Bewerbungstipps

11 Tipps für die Gehaltsverhandlung

Tatsache ist, dass sich über
75 % der Beschäftigten in ihrem Job unterbezahlt sehen. Ob das auch in Ihrem Fall so ist, sollten Sie vor dem Gang zum Chef aber unbedingt realistisch abschätzen. Hier die richtige Strategie!


Tipp 1: Ist-Situation abwägen
Tatsache ist, dass sich über 75 % der Beschäftigten in ihrem Job unterbezahlt sehen. Ob das auch in Ihrem Fall so ist, sollten Sie vor dem Gang zum Chef aber unbedingt realistisch abschätzen. Fragen Sie sich: Haben Sie neue Ideen eingebracht oder Impulse gesetzt, bei besonders wichtigen Vorhaben und Aufgaben mitgearbeitet, Lob und Anerkennung von anderen Kollegen, Abteilungen, Kunden oder Lieferanten erhalten? Was haben Sie in letzter Zeit alles vermehrt für das Unternehmen getan? Sind Sie in einer Position beziehungsweise verfügen Sie über ein Know How, das nicht jederzeit leicht zu ersetzen ist? Legen Sie am besten besonderes Augenmerk auf Leistungen und Verbesserungen, die dem Betrieb einen höheren (finanziellen) Nutzen über einen längeren Zeitraum erbracht haben. Wenn Sie in diesen Punkten keine schlüssigen Argumente sammeln können,
ist der Zeitpunkt für ein Gehaltsgespräch verfehlt.

Tipp 2: Infos holen
Grundsätzlich darf man nie unvorbereitet in ein Gehaltsgespräch gehen, Spontanität wird meist zum Bumerang. Die beste Taktik besteht darin, sich zunächst von Freunden oder Kollegen in vergleichbaren Jobs beziehungsweise vergleichbarer Qualifikation Gehaltsinformationen einzuholen oder sich bei einem
anderen Unternehmen zu bewerben. Informationen über den Marktwert sind die Grundlage, jedoch niemals ein Argument im Gehaltsgespräch!

Tipp 3: Bescheid sagen
Wenn Sie für ein Gehaltsgespräch bereit sind kündigen Sie dieses an, damit sich auch Ihr Chef entsprechend vorbereiten kann. Ein Gespräch unter (Zeit-)Druck schlägt immer fehl. Avisieren Sie im Vorfeld, dass Sie auch Feedback zu Ihren Leistungen haben möchten, um zu wissen, ob Sie auf der richtigen Linie sind.

Tipp 4: Der Chef soll beureilen
Im Gespräch selbst bitten Sie zunächst am besten um eine Beurteilung Ihrer Leistungen im Vergleich zu früher. Haben Sie sich verbessert, ist die Leistung konstant geblieben oder hat sie sich seiner Meinung nach sogar verschlechtert? Dieses erste Antasten kann von großer Bedeutung sein.

Tipp 5: Menschlich agieren
Versetzen Sie sich am besten in die Rolle Ihres Vorgesetzten und beurteilen Sie aus dieser Perspektive, was Ihrem Chef wichtig ist, worauf er empfindlich oder ablehnend reagiert. Emotionen führen besser zum Erfolg als reine Fakten. Sie sollten gut zuhören und jene Verbesserungen oder Ergebnisse hervorheben, die zum Betriebserfolg beziehungsweise dem Erfolg Ihrer Abteilung beitrugen. Haben Sie ein offenes Ohr dafür, was Ihr Chef noch vermisst beziehungsweise er für die Zukunft als wichtig empfindet oder wo Sie sich sonst noch nützlich machen könnten.

Tipp 6: Keine Vergleiche
Machen Sie niemals den Fehler, sich mit anderen Personen im Unternehmen zu vergleichen. Weisen Sie selbstbewusst, aber dezent auf Ihre Stärken und Vorzüge hin und auf Werte, die Sie in Ihre Abteilung beziehungsweise den Betrieb einbringen. I

Tipp 7: Keine Erpressungen
Im Vordergrund muss stehen, dass Ihr Chef Ihren Gehaltswunsch durch Ihre Leistung als gerechtfertigt ansieht. Das Gehaltsgespräch darf niemals in Richtung Erpressung gehen! Aussagen wie „Wenn ich nicht mehr bekomme, kündige ich“ bleiben meist nicht folgenlos. Auch wer mit Zurücknahme an Engagement, Motivation oder weniger Einsatz droht, verliert rasch seinen Job.

Tipp 8: Anderes Angebot
Haben Sie ein anderes Angebot, können Sie dieses ruhig einbringen, jedoch immer klar mit dem Hinweis, dass Sie nicht gezielt auf der Suche sind, sondern sich das Angebot ergeben hat oder Sie eine Probebewerbung gemacht haben. Ihr Chef muss klar erkennen, dass Sie ihm und Ihrem Unternehmen den Vorzug geben und gerne hier weiterarbeiten möchten. Das deutlich höhere Gehaltsangebot regt schon oft zum Nachdenken an.

Tipp 9: Keine Mitleidstour
Auch ein großer Fehler: die Mitleidsmasche. Gestiegene Wohnungskosten, neues Auto, Arbeitslosigkeit des Partners, Hypotheken oder Ähnliches sind dem Chef egal. Die Argumentation muss über Leistung gehen, ein Unternehmen ist keine karitative Organisation.

Tipp 10: Das Gehalt
Völlig utopische Gehaltsforderungen, vielleicht noch unter Verweis auf einen erfolgreichen Kollegen kann man sich sparen. Äußern Sie immer nur eine Gehaltsvorstellung, die Sie auch wirklich zufrieden stimmt! In diesem Moment ist keine falsche Bescheidenheit gefragt.

Tipp 11: Bei einer Absage
Bei einer Absage in Bezug auf eine Gehaltserhöhung ist die Grundregel Nummer eins: Ruhe bewahren, emotionale Reaktionen vermeiden und den Chef nicht attackieren. Ein Wutausbruch bringt Sie nicht weiter und verhärtet lediglich die Fronten. Bleiben Sie aber auch bei einem „Nein!“ initiativ. Fragen Sie nach den Gründen für die Ablehnung. Versuchen Sie dabei herauszufinden, welche Argumente Ihres Vorgesetzten mit Ihrer Person zu tun haben und welche Sie nicht beeinflussen können. Ein finanzieller Engpass Ihrer Firma kann Grund für ein Nein sein, betrifft aber nicht Ihre Leistungen. Hat sich die Lage Ihrer Firma wieder gebessert, können Sie selbstbewusst in eine erneute Gehaltsverhandlung gehen. Fragen Sie konkret nach, wo genau man von Ihnen mehr erwartet, damit Sie mehr Geld verdienen können. Sie sollten möglichst immer folgende Frage beantworten können: Wieso sollte die Firmenleitung ein Interesse daran haben, Ihnen ein höheres Gehalt zu zahlen? Wenn Ihre Vorgesetzten erkennen, dass eine Gehaltserhöhung in Zukunft auch für das Unternehmen zu klaren Vorteilen führt, dann wird es ihnen sehr viel leichter fallen, Ihrer Forderung nachzukommen.

14.11.2015