Ausgabe 167, Events & Awards

Ab in die erste Liga

Sternekoch Philipp Vogel krempelt die Hotelgastronomie der österreichischen Hauptstadt um. Warum ausgerechnet der Kölner „Aufsteiger des Jahres“ das Gespür für den Wiener Geschmack hat.

Sternekoch Philipp Vogel Wer will schon in der zweiten Liga spielen? Philipp Vogel hat es seinem Lieblingsverein, dem 1. FC Köln, gleichgetan: Aufstieg in die erste Liga. Nur dass sich Philipp Vogel den Titel „Aufsteiger des Jahres“ nicht mit jemand anderem teilen muss. Gerne aber dann doch mit seinem Team, das der Kölner mit einer Fußballmannschaft vergleicht. Einmal Fußballfan, immer Fußballfan. Er selbst Kapitän und Trainer. Seine Küchenbrigade die Mannschaft. Das Restaurant Edvard im Palais Hansen Kempinski sein Verein, den er von Anfang an mit aufgebaut hat. Und er macht seinen Job erstklassig: 70 Prozent des Teams, also der Mannschaft, sind seit der Eröffnung im März 2013 mit am Ball geblieben. Schon vor dem Opening des Palais Hansen Kempinski am Wiener Schottenring wurde Philipp Vogel in die Konzeptentwicklung der beiden Restaurants Edvard und Die Küche voll einbezogen – und ist dankbar für diesen Vertrauensvorschuss. „Ich kam aus Asien, war quasi ein Nobody.“ Die asiatische Küche, in der er sein Können im exklusiven KEE Club in Shanghai perfektionierte, sorgt im aktuellen Konzept lediglich für spannende Sidekicks am Gaumen, um die Gäste zu beeindrucken.
Das Palais Hansen Kempinski will das „Haus der Wiener“ sein, will das Kunststück schaffen, die Hauptstädter für seine beiden Hotelrestaurants zu begeistern. Anders als etwa in Asien, weiß Vogel, wo es gang und gäbe ist, zum Lunch oder Dinner ins Hotel zu gehen, haben es angegliederte Restaurants hierzulande schwer, sich bei den Einheimischen den Respekt zu erarbeiten. Deshalb bewusst neben den Hotelgästen eine Linie, die auch die Wiener anspricht, die den Spagat versucht zwischen Fine Dine und Großmutters Küche. Dieser marketingtechnische Kontrast mit zwei sehr unterschiedlichen Restaurantkonzepten im Edvard und in der Küche sei für einen Koch eine wunderschöne Sache und eine tolle Challenge.
Bei den Kritikern kommt das an. Gleich im ersten Jahr gab es für die Küchenlinie des Kölschen Jung einen Stern vom Guide Michelin und...

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14.11.2015