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Home / Fachmagazine Rollingpin/Hoteljobs / Ausgabe 085 / Karriere in London: Teures Pflaster, Goldes Wert
Karriere in London: Teures Pflaster, Goldes WertWer bereit ist, viel Herzblut zu investieren, der kann in London seine Karriere in kürzester Zeit maßgeblich vorantreiben.
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Die britische Hauptstadt glänzt mit vielen Highlights: Das Tate Museum, das London Eye oder der Buckingham Palast sind nur einige der Fixstationen für die jährlichen Touristenschwärme, die auf der Suche nach englischem Understatement und dem berühmten schwarzen Humor in London einfallen. Und neben den Umsatzfreuden für die Modeindustrie sorgen diese auch dafür, dass es der Hotellerie und Gastronomie gut geht. Auch wenn die viel zitierte Wirtschaftskrise London schwer getroffen hat. Aber durch das schwache Pfund kommen noch mehr Touristen, und all diese wollen schließlich auch wohnen und essen. Davon profitieren vor allem die gut ausgebildeten Fachkräfte aus Mitteleuropa.
„In London wird deutlich, wie viel eine fundierte Ausbildung eigentlich wert ist. Man arbeitet hier zu oft mit Leuten in der Küche zusammen, denen die Grundkenntnisse fehlen“, weiß Raphael Kluth, Koch im 5-Sternehotel Westbury Mayfair. Seit drei Jahren ist er nun in London und kennt große und kleine Küchen in der britischen Hauptstadt. „Das größte Problem ist, dass es in England den Lehrberuf des Kochs nicht gibt. Nach einem Collageabschluss mit der National Vocational Qualification Level 1 – von insgesamt fünf – hat man gerade einmal drei bis vier Wochen Praxis hinter sich und beginnt schon zu arbeiten. Hier haben wir als Expats wirklich die Chance, uns zu beweisen.“ Vor allem wenn man Patissier oder Chef de Partie ist. In nahezu jedem besseren Restaurant und Hotel sind diese Stellen vakant und werden besser bezahlt als alle anderen.
Apropos Gehalt und Salär: Die glänzen weniger, als man angesichts der Lebenserhaltungskosten erwarten würde. Man muss sich im Klaren sein, dass London ein Sprungbrett für eine Karriere ist, aber kein Ort, an dem man reich werden kann. Alleine schon die Mieten (mind. 500 bis 600 Euro für ein Zimmer) sprechen dagegen. Im Schnitt muss man damit rechnen, die Hälfe seines Gehalts dafür herzugeben. Ohne Nebenkosten. „Wer glaubt, in London das große Geld zu machen, der sollte gleich wieder umdrehen“, meint auch Daniel Pokorny, ehemaliger Headwaiter und Supervisor im Murano bei Angela Hartnett der Gordon Ramsay Holding. „Hier gilt es, seine Karriere in die richtige Richtung zu pushen, auch wenn man dabei Abstriche machen muss.“ Diese liegen wie zuvor erwähnt beim Lebensstandard. In London betragen die Lebenserhaltungskosten in der Woche im Schnitt um die 530 Euro. Bei einem Durchschnittsgehalt von Köchen und Kellnern von etwa 2300 Euro netto bleibt für die hohe Kante wenig übrig. In höheren Positionen, wie Chef de Cuisine, kann das Gehalt aber schon bis zu 90.000 Euro netto im Jahr betragen. „Man bekommt nicht viel am Anfang, aber einige 5-Sternehäuser bieten nach einem halben Jahr an, dass sie die Hälfte der teuren Tickets für U-Bahn und Bus übernehmen. Und ein weiterer Vorteil, in einem Hotel zu arbeiten, sind zwei warme Mahlzeiten am Tag“, erzählt Kluth. „Auch sind die Arbeitszeiten geregelter als in einem individuellen Restaurant mit wenigen Sitzplätzen.“ Diese sind mit 38 bis 42 Wochenstunden im europäischen Mittel und werden auch eingehalten. Überstunden werden allerdings entweder gar nicht bezahlt oder zum gleichen Tarif vergolten.
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