Gipfelsieg mit Steigenberger

Bei Steigenberger klettert man auf den Gipfel der Hotellerie. Das Flaggschiff Frankfurter Hof bietet spannende Jobchancen mit Topkunden wie Königen, Filmstars und Präsidenten.
November 13, 2015

Frankfurter Hof von außen mit wehenden Fahnen Nicht erfolgreich sein mit mir gibt es nicht!“ Mutige Ansage von Gerhard Mitrovits. Ob der charmante Burgenländer bei TV-Koch Tim Mälzer („Schmeckt nicht, gibt’s nicht“) Anleihe nahm oder umgekehrt, weiß man nicht so genau. Der Generaldirektor des Steigenberger Frankfurter Hofs setzte mit seinem Team auf jeden Fall neue Maßstäbe. Die Zahlen beweisen es. Das Flaggschiff der Steigenberger-Gruppe verbuchte 2006 die größten Umsatzzuwächse der Top-200-Hotels in Deutschland, ganz nebenbei räumte man noch den Titel für das „Hotel des Jahres 2007“ ab und Gerhard Mitrovits, seit 18 Jahren General Manager in Fünfsternehotels, wurde zum „Hotel-Manager des Jahres 2007“ gekürt. Gerade in Frankfurt bläst einem der Wind der Konkurrenz aber besonders frisch um die Nase und dann hob man auch noch die Preise an … Wie das geht? Die Erfolgsformel ist einfach: Man erhöhte einfach die Dienstleistungen dramatisch und das Hotel wurde auf 5-Sterneplus-Niveau gepusht. „Das ist unsere Nische“, ist Gerhard Mitrovits überzeugt. Moderne Hotels gäbe es genug. Die Glaspaläste seien aber alle sehr uniform. „Man kann oft das Dekor eines Dreisternehotels von einem Fünfsternehotel nicht mehr unterscheiden.“ Der Frankfurter Hof punktet mit seinem Grandhotel-Charakter und der großen Tradition. Immerhin ist das Haus bereits 130 Jahre alt, wurde im gleichen Jahr gegründet wie das Sacher und das Oriental in Bangkok. Eine ehrwürdige Adresse mit breiten Treppenabgängen, 48 Quadratmeter großen Luxusstandardzimmern, einem auf Hochglanz renovierten Ehrenhof mit Atrium und der wohl schönsten Terrasse Frankfurts. Man leistet sich außerdem den Luxus von vier Restaurants mit dem Gourmetrestaurant Français an der Spitze, das von den wichtigsten Gourmet-Guides als Nummer eins in Frankfurt bewertet wurde.

