Ausgabe 209, START Video und Sponsored, Porträts

Benjamin Maerz: Zwischen den Welten ...

... Aber nicht zwischen den Stühlen: Heimatverbunden und weltoffen, pragmatisch und visionär vereint Sternekoch Benjamin Maerz im Restaurant Maerz und der Weinbar Maerz scheinbare Widersprüche gekonnt am Teller.

Text: Daniela Almer     Fotos: Lukas Kirchgasser, Roman Knie

Junger Senkrechtstarter mit Power

Was wir vor sechs Jahren aus der Asche eines schweren Schicksalsschlags entstehen ließen, ist heute in Bietigheim-Bissingen ein Hotel und Restaurant mit Wiedererkennungsfaktor“ – so heißt es auf der Website des Restaurants Maerz und der Weinbar Maerz, denen auch das Hotel Rose mit 32 Zimmern angeschlossen ist.

Benjamin Maerz: Zwischen den Welten ...

„Wir“, das sind Benjamin Maerz und sein jüngerer Bruder Christian, die 2013 beschlossen, das familiengeführte Unternehmen im schwäbischen Bietigheim-Bissingen nahe Stuttgart gemeinsam zu übernehmen. Eine Herausforderung, der sie sich mit gerade einmal Anfang beziehungsweise Mitte 20 stellten, als 2010 unerwartet ihr Vater aus dem Leben gerissen wurde.

Aber in ihrer tiefen Trauer sahen die beiden Brüder auch eine Chance, das gastronomische Erbe fortzuführen und gleichzeitig ihre Visionen umzusetzen. Step by step modernisierten sie das seit 1989 gepachtete Unternehmen im denkmalgeschützten Haus den heutigen Ansprüchen entsprechend.

Das brüderliche Zusammenspiel läuft trotz oder vielleicht gerade wegen der familiären Bande großartig, die verschiedenen Aufgabenbereiche sind strikt geteilt. Während Restaurantleiter und Sommelier Christian für den Service und das Hotel zuständig ist, trägt Benjamins Ehefrau Stephanie die Verantwortung für die Finanzen und Küchenchef Benjamin zeichnet für das Personal, den Einkauf, das Marketing und die Küche verantwortlich.

Aus dem gutbürgerlichen Restaurant, in dem Vater Maerz eine klassisch schwäbische Kulinarik offerierte, schuf Benjamin Maerz mit viel Herzblut und Kreativität ein Casual-Fine-Dining-Restaurant, das dienstags bis sonntags ab 18 Uhr geöffnet hat und bereits ein Jahr nach der Übernahme mit einem Michelin-Stern geadelt wurde.

Eine Ehre, die auf enormes Gäste-Feedback stieß, aber von den ansässigen Gastronomen nicht unbedingt goutiert wurde. „Es gibt in der heutigen Zeit für Gastronomen keinen Anlass, Neid oder Konkurrenzdenken an den Tag zu legen. Weil jeder Unternehmer, der einigermaßen clever ist, richtet seinen Betrieb in der Nische aus, die er bedienen will. Je mehr wir zusammenhalten, desto besser ist es am Ende für alle“, stellt Benjamin Maerz klar, der trotz seines jungen Alters eine erstaunliche Reife und Durchdachtheit an den Tag legt, die absolut nachvollziehbar ist: „Durch die frühe Betriebsübernahme mussten wir schnell lernen, uns durchzubeißen und durchzusetzen.“

HIER registrieren

.

20.07.2017