24 Stunden mit dem Inselmanager

Marcus Wirsching managt ein maledivisches Paradies mit 330 Mitarbeitern aus 14 Ländern, 200 Gästen und 100 Villen der Luxusklasse.
November 13, 2015

Der Tag im Paradies beginnt weniger paradiesisch mit dem Weckerklingeln um sieben Uhr morgens, sieben Tage die Woche. Tagwache im 5-Sterne-Resort Coco Palm Bodu Hithi auf dem Nord-Male-Atoll der Malediven: General Manager Marcus Wirsching checkt schnell seine E-Mails, bevor er seinen ersten Rundgang durch die schon geschäftigeren Personal- und die noch ruhigeren Gästeareale unternimmt. Nach Kaffee und Müsli ruft der 40-Jährige zum täglichen großen Morgenmeeting. In beigen Shorts und lässigem weißen Hemd, bequemem Schuhwerk und Sonnenbrille – Berufskleidung im Paradies. Im November 2006 hat die maledivische Luxushotelgruppe Coco Collection das Resort mit 100 Villen eröffnet, seit Juli 2007 macht Wirsching Urlaubsträume der Gäste wahr, managt das Resort und sorgt zugleich auch quasi als Staatsoberhaupt auf der Insel, die in einer halben Stunde umrundet werden kann, für Recht, Ordnung und Vergnügen unter den 200 Gästen und 330 Mitarbeitern.
8.30 Uhr: Morgenmeeting. Die Abteilungsleiter, der Barchef, der Küchenchef, der Oberbutler, die stellvertretenden Spa- und Housekeeping-Leiterinnen versammeln sich am Tisch, geschäftiges Parlieren: Welche Schiffe, welche Gäste, welche VIPs kommen heute an? Wie schauen die Reservierungen in den Restaurants aus, was stehen für Aktivitäten an? Zudem: Platz für Lob und Kritik. Und dazwischen immer wieder mal Handyklingeln. Eine Konstante im Berufsalltag von Marcus Wirsching zwischen dem sanften Rauschen der Wellen und…

Der Tag im Paradies beginnt weniger paradiesisch mit dem Weckerklingeln um sieben Uhr morgens, sieben Tage die Woche. Tagwache im 5-Sterne-Resort Coco Palm Bodu Hithi auf dem Nord-Male-Atoll der Malediven: General Manager Marcus Wirsching checkt schnell seine E-Mails, bevor er seinen ersten Rundgang durch die schon geschäftigeren Personal- und die noch ruhigeren Gästeareale unternimmt. Nach Kaffee und Müsli ruft der 40-Jährige zum täglichen großen Morgenmeeting. In beigen Shorts und lässigem weißen Hemd, bequemem Schuhwerk und Sonnenbrille – Berufskleidung im Paradies. Im November 2006 hat die maledivische Luxushotelgruppe Coco Collection das Resort mit 100 Villen eröffnet, seit Juli 2007 macht Wirsching Urlaubsträume der Gäste wahr, managt das Resort und sorgt zugleich auch quasi als Staatsoberhaupt auf der Insel, die in einer halben Stunde umrundet werden kann, für Recht, Ordnung und Vergnügen unter den 200 Gästen und 330 Mitarbeitern.
8.30 Uhr: Morgenmeeting. Die Abteilungsleiter, der Barchef, der Küchenchef, der Oberbutler, die stellvertretenden Spa- und Housekeeping-Leiterinnen versammeln sich am Tisch, geschäftiges Parlieren: Welche Schiffe, welche Gäste, welche VIPs kommen heute an? Wie schauen die Reservierungen in den Restaurants aus, was stehen für Aktivitäten an? Zudem: Platz für Lob und Kritik. Und dazwischen immer wieder mal Handyklingeln. Eine Konstante im Berufsalltag von Marcus Wirsching zwischen dem sanften Rauschen der Wellen und der sich im Wind wiegenden Palmen.

„Marcus. Hello. How can I help you?“ Geht nicht gibt’s nicht. Die Prämisse lautet: „We don’t say no.“ Erreichbarkeit für große und kleine Wünsche in allen Lebenslagen ist das ­Motto – die Happy Hour gilt den ganzen Tag.