Ein Mann steht an einen Flügel gelehnt, während sich im Hintergrund Menschen unterhalten Die Investitionen waren allerdings beträchtlich. Allein in die Erneuerung der Fassade steckte man 3,8 Millionen, insgesamt rund 13 Millionen Euro wurden in den letzten drei Jahren verbaut. Und in den nächsten Jahren soll noch einmal eine ähnliche Summe investiert werden. Strukturveränderungen sind geplant, teilweise hinter den Kulissen, ausschließlich um das Niveau noch weiter zu steigern.
1930 wurde die Hotelkette von Albert Steigenberger gegründet und 1985 in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Der Betrieb blieb aber ein Familienunternehmen, 99,6 Prozent hält noch immer der Steigenberger-Clan. Bisher breitete man sich in Deutschland, Österreich, Italien, der Schweiz, den Niederlanden und in Ägypten mit zurzeit rund 80 Hotels aus. Vier Hotelneuzugänge gibt es heuer an den Standorten Dresden, Zingst, Meran und Hurghada (Ägypten) – individuelle Häuser mit ungewöhnlicher Architektur und exzellenter Lage.
Das Arbeitsklima dürfte einer Schönwetterphase entsprechen. Eine Personalwechselrate von 24,8 Prozent pro Jahr ist in dieser veränderungsfreudigen Branche erfreulich niedrig. Der Concierge und der Doorman wechseln traditionell selten, im Bankett- und Restaurantservice ist die Mannschaft ebenfalls gut aufgestellt, ein größerer Turnover in der Küche – meist aus Karrieregründen – ist üblich. Das Urgestein ist der Barchef, der schon seit 30 Jahren mixt, rührt und schüttelt. Manche Messegäste sollen bereits eine freundschaftliche Beziehung zu ihm entwickelt haben, sie frequentieren das Haus schließlich fast genauso lang. Wechsel in andere Häuser werden von der Direktion gefördert, Gerhard Mitrovits bleibt mit vielen Mitarbeitern aber weiter in Kontakt. So entwickelte sich eine Datenbank von 80 jungen Leuten, die mit dem Frankfurter-Hof-GM Verbindung halten. Oft kommen ehemalige Mitarbeiter mit einer noch besseren Ausbildung wieder zurück.
Rund 260 Mitarbeiter sind im Frankfurter Hof im Einsatz. Wenige Firmen arbeiten im Outsourcing – in technischen Bereichen und Putzfirmen –, obwohl man noch sehr viele eigene Zimmermädchen beschäftigt, die bessere Qualität überzeugt. Dazu kommen noch Aushilfskellner für Caterings, alles in allem kommt man auf ca. 320 Leute. Ein Mitarbeiter pro Zimmer oder 1,4 Mitarbeiter pro schlafenden Gast, in der Hotellerie eigentlich nicht mehr üblich. In den 4- bis 5-Sterne-Häusern der Ketten haben sich 0,3 bis 0,4 Mitarbeiter pro Gast etabliert. „Wir leisten uns den Luxus. Die Zimmer kosten deshalb mehr, dafür haben wir die Präsidentensuite 100-mal pro Jahr vermietet – an Topfilmstars, Mitglieder der Royal Family, Staatsgäste und die Gouverneure der Europäischen Zentralbank.“
In Frankfurt lernen 40 Auszubildende. Die Plätze sind aber heiß begehrt. Für 10 Jobs kommen 200 Anfragen. In den engeren Kreis kommen 60 bis 80 Bewerber, nach einem Screening im Team werden schließlich 45 zum Interview eingeladen. Je nach Berufswunsch werden die jungen Damen und Herren von den Spezialisten des jeweiligen Fachgebiets befragt. Ein zukünftiger Hotelkaufmann zum Beispiel führt neben der Personaldirektorin auch ein Gespräch mit dem Controller. Im Team wird dann entschieden, wer die Lehrstellen bekommt. „Man hat bei uns alle Aufstiegschancen“, betont Gerhard Mitrovits, „als junger Mensch kann man ohne weiteres zum Commis, Zum Demi-Chef, zum Chef de Rang oder zur Front-Office-Clerk-Schichtleiterin werden.“

Eine Küchencrew voller Erstaunen, den Mund zu einem O geformt Das Anforderungsprofil: Ein neuer Mitarbeiter muss mehrere internationale Sprachen sprechen, definitiv fließend Englisch. Er sollte in einer ähnlichen Aufgabe schon einmal tätig gewesen sein und von seinem Aussehen, seiner Ausstrahlung und seinem Verhaltensmuster zur Klientel des Hauses passen. Wenn in Frankfurt die Buchmesse über die Bühne geht, logieren die Bosse -aller Weltverlagshäuser im Haus. Ob es die „Bertelsmänner“ sind, die Chefs von Random House oder Hachette, dazu kommen Weltautoren wie Scholl-Latour, Folett, Esterházy und sämtliche Literaturkritiker. 500 VIPs aus der Weltliteraturszene geben sich hier die Hand. Das Mitarbeiterteam sollte auch mit diesen Größen respektvoll, kompetent, aber auch locker und zügig umgehen können.
Man braucht eine gute Auffassungsgabe, man muss Dinge schnell umsetzen können, einfach ein guter Dienstleister sein. „Unsere Mitarbeiter müssen ohne Angst mit solchen Leuten umgehen. Wir haben oft Königshäuser hier, da darf man nicht vor Ehrfurcht erstarren.“ Die Aufgaben sind dabei oft sehr individuell. Bestes Beispiel: Während der Fußball-WM war das saudi-arabische Königshaus mit elf Prinzen in 80 Zimmern zu Gast. Eine logistische Herausforderung wie ein WM-Finale. 440 Gepäckstücke mussten in 20 Minuten auf die Suiten und Zimmer verteilt werden. Dafür wurde ein eigenes System entwickelt: Wer dirigiert, wer verteilt die Koffer, wer bedient den Lift, er trägt die Gepäcksstücke …? Außerdem wurden den Gästen Gebetsteppiche, Koranpfeile mit dem Kompass Richtung Mekka, orientalische Süßigkeiten, frische Pfefferminze, ein eigener Raucherraum für die Wasserpfeifen, Menükarte auf Arabisch und drei libanesische Köche geboten.
Dabei war die Sache ein Risikospiel. Am Ankunftstag der anspruchsvollen Gäste wurden mit Wasserstrahl die Zementreste von Renovierungsarbeiten weggespült, um 19 Uhr gab es die große Eröffnungsparty und um 22 Uhr reiste die Weltmeisterschaftsbelegung aus Saudi-Arabien an. Ein echter Nervenkitzel, aber der Job ist garantiert nicht langweilig. Die Anfangsgehälter liegen bei 1300 bis 1400 Euro brutto, aber man kann als Hauptabteilungsleiter ohne weiteres auf 6000 bis 7000 Euro kommen – abhängig vom Hotel. In einem Haus mit 700 Mitarbeitern und starkem Betriebsrat wird die Position der Personaldirektoren natürlich höher eingestuft. Ein wesentlicher Faktor ist auch der Markt. In Frankfurt, Berlin, London oder New York ist die Härte des Jobs auf einem wesentlich höheren Level. Da ist vor allem ein gestandener Marketingchef gefragt. Wie wichtig die Position ist, zeigt sich im Frankfurter Hof, wo die Marketingchefin zur Stellvertreterin des Direktors aufgewertet wurde.

