Ausgabe 209, Karriere-Tipps

Arbeiten auf Schiffen

Wer seine beruflichen Segel neu setzen und nichts weniger als die Welt bereisen will, ist an Bord eines Schiffes bestens aufgehoben. Ein unvergleichlicher Teamspirit sowie tolle Verdienst- und Karrieremöglichkeiten warten – vorausgesetzt man ist seetauglich!

Text: Daniela Almer     Fotos: Seabourn, Helge O. Sommer, Crystal Cruises, Claudio Martinuzzi, Jeremy Bishop, Roman Arkhipov,Ian Schemper, AIDA Cruises, TUI Cruises GmbH, Rob Bye, Shutterstock, beigestellt

Wenn einer eine Reise tut …

… muss er kein Seemannsgarn spinnen, sondern kann mit realen Erlebnissen punkten – einer der ganz großen Vorteile vom Arbeiten auf Schiffen. Aber wie in der Gastronomie und Hotellerie am Festland muss man auch auf See die Ärmel hochkrempeln und hart arbeiten – und wird mit finanziellem und unbezahlbarem Erfahrungsreichtum belohnt.

Arbeiten auf Schiffen

Eines gleich vorweg: Wer sich beim Arbeiten auf Schiffen ein Abenteuer à la „Fluch der Karibik“ erwartet oder gar erhofft, wird ein wenig enttäuscht sein. Aber das Leben ist sowieso kein Film, sondern viel besser.

Denn in der Realität ist man nicht auf ein nur mit Müh und Not seetaugliches Schiff wie die Black Pearl angewiesen, das seine guten Zeiten längst hinter sich hat, sondern man hat die Qual der Wahl.

Eines der ersten Dinge, über die man sich jedoch im Klaren sein muss, wenn man heutzutage bei Cruiselines anheuert, ist: Was sind meine beruflichen Interessen und persönlichen Vorlieben? Auf Kreuzfahrtschiffen ist nämlich nicht nur das Spektrum an Jobs, sondern auch die Wahl der verschiedenen Schiffsarten ähnlich breit gefächert wie die Fülle an Möglichkeiten in der Gastronomie und Hotellerie am Festland.

Angefangen von Fluss- über Club- bis hin zu High-End-Luxusschiffen ist für jeden Geschmack etwas dabei. Diese Schiffstypen sind wiederum vielfältig unterteilt: Kreuzfahrtschiffe, die beispielsweise das ganze Jahr über in der Karibik cruisen, oder solche, die Weltreisen anbieten, Mottokreuzfahrten, die sich auf ein bestimmtes Thema wie etwa Sport oder – ganz ausgefallen – auf Brautpaare fokussiert haben, Expeditionsschiffe, die von der Ausrichtung her kleiner gehalten, dafür aber auch in Regionen unterwegs sind, wo große Ozeandampfer gar nicht erst hinkommen.

Unterscheidungen gibt es auch in Hinblick auf das preisliche Angebot – vom kleinen bis zum großen Geldbörserl – sowie auf das Alter der Gäste: Manche Angebote von Reedereien sind auf ein älteres, manche auf ein jüngeres Zielpublikum zugeschnitten.

Kein Wunder, dass bei dieser Auswahl und der großen Nachfrage die Seefahrtsbranche ein enormes Wachstum verzeichnet und immer auf der Suche nach gutem Personal ist.

Schiff ahoi

Trotz einiger Gemeinsamkeiten der Arbeit an Land und auf See gibt es natürlich auch Unterschiede. „Ein Schiff wackelt, egal wie groß es ist“, erzählt Günter Lorenz lachend, der die Position des Directors of Culinary Operations bei Crystal Cruises innehat.

1992 startete Lorenz hier seine Karriere als Suppenkoch und 25 Jahre später denkt er noch immer nicht ans Aufhören. Schon früh wollte der gelernte Koch so viel wie möglich von der Welt sehen, auf einem Kreuzfahrtschiff anzuheuern, war für ihn daher die beste Option. Ist aller Anfang an Bord schwer?

20.07.2017