MEATLiquor: Meat-Mission

Was als Street-Food-Truck begann, ist heute eine der erfolgreichsten Restaurantgeschichten in UK und mischt die Casual-­Dining-Szene mit seinem „Guilty Pleasures Fast Food“-­Konzept auf.
August 10, 2017 | Text: Andrew Fordyce | Fotos: Cedar Photography (UK), Andrew Fordyce

Leben auf der Überholspur

Blur – verschwommen. So erscheint Yianni Papoutsis. Wie ein Speedy Gonzales blitzt er aus dem Nichts auf und verschwindet wieder. Nicht zu packen. Was bleibt, ist der Eindruck von Bewegung. Kein klares Bild. Aber das einprägsame Gefühl von Energie. Yianni Papoutsis ist geballte, ungebremste Energie.

Yianni Papoutsis

So verschwommen seine Existenz, so verschwommen ist seine Vergangenheit. Es geht die Geschichte um, er sei bei Palikaris, griechischen Partisanen, groß geworden. Dazu viele Geschichten mehr. Wie die, er habe jahrelang als Techniker am Theater und der Oper gearbeitet. Natürlich, wo sonst? Ein fantastischer Einstieg für das Drehbuch einer herausragenden Erfolgsstory. Sie gewinnt Drive, als er 2009 in South London mit einem Burger-Truck auftaucht.
Aus dem MEATwagon sind mittlerweile 13 MEATliquor-Restaurants geworden – and more to come. Wie? Mit unfassbarer Energie und Leidenschaft!

Wie aus einem Movie

Es hatte etwas von „From Dusk till Dawn“. Mit einer Handvoll Drachmen verschwindet Papoutsis in die Wüste Nevadas. Es ist eine „fuckin dark“ Zeit in seinem Leben.
Folgt man seiner Überzeugung, dass „in Widrigkeiten der Ursprung von Kreativität liegt“, war sie auch eine seiner besten. An dem filmreifen Platz im Nirgendwo hackt er für das Set aus einem Überschuss aus Fleisch einen Burger zusammen, der die Crew vom Hocker reißt und die Grundidee für seine Hälfte des MEATliquor-Konzeptes liefert: Basic-Soul-Food, ungepanschtes, pures Fleisch und purer Geschmack. Damit steigt eine Idee wie Phoenix aus der Asche und verschwindet Yianni-like so schnell, wie sie gekommen ist …
… bis sie 2010 aufpoppt und er sie in Form des MEAT­wagons realisiert. Der MEATwagon steht dort, wo Papoutsis seine Kunden sieht. In verkommenen Industriegebieten brät er seine Burger meist an illegalen Standplätzen wie Peckham Car Park für die hart arbeitende Klasse, die vor nine und nach five was Ordentliches zu essen braucht.

Bald findet die Qualität des Essens über die avisierte Klientel hinaus weitere Jünger, die erst dem Klang japanischer Kriegstrommeln und dann den Tweets via Twitter folgen. Er ist einer der Ersten, der Flashmobs für die Street-Food-Szene veranstaltet und den Wert sozialer Medien erfasst. Damit lockt er auch Sauberleute in die verruchten Areale Londons, die sich verzückt über das Basic-Food vom Feinsten hermachen.
Marketingtechnisch ein Geniestreich: viel Publikum für wenig britische Pfund. Doch auf das Up folgen Downs: Innerhalb eines Jahres verliert er einen Wagen an Diebe, den zweiten an Vandalen. Klappe zu!

Leben auf der Überholspur

Blur – verschwommen. So erscheint Yianni Papoutsis. Wie ein Speedy Gonzales blitzt er aus dem Nichts auf und verschwindet wieder. Nicht zu packen. Was bleibt, ist der Eindruck von Bewegung. Kein klares Bild. Aber das einprägsame Gefühl von Energie. Yianni Papoutsis ist geballte, ungebremste Energie.

Yianni Papoutsis

So verschwommen seine Existenz, so verschwommen ist seine Vergangenheit. Es geht die Geschichte um, er sei bei Palikaris, griechischen Partisanen, groß geworden. Dazu viele Geschichten mehr. Wie die, er habe jahrelang als Techniker am Theater und der Oper gearbeitet. Natürlich, wo sonst? Ein fantastischer Einstieg für das Drehbuch einer herausragenden Erfolgsstory. Sie gewinnt Drive, als er 2009 in South London mit einem Burger-Truck auftaucht.
Aus dem MEATwagon sind mittlerweile 13 MEATliquor-Restaurants geworden – and more to come. Wie? Mit unfassbarer Energie und Leidenschaft!

