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Neuer Trend - GeschmacksschuleWie schmeckt bitter? Ist Fisch süß? Und wie klingt ein perfekt gebratenes Steak? Geschmackskurse sind das neue Tool, um den Umsatz in die Höhe zu treiben und Gäste zu binden.
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Die Gastronomie ist auf den Geschmack gekommen. Seminare zum Thema Sensorik sind der neue Trend in der Welt der Kulinarik – auch und vor allem in der Sternegastronomie. Angestachelt von Kochsendungen und dem mittlerweile omnipräsenten Thema „Genuss” werden normale Kochkurse, wie sie viele Restaurants anbieten, zunehmend uninteressant für die Gäste. Den meisten ist es zu wenig, den Köchen beim Arbeiten nur noch zuzusehen. Die Zeit ist reif für eine neue Ära des Genießens.
Ähnlich wie bei einer Weinverkostung lernen die Teilnehmer einer Geschmacksschule deshalb das Riechen und Schmecken von Nahrungsmitteln zu professionalisieren und sprachlich zu differenzieren.
Der Begriff der „Ess-Thetik” macht die Runde, der das Ansprechen aller Sinne beim Essen beschreibt. In den Fokus der Aufmerksamkeit gelangen die verschiedenen Texturen, Gerüche und Temperaturen der Nahrungsmittel. Sogar die Geräusche, die beim Kauen der Speisen entstehen, werden genau untersucht.
Die neuen Kurse haben die Intention, ein Hintergrundwissen darüber zu vermitteln, wie die Wahrnehmung von Genuss genau funktioniert. Die Frage, wie das Gehirn Geschmack entstehen lässt, steht dabei im Vordergrund.
Trotz dieser theoretischen Überlegungen ist es wichtig, die Seminare nicht in einen Vortrag ausarten zu lassen. Die Geschmacksschule lebt von der praktischen Interaktion mit dem Gast.
„Zu Beginn eines Seminars könnte eine kurze Sensorikschulung stehen”, rät die Unternehmensberaterin Andrea Lenkert-Hörrmann, die selbst Geschmacksschulungen anbietet. „Die Teilnehmer kosten beispielsweise Zimtzucker, indem sie sich eine Nasenklemme aufsetzen. Dann entfernen sie die Klemme und probieren nochmals. Der Unterschied ist gewaltig.” Der Grund: Ohne Geruchssinn kann der Mensch nur noch die vier Grundgeschmacksarten wahrnehmen. Erst ohne Nasenklemme entfaltet sich das volle Zimtaroma. Durch ein Experimentieren mit den verschiedensten Gewürzen wird so das Verständnis von Geschmack für den Gast greifbar.
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