Besonders gute Aufstiegschancen bietet derzeit der Housekeeping-Bereich. Der Grund? Ganz einfach, weil es derzeit sehr wenige Housekeeper gibt. Gute Leute werden von Hoteliers gesucht wie exklusive Fotos von Paparazzi. Der Job scheint in den letzten Jahren nicht attraktiv genug promotet worden zu sein. Die riesige Logistik ist eine anspruchsvolle Aufgabe. Eine Hausdame, die die Reinigung der Zimmer und des Hotels, Dekoration, Bestückung der Badezimmer und Wäsche bewältigt, hat alle Chancen. Und wenn sie auch gut Englisch spricht, kann sie morgen in Dubai, übermorgen in Shanghai und überübermorgen in Hongkong oder in New York arbeiten. Im Frankfurter Hof ist die Hausdame übrigens ein Hausmann …

Info:
Steigenberger:
1930 von Albert Steigenberger gegründet, wurde das Familienunternehmen 1985 in eine Aktiengesellschaft umgewandelt, an der die Familie Steigenberger nach wie vor den überwiegenden Anteil von 99,6 Prozent hält. Der Konzern führt unter den zwei Marken Steigenberger Hotels and Resorts sowie InterCityHotel 78 Häuser in Deutschland, Österreich, der Schweiz, den Niederlanden, Italien und Ägypten. Bei den Hospitality Awards 2006 in Paris wurden die Steigenberger Hotels in der Kategorie „Best Customer Satisfaction Programme“ zur Nummer eins gewählt. Steigenberger betreibt auch Töchterunternehmen: *H*E*A*D* ist Spezialist für Einrichtungen und Ausstattungen von Hotels und Restaurants. Die Steigenberger Consulting GmbH betreut und berät nicht nur die Steigenberger Hotel Group, sondern auch Fremdkunden im In- und im Ausland. Außerdem betreibt die Steigenberger Gastronomie gemeinsam mit Autogrill SpA eine Reihe von Restaurants und Bars sowie das Tagungscenter am Flughafen Frankfurt/Main. Die Steigenberger-Akademie – Hotelberufsfachschule und Hotelfachschule, beides staatlich anerkannte Privatschulen – bietet Aus- und Weiterbildungen an.

Bewerbung:
Steigenberger Frankfurter Hof
D-60311 Frankfurt, Am Kaiserplatz
Telefon +49 69 215-0
frankfurter-hof@steigenberger.de
http://www.steigenberger.com/hotelangebot/hotels-frankfurt.html
http://www.steigenbergerhotelgroup.com/hotelkarriere/

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