Wie aus einem Movie

Es hatte etwas von „From Dusk till Dawn“. Mit einer Handvoll Drachmen verschwindet Papoutsis in die Wüste Nevadas. Es ist eine „fuckin dark“ Zeit in seinem Leben.
Folgt man seiner Überzeugung, dass „in Widrigkeiten der Ursprung von Kreativität liegt“, war sie auch eine seiner besten. An dem filmreifen Platz im Nirgendwo hackt er für das Set aus einem Überschuss aus Fleisch einen Burger zusammen, der die Crew vom Hocker reißt und die Grundidee für seine Hälfte des MEATliquor-Konzeptes liefert: Basic-Soul-Food, ungepanschtes, pures Fleisch und purer Geschmack. Damit steigt eine Idee wie Phoenix aus der Asche und verschwindet Yianni-like so schnell, wie sie gekommen ist …
… bis sie 2010 aufpoppt und er sie in Form des MEAT­wagons realisiert. Der MEATwagon steht dort, wo Papoutsis seine Kunden sieht. In verkommenen Industriegebieten brät er seine Burger meist an illegalen Standplätzen wie Peckham Car Park für die hart arbeitende Klasse, die vor nine und nach five was Ordentliches zu essen braucht.

Bald findet die Qualität des Essens über die avisierte Klientel hinaus weitere Jünger, die erst dem Klang japanischer Kriegstrommeln und dann den Tweets via Twitter folgen. Er ist einer der Ersten, der Flashmobs für die Street-Food-Szene veranstaltet und den Wert sozialer Medien erfasst. Damit lockt er auch Sauberleute in die verruchten Areale Londons, die sich verzückt über das Basic-Food vom Feinsten hermachen.
Marketingtechnisch ein Geniestreich: viel Publikum für wenig britische Pfund. Doch auf das Up folgen Downs: Innerhalb eines Jahres verliert er einen Wagen an Diebe, den zweiten an Vandalen. Klappe zu!

Dreh zwischen Bordell und Bestlage

Das ist der Wendepunkt. Und „Action“: Yianni Papoutsis ist der „Jack in the Box“, der gleich wieder aufspringt. Zwischen Crack-Haus und Bordell öffnet er das MEATeasy am 11. Januar 2011. Keiner weiß, wo es ist, aber alle finden hin. Bald stehen die Burger-&-fried-Pickles-Jun­kies aus allen Schichten in Scharen an.
Sie nehmen stundenlange Wartezeiten hin, nur um einmal die frittierten Onion Rings im unnatürlichen, nahezu Schiffslukengroßen Format zu kosten. Reservierungen gibt es nicht, Yianni serviert den Wartenden kulinarische Teaser, die die Sucht nach mehr anticken. Und so warten sie weiter. Vier Monate nach Eröffnung kommt für den In-Tipp wegen Differenzen mit dem Eigner der Räumlichkeiten das Out.

Dann passiert das Entscheidende: MEAT trifft liquor. Scott Collins ist seit Jahren ein Begriff in der Pub-Szene. Er macht Papoutsis das Angebot einer Partnerschaft. Sie passen zusammen – lieben es verrückt, schräg und laut.
Das Geheimnis ihrers Zusammenspiels sind laut Papoutsis ihre Fähigkeiten, die sich ergänzen und zu einem effizienten F&B-Match machen: Bar-Profi Collins und Papoutsis, der sich nie als Küchenchef, sondern als „accidental restaurateur“ bezeichnet. Collins ist von den beiden der „Erwachsene“, der sich auch mit Zahlen auskennt. Ohne ihn, meint Papoutsis, wäre er vermutlich immer noch in Peckham.
Das ist der Grundstein für das erste MEATliquor, das am 1. 11. 2011 11 Sekunden nach 11:11 p.m. seine Tür in der 133b Upper Street, unweit des Metro-Knotenpunkts Angel Station, öffnet.

Tipps für Kassenkino

Nach dem ersten MEATliquor folgen bis heute zwölf weitere. Das, was MEATliquor erfolgreich macht, ist ein kreatives, organisches Chaos, das sich mit den Jahren irrwitzigerweise zu einem Unternehmenskonzept verselbständigt hat. Schlüsselfaktor für das MEATLiquor-Team ist die Location.
Die Angebote sind zahlreich, annehmen tun sie wenige. Ein „Yeah“, unisono beim ersten Schritt durch die Tür, ist das Entscheidungskriterium. Die meisten Restaurants liegen quasi vor der Nase versteckt, um die Ecke von hochfrequentieren Arealen. Das macht sie geheimnisvoll, aber billig in der Miete.

