Ausgabe 167, Management-Tipps

Brot und Spiele

Tanzende Affen, die Stickstoff über die Foie Gras pusten, oder noble Zurückhaltung auf dem Teller, die erst am Gaumen so richtig explodiert. die Sinnfrage der Top-Gastronomie und ob das den Gast überhaupt etwas angeht.

Brot und SpieleFotos: Jose Luis Lopez de Zubiria/Mugaritz

Paukenschlag auf Sylt: Das mit zwei Sternen des Guide Michelin dekorierte Restaurant La Mer schließt mit Anfang des Jahres 2015. Der Grund: Die wirtschafltiche Rechnung geht nicht auf. „Das La Mer hat das Betriebsergebnis des Luxushotels A-Rosa jährlich mit einem Minus von rund 200.000 Euro belastet“, bestätigt Horst Rahe, Inhaber der A-Rosa-Gruppe gegenüber der deutschen Wirtschaftswoche.
Dabei flatterte das Aromenmenü von Pâtissier Christian Hümbs als neue Sensation durch die internationale Presse. Und auch wenn dieser seit einigen Monaten im 2-Sterne-Restaurant Haerlin in Hamburg süße Vibes verbreitet, so mangelte es auch Chefkoch Sebastian Zier keineswegs an guten Bewertungen und positivem
medialem Echo.
Warum schaffte es das Restaurant also trotzdem nicht, schwarze Zahlen abzuliefern? Wo sich doch Restauranttester und Presse so einig waren, dass das Essen im La Mer fabelhaft ist? Weil wir eben nicht alle Restauranttester sind – so einfach. Scheint es zumindest auf
den ersten Blick.
Offensichtlich ist also, dass das, was für Menschen, für die Restaurantbesuche zum täglichen Business gehören, großartig ist, eben oft nicht für die breite Gästemasse gilt.
Andere sehen die Problematik in...

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14.11.2015