendrik Otto auch mit vielen deutschen Produkten, die er mit detektivischem Spürsinn ausfindig macht. Und ein echter Franzose ohne Soßen? Natürlich nicht denkbar. Hendrik Otto gilt als regelrechter Soßenfetischist. Früher, wenn alle schon nach Hause gegangen waren, kramte er das große Kochbuch hervor und experimentierte munter drauflos. „Ich bin ein bisschen zurückhaltender – schrille und schräge Töne sind nicht meine Sache“, definiert er sich, „viele Leute wollen durch stylish eingerichtete Restaurants punkten, bei mir geht es nur ums Essen und Wohlfühlen.“

Begonnen hat er in einem kleinen Familienbetrieb ohne Hummer, Jakobsmuschel und Kaviar. „Das ist auch nicht wichtig, es hängt nur davon ab, wie man mit Produkten umgeht.“ Als er aber bei Michael Hoffmann erstmals mit den Edelteilen in Berührung kam, war das natürlich der „Knaller“. Von Albert Kellner lernte er Gelassenheit – „manchmal habe ich schon über das Ziel hinausgeschossen“. Und bei Wohlfahrt schätzte er, „dass er nicht nur verrückt nach Kochen ist, sondern auch den Menschen dahinter sieht“. Einen zweiten Stern? Ja, den wolle und könne Hendrik Otto wohl noch erkochen. Einen dritten Stern will er gar nicht in den Mund nehmen, dafür habe er zu großen Respekt vor Dieter Müller, Harald Wohlfahrt und Joachim Wissler.

Aus seiner früheren DDR-Vergangenheit nahm er das Gefühl für unverfälschte Produkte mit, Bioobst und -gemüse gab es zu Hause im Garten. „Am Abend habe ich mir einfach eine Schale Beeren gepflückt oder wir sind im Kirschbaum herumgeklettert und haben uns direkt bedient.“ Selbst eingeweckte Marmeladen und Tauben, Geflügel und Schweine vom eigenen kleinen Bauernhof gab es immer. „Eine unheimlich positive Zeit. Ich habe sehr viele ursprüngliche Aromen und Geschmäcker auf meiner persönlichen Datenbank abgespeichert.“ Heutige Tendenzen sieht er kritisch. „Wenn Kühe Fischfutter fressen, ist das schon seltsam.“ Man müsse viele kleinere Betriebe unterstützen. „Alle wollen möglichst billig kaufen. Dabei war es längst überfällig, dass die Produkte teurer wurden.“
Den Mauerfall hat er im Osten miterlebt, aber nur vor dem TV-Schirm. Erst ein paar Monate nach dem ersten Hype besuchte er das erste Mal die alten Bundesländer. „Es war mir zuwider, wie viele andere sofort ­hinüberzufahren und 100 Mark Begrüßungsgeld abzuholen.“ Mit Klasseneinteilungen wie in Ossi und Wessi kann er nichts anfangen. „Ich fühle mich als Europäer. Manchmal finde ich es erschreckend, wie unflexibel und konservativ die Leute teilweise eingestellt sind.“ Möglichst offen und konsequent will er seinen eigenen Weg gehen. „Nur ein, zwei Gerichte perfekt zu kochen, das können viele. Aber wir müssen mittags und abends immer topfit sein. Von 40 Gästen müssen alle 40 zufrieden sein. Das ist die Härte in unserem Beruf.“



Kontakt
La Vision
Kaygasse 2, Köln
Tel.: +49 (0) 22 1/200 80
www.hotel-im-wasserturm.de


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