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Home / Fachmagazine Rollingpin/Hoteljobs / Juli 2007 / The next Generation: THOMAS DORFER – gnadenlos hungrig

The next Generation: THOMAS DORFER – gnadenlos hungrig

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Der Küchenchef und Schwiegersohn der 2-Sterneköchin und Grande Dame Lisl Wagner-Bacher verrät, warum er beim Bocuse d'Or nur Sechster geworden ist und was er überhaupt nicht kochen kann.


Erstaunlich frisch schaut er aus, der Thomas Dorfer. Wo sind die Augenringe? Warum haben sich die durchwachten Nächte nicht in einer reibeisenartigen Joe-Cocker-Stimme niedergeschlagen? Thomas Dorfer ist schließlich seit 7. Mai Vater, Constantin heißt der kleine Racker. „Als Mann habe ich es noch gut“, meint er fast entschuldigend, „derzeit steht Susanne zum Stillen auf.“ Aber sie kommen bestimmt noch, die kurzen Nächte, das ist so sicher wie das Ahhh und Ohhhh, wenn im Landhaus Bacher die herrlichen Wachauer Marillenknödel auf dem Teller duften und man insgeheim bereits auf der Kalorientabelle kalkuliert, ob sich vielleicht gleich noch eine kleine Zusatzportion ausgehen könnte. Thomas Dorfer ist rundum happy. Seitdem Constantin noch mehr Farbe in das Leben bringt, hat sich für ihn eine völlig neue Gefühlswelt geöffnet. Vor kurzem war er verkühlt. „Wenn man den kleinen Wurm dann in der Wiege liegen sieht und er bekommt keine Luft, ist man so hilflos.“ Wie das bei Vätern oft so ist, aber die fröhliche Susanne, die hat alles im Griff.
Der 7. Mai war überhaupt ein irrer Tag. In der Früh um halb drei kam Constantin zur Welt und ein paar Stunden später rauschte Susanne bereits zum Standesamt. Ihre Schwester Christine heiratete, „und da hätte ich unmöglich fehlen können, wir machen alles zusammen“. Für ihre Mutter, Dreihauben-Grande-Dame Lisl Wagner-Bacher, auch ganz schön aufregend. „Schwiegermutter und Großmutter an einem Tag, auch nicht schlecht.“ Das Timing so perfekt wie bei ihren Wachauer Buchteln, dem Besten vom Kalbskopf oder dem legendären gebackenen Kaviarei.
Ein regelrechter Babyboom ist in den österreichischen Spitzenrestaurants ausgebrochen: Im Taubenkobel und im Landhaus Bacher ist für Austria’s Next Top-Cook gesorgt. Die Eselböck-Töchter und die Wagner-Bacher-Töchter pflegen bereits die neue Generation. Und in beiden Häusern haben sich die jungen Frauen bereits entschlossen, das kulinarische Erbe ihrer hoch prämierten Eltern weiterzuführen.
Bestens eingefügt in den Wagner-Bacher-Clan hat sich Thomas Dorfer als Küchenchef. Und das bei einem derartigen kulinarischen Schatten, den Lisl Wagner-Bacher wirft – echt eine Aufgabe für einen 32-Jährigen. „Er ist ehrgeizig, er hat Talent und trotzdem ist er auf dem Boden geblieben. Viele seiner Kollegen bilden sich weiß Gott was ein“, brummt Schwiegerpapa Klaus. „Die totale Freude am Kochen macht ihn aus. Thomas ist Perfektionist, ein Arbeits- und ein Qualitätsfanatiker. Er könnte mein Bua sein“, sagt Lisl fast schon inbrünstig. Dorfer ist auch wirklich ein Bild von einem Schwiegersohn. Offen, sympathisch, charmant – und er kann auch noch hervorragend kochen. Die Angst, dass er immer nur der Schwiegersohn von Lisl Wagner-Bacher bleiben könnte, hat er nicht. Mit seinem sechsten Platz beim Bocuse d’Or ist er Österreichs Rekordhalter. „Das war das Beste, was ich jemals machen konnte.“ Abgesehen von seiner Familie natürlich. „Ohne den Bocuse d’Or hätte sonst jeder gesagt: ,Eh klar, dass er Küchenchef ist als Schwiegersohn.‘“


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