Keine One-Man-Show Die wichtigsten Dinge des Tages sind nun erst einmal besprochen, für den General Manager folgt jetzt der Kontrollgang zu den luxuriösen Overwater-Villen. „Ein, zwei Zimmer checke ich immer für die Arrivals, da darf man schon mal genauer hingucken, damit die Standards auch eingehalten werden.“ Den Check gibt es nicht jeden Tag, „es muss ja trotzdem alles weiterlaufen, auch wenn ich nicht da bin. Schließlich ist das hier keine One-Man-Show.“ Ganz und gar nicht: Seine 330 Mitarbeiter stammen aus 14 Ländern.
Das Speed-Boat, mit dem man in 45 Minuten von Male aus das Ziel der Träume erreicht, hat inzwischen angelegt. Und schon betreten die ersten Neuankömmlinge das Eiland, der gebürtige Berliner ist gleich mit einem Willkommensgruß zur Stelle.
Derweil nehmen im Restaurant Air, mit 120 Indoor- und 20 Terrassenplätzen eines der vier Restaurants, die Mittagsgäste Platz. Barfuß. Denn das ist hier Programm. Bikinis, Badehosen, Unterhemden und unbedeckte Schultern sind tabu. Aber: Mit den Zehen im Sand wühlen – das ist der wahre Luxus.
Marcus Wirsching zieht sich für die nächste Zeit zwecks Erledigung administrativer Dinge in sein Büro zurück. Hier ist das Paradies schon ein kleines Stück weiter weg, der Raum keine zehn Quadratmeter groß. Unterschriften für die Buchhaltung sind zu erledigen, ein Treffen mit dem Keyaccount-Manager und eine besondere Bestellung: exakt 6758 Weinflaschen. Edle Tropfen aus aller Welt, von Chile über Spanien bis nach Australien, für die Wine Bar. Kostenpunkt: 125.000 US-Dollar. Nicht von weit her, sondern hausgemacht im Inselparadies sind Stromversorgung, Wasseraufbereitung und Müllentsorgung. Auch das will vom General Manager organisiert werden. Eine Taskforce ist für die Strandsäuberung im Einsatz. Zudem gibt es eine Tischlerei und eine Schneiderei für Uniformen, Kissenbezüge und Co – es ist quasi ein kleines Firmenimperium, das es zu leiten gilt.
Der Tag neigt sich langsam dem Ende zu, Wirschings Lieblingsort am frühen Abend: die Stars Bar. In den nächsten Stunden auf dem Programm: Plaudern mit den Gästen, die genussvoll am Champagner nippen, präsent sein in den Restaurants Breeze, Air, Aqua und Stars, in der L’Attidude-Bar.

Privatleben? Das beschränkt sich auf wenigen Stunden im Zimmer, mit seiner Frau. Sie stammt aus Sri Lanka – nicht zuletzt deshalb empfindet der Berliner diesen Flecken der Welt als seine zweite Heimat: „Ich fühle mich hier wie zuhause. Mein Herz schlägt für Asien. Meine Heimat ist Sri Lanka.“ Damit ein etwaiger Lagerkoller gar nicht erst zuschlagen kann, sind Aktivitäten außerhalb des Eilandes gefragt – durchschnittlich alle zwei Monate. Für die Belegschaft werden Schwimmausflüge zu anderen Inseln organisiert, Picknick, Filme oder Tischtennis stehen für Mußestunden auf dem Programm. Wirsching: „Es leben ja mehr als 300 Menschen auf der Insel, auf die muss man auch aufpassen. Man soll ihnen nahe kommen, aber nicht zu nahe. Wenn man sich um sie kümmert, kommen die Beziehung und der Respekt von selbst.“
Klar sei es manchmal schwierig, alle 14 Nationen von Japan über Vietnam und Indonesien bis hin zu Italien unter einen Hut zu bringen, schon allein die Geschmäcker in punkto Essen seien da recht verschieden. Die Arbeitswoche hat für das Personal sechs Tage, elf Stunden täglich. Für den General Manager freilich mehr.
„Die Arbeitstage sind lang“, sagt Wirsching spätabends, „aber die Location macht alles wieder wett. Es ist eigentlich mehr Lebensstil als Job.“

zur person
Geboren: 1967 in Berlin
Ausbildung: Nach der Ausbildung zum Zoofachhändler umgesattelt – nach England zu einer Kellneragentur, danach Chef de Rang im Hilton, Manchester.
Stationen: Resident Manager für das operative Geschäft im Dusit Resort Pattaya in Thailand, Colombo Hilton in Sri Lanka, Radisson SAS in Hamburg, Bangkok Marriott Resort & Spa in Thailand, Sofitel Central Hua-Hin, Sheraton Abu Dhabi Resort & Towers, Hilton Manchester Airport Hotel

kontakt & bewerbungen
www.cocopalm.com.mv.

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