Ausnahmen gibt es keine: Selbst Prinz Harry müsste warten. Reservierungen sind nicht möglich. Es geht kontrolliert der Reihe nach. Auch heute noch serviert Papoutsis Appetizer, damit keiner beim Warten vom Fleisch und Wollen fällt. „We serve high-quality guilty pleasure in a fun environment“, sagt Papoutsis.
Trotzdem: MEATliquor eignet sich kaum für das erste Date. Das Essen trieft vor Kalorien, die Musik eine Herausforderung für das Trommelfell, das Interieur eine bizarre Mischung aus schmuddelig, dunkel und obszön. Aber eines steht fest: Es hat etwas Lustvolles, sich in dieser Atmosphäre die Monster-Burger direkt vom Tablet in den Mund zu stopfen und dabei ordentlich Getränke zu konsumieren.

Pooling People

Jeder muss genau an den Platz, den er am besten ausfüllt. Wer Yianni Papoutsis vor Ort erlebt, wird niemals sehen, dass er seinen Angestellten in den Job reinredet. Er verlässt sich auf individuelle Fähigkeiten, denen er auch Raum für Entwicklung lässt. Investoren sind besonders dann ein Thema, wenn es um Expansion geht.
Es geht nicht allein darum, dass sie „nur Cash in die Party“ werfen. Es geht ebenso um Fachwissen. Nur so hat es MEATliquor geschafft, schuldenfrei zu bleiben und gleichzeitig zu expandieren. MEATliquor ist nicht ohne die Geschichte und die Persönlichkeit von Yianni Papoutsis zu verstehen.
Wie Gonzo aus „Fear and Loathing in Las Vegas“ sieht er Leben nicht als etwas, was sicher und unbeschadet im Tod endet. Er lebt auf dem höchsten Energielevel, bereit, sich zu verausgaben und mit den Worten zu sterben: „Wow! What a Ride!“

Andrew Fordyces High-Five-Erfolgs­faktoren

Andrew Fordyce ist wie Yianni Papoutsis ein Mann der klaren Worte. Sein Urteil zu MEATliquor: „Das beste Soul-Food, das es jemals gegeben hat!“ Hier seine „High Five“, warum das MEATliquor-Konzept aufgeht.

1. Unique Locations

Bei Yianni Papoutsis dreht sich alles um die Location. Sie muss so verrückt sein wie er selbst. Man nehme nur die MEATmission, eine ehemalige Radiostation. Dazu kommt das Heer von Künstlern, die der Location den besonderen MEATliquor-Touch verpassen. Graffiti-Künstler, die sich gonzoresk ausleben dürfen. Jedes MEATliquor ist ein Kunstwerk für sich und spiegelt den Lifestyle von Papoutsis und Collins. Authentisch.

2. Atmosphäre

Beim Betreten eines MEATliquors fällt man fast vor Schreck wieder raus. Es ist laut, skurril und irgendwie fast ein wenig gruselig. Doch auf einmal hat man das Gefühl, zu Hause zu sein, und lässt sich einfach mal gehen.

3. Basic-Food

Das Essen ist einfach nur „Basic Guilty Pleasure Food“ – aber von unschlagbarer Qualität! Hier gibt es keine TK-Ware. Alles ist frisch, auch die Patties. Die Karte ist klein, aber ausgesucht. Yianni reist um die ganze Welt auf der Suche nach den besten Burgern und Basic-Food-Rezepten, die in UK funktionieren. Bestes Beispiel: Chicken Burger, Halloumi & Mushroom Burger (V), Buffalo Wings, Fried Pickles (V).

4. Exklusivität

Die No-Reservation-Policy ist so einfach wie genial. Was macht mehr Werbung als eine Riesen-Schlange von hungrigen Menschen, die warten – selbst wenn es junge Hunde regnen sollte und ihr Magen dabei noch knurrt.

5. Preis-Leistungs-Verhältnis

Hier geht jeder mit einem vollen Bauch, ohne dass das Portemonnaie aushungert. Von den 20 Pfund inklusive Getränk wird mehr als eine Person satt und die Portion Burger und Fries kostet nur 12,50 Pfund. Und das für totale Frische und ganzen Geschmack!
MEATliquor.com

Über den Autor:

Andrew Bruce Fordyce ist Food Trendscout mit über 25 Jahren Branchenerfahrung im Food­-Service-Sektor. Der gebürtige Südafrikaner lebt und arbeitet in London und in der Nähe von Frankfurt als Entrepreneur, Berater und Keynote-Speaker in der Food-Industrie.
www.foodtrendtours.de

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