Ausgabe 209, Management-Tipps, Porträts

Petter Stordalen: Der Magier aus Norwegen

Mit seinem Showman-Image begeistert der norwegische Hotel-Tycoon Petter Stordalen die Massen. Ergebnis seines hart erarbeiteten Erfolgs: Das Hotelimperium Nordic Choice Hotels, das im Norden Europas seinesgleichen sucht – und ihn zum Milliardär machte.

Fotos: Clarion Hotel Bjørvika, Clarion Hotel Post, Peter Brinch, Hobo Stockholm, Stefan Isidor Bergkvist, Jonas Kullman, Particia Parinejad, Studio Dreyer Hensley, Andy Liffner, Peter Brinch, Clarion Hotel Helsinki, beigestellt

Ich bin lieber ein großer Fisch im kleinen Becken als ein kleiner Fisch im großen“, antwortet Petter Stordalen auf die Frage nach seinen Expansionsplänen über die nordischen Länder hinaus. Der Hotel-Tycoon weiß, dass ihm auf seinem Markt kaum einer etwas vormachen kann. „Ich bin Norweger, ich fühle mich wie ein Schwede und ich liebe die Dänen und die Finnen.“ Die Kultur dieser Länder hat Stordalen im Blut. Warum sollte er sich also auf unbekannt-riskantes Terrain begeben? Alles, was sich der Norweger erarbeitet hat, konzentriert sich auf diesen vermeintlich kleinen Markt, mit „nur“ 25 Millionen Einwohnern (fünf Millionen jeweils in Norwegen, Dänemark und Finnland, zehn Millionen in Schweden und 400.000 in Island).

Das Unternehmensimperium des Norwegers unter dem Dach des Straw­berry-Konzerns umfasst elf Unternehmen mit einem Unternehmenswert von 4,4 Milliarden Euro. Darunter die Strawbery Hospitality Group, zu der die Nordic Choice Hotels mit 189 Häusern mit 32.588 Zimmern in sechs Ländern und 13.000 Mitarbeitern gehören. Ein Mega-Konzern.

Mister Spectacular

Doch der Selfmade-Milliardär macht nicht nur durch den Erfolg seines Hotelimperiums von sich reden. Seine Hoteleröffnungen inszeniert Stordalen als spektakuläre Happenings – im Mittelpunkt der Entrepreneur himself. Für das Opening des Quality Airport Hotel Arlanda beim Stockholmer Flughafen etwa ließ er sich mit dem Helikopter auf dem Dach absetzen, um anschließend in Australian-Abseiling-Manier die 57 Meter an der Fassade des Gebäudes mit dem Gesicht nach unten abzulaufen. Für sein 200-Millionen-Dollar-Projekt Clarion Hotel Post in Göteborg ließ sich Stordalen in einer mit einem riesigen Schlagzeug ausstaffierten überdimensionalen Discokugel als Drummer zu Boden gleiten.

Auch die Eröffnung seines Clarion Hotel & Congress Malmö glich einer Stuntvorführung im James-Bond-Stil. Im Smoking heizte er auf einem schwarzen Jetski durch die Kanäle von Malmö – ohne Helm und ohne Sicherung –, um schließlich auf einer Rampe mit einem Salto zu stoppen. So der Plan. Kein Wunder, dass Forbes den abgefahrenen Hotel-Tycoon als Thrilliardär in einem Atemzug mit Abenteurern wie Elon Musk und Richard Branson listete. Doch Petter Stordalen wird nicht müde zu betonen, dass es dabei gar nicht um ihn gehe: „Warum mache ich das? Nur für den Thrill? In erster Linie mache ich das für das Hotel.

Es geht nicht um mich, sondern darum, ein Statement zu setzen“ – und natürlich um die Publicity, gibt Stordalen ehrlich zu. Selbst seine Bruchlandung mit dem Jetski, bei der er wegen zu hoher Geschwindigkeit unsanft auf dem Asphalt landete, kommentiert der 54-Jährige selbstironisch als „den größten Arschklatscher des Jahrhunderts“. Die entsprechende mediale Wirkung verfehlte die Aktion selbstverständlich dennoch nicht. „Auch wenn ich scheitere, funktioniert es.“

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20.07.2017