BIO HOTELS: Nachhaltig hält besser

Die Hotelvereinigung BIO HOTELS zeigt mit ihren über 90 Mitgliedern in sechs Ländern, warum Nachhaltigkeit und Bio-Qualität betriebswirtschaftlich wahre Segen sind – und dass es um weit mehr geht als nur ein paar biologische Produkte.
Juli 4, 2019 | Fotos: Shutterstock

Unter der wachsenden Anzahl an Hotelvereinigungen gibt es eine, die mit Fug und Recht als kompromissloseste und innovativste gelten darf: BIO HOTELS. Zwar ist heute der Terminus Bio in aller Munde – und wird nicht zuletzt dadurch zunehmend verwässert. Doch die BIO HOTELS, das zeigt nicht nur ihre Geschichte, meinen es ernst, wenn es um Nachhaltigkeit, biologische Küche und möglichst klimaneutrale Betriebswirtschaftlichkeit geht. „Wir wollen kein Greenwashing, bei dem nur ein paar Produkte bio sind oder Green ­Meetings abgehalten werden, bei denen lediglich das Flipchart-Papier recyclebar ist“, erklärt Jörg Treichel, Geschäftsführer der BIO HOTELS.

Richtigstellung

In unserer Print-Ausgabe wurde am Ende dieses Textes eine falsche URL verwendet. Die richtige URL der BIO HOTELS lautet: www.biohotels.info

csm_rp238_prc_biostory_header_20cb863417Die BIO HOTELS vereinen nachhaltige Hotellerie mit betriebswirtschaftlichem Know-how par excellence. 
„Wir bestehen aus echten, ganzheitlichen Biobetrieben.“ Über 90 Betriebe in sechs Ländern sind heute Teil des bereits 2001 gegründeten Vereins. Damit sind die BIO HOTELS der größte Zusammenschluss ökologischer Hotels weltweit. Doch was genau macht die BIO HOTELS aus? Und inwiefern lohnt es sich überhaupt, Mitglied von BIO HOTELS zu werden?

Das Ökologischste ist gerade gut genug

Laut den Vereinsstatuten ist primärer Zweck der BIO HOTELS, sich „als impulsgebende Wertegemeinschaft mit Begeisterung ökologisch“ weiterzuentwickeln. Konkret schlägt sich das in folgenden Maßnahmen nieder: Produkte, die in den Küchen der BIO HOTELS verarbeitet und zubereitet werden, müssen aus zertifizierter biologischer Landwirtschaft stammen. Dabei werden Produkte aus der Region bevorzugt. Natürlich können diese dann auch aus Wildsammlung, Wildfang oder natürlicher Jagd sein.
Wir wollen kein Greenwashing. Wir bestehen aus echten, ganzheitlichen Biobetrieben.
Geschäftsführer Jörg Treichel über die kompromisslosen Ansprüche der BIO HOTELS
Doch die Maßnahmen betreffen nicht nur die Produkte, sondern auch die Zubereitungsweise: So ist beispielsweise der Einsatz von Mikrowellengeräten nicht erlaubt, dafür mindestens ein vegetarisches Menü pro BIO HOTEL Pflicht. Wie ganzheitlich der Bio-Ansatz bei den BIO HOTELS verstanden wird, schlägt sich auch im Angebot der in Zimmern und Spa-Bereichen vorhandenen Kosmetikprodukte nieder. Von Shampoo über Seifen, Pflegecremes und Ölen müssen sie als Naturkosmetik zertifiziert sein.
Zu guter Letzt muss der Gedanke der Nachhaltigkeit dort angesetzt werden, wo er potenziell bekanntlich am gefährlichsten ist: dem Energieverbrauch. Es klingt radikal, nur ist es im Fall der BIO HOTELS schlicht und ergreifend stimmig: Die Verwendung von Ökostrom ist gerade einmal ein Mindestanspruch, aber auch der ausschließliche (!) Einsatz von Papieren aus Recycling oder aus nachhaltiger Waldwirtschaft.

Mehr Aufmerksamkeit

Wer also Teil der BIO HOTELS werden will, muss seinen ­Betrieb vollständig auf bio (um-)stellen. Laut Jörg Treichel dauert das erfahrungsgemäß zwei bis 15 Monate. Die Vorteile liegen auf der Hand: Wer Teil des Vereins ist, verfügt über eine größere und effizientere Marketingmaschinerie, die in der Regel jegliches Budget eines Klein- oder Familienbetriebs übersteigt. „Die Häuser brauchen Aufmerksamkeit. Da macht es auch einfach Sinn, einer Gruppe beizutreten, die ebendiese ­Aufmerksamkeit hat“, erklärt Jörg Treichel.
Und fügt einen weiteren, überaus relevanten Vorteil an, der in der heutigen Geschäftswelt nur schwer überschätzt werden kann: „Wir bieten eine ideale Plattform für jegliche Form von Vernetzung an. Unsere Hoteliers suchen Leute, die Gleichgesinnte sind – und denen der Weg in die Zukunft einfach nicht egal ist. Solche also, die sie ökologisch nachhaltig und gleichzeitig sozial gerecht gestalten möchten.“ Die soziale Dimension der BIO HOTEL manifestiert sich auch in flachen Hierarchien innerhalb der Betriebe.
„Unsere Hoteliers versuchen, alle Mitarbeiter in allen betrieblichen Prozessen miteinzubeziehen“, erklärt Treichel. Und: „Rund ein Drittel unserer Betriebe sind Teil der Gemeinwohlökonomie, Tendenz steigend.“ Fast möchte man mit Blick auf die Zukunft fragen: Sollten die Ansprüche der BIO HOTELS nicht für die gesamte Hotelbranche gelten?
www.biohotels.info

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