Ausgabe 211, Karriere-Tipps

Arbeiten in Oslo

Wer den Nordic Spirit in Oslo erlebt hat, will hier nicht mehr weg. Aber es kann auch daran liegen, dass die Stadt mit ihrer gastronomischen Vielfalt und dem grossartigen Freizeitangebot ein Paradies für Expats ist.

Text: Daniela Almer     Fotos: Oliver Cole, Trygve Indrelid, Jim Hensley, Tommy Andresen, Claudio Martinuzzi, Tuuka Koski, Kontrast, Shutterstock

Pulsierendes Nordlicht

Wird Oslo in kulinarischer Hinsicht das neue Kopenhagen? Es ist jedenfalls auf dem besten Weg dazu. Aus dem Dornröschenschlaf erwacht, boomt nicht nur die Gastroszene in der Stadt, in der die Winter eine gefühlte Ewigkeit dauern. Wer im viertreichsten Land der Welt arbeiten möchte, kein Naturmuffel ist und viel auf eine ausgewogene Work-Life-Balance hält, ist in Olso goldrichtig. Arbeiten in Oslo Elche auf den Straßen Oslos sind keine Newsmeldung wert, dass es hier Spirituosen und Weine im Supermarkt zu kaufen geben würde, hingegen schon. Norwegens größte Stadt und Hauptstadt seit 1814 ist ein Natur-Eldorado und besteht „zu einem Viertel aus Wasser, zu zwei Vierteln aus Wald und Parkanlagen und der Rest ist bebaut“, wie Reiseführer gerne schreiben. Der „bebaute“ Teil erfuhr vor allem in den letzten Jahren ein spannendes architektonisches Upgrade und entwickelte sich verstärkt zu Norwegens Lebensdestination Nummer eins. Auch wenn es Alkoholika – außer Bier – nur ganz streng in den staatlichen Vinmonopolets zu kaufen gibt. Seit fünf Jahren wohnt und arbeitet der Österreicher Matthias Bernwieser in Oslo. Der erfolgreiche Koch, der unter anderem bei Heinz Reitbauer im Wiener Steirereck tätig war sowie in der portugiesischen Villa Joya, heimste 2015 den Titel JUNGER WILDER ein. Zuletzt war der 30-Jährige als Sous Chef im angesagten Restaurant Ylajali in Oslo beschäftigt, ehe er sich nun erstmals als Küchenchef in der frisch eröffneten Brasserie West beweist. Ich bin noch nie so viel zu Fuß gegangen wie in Oslo. Matthias Bernwieser zur Überschaubarkeit von Norwegens Hauptstadt Über einen Freund, dem er bei einer Restauranteröffnung half, und durch seine norwegische Freundin verschlug es Bernwieser nach einem kurzen Gastspiel 2009 zum zweiten nach Oslo – diesmal ist er gekommen, um zu bleiben. Das erste Mal scheiterte er vor allem an seinen eingerosteten Englischkenntnissen, denn die Sprache sollte man unbedingt beherrschen, wenn man nicht des Norwegischen mächtig ist. Ein großes Plus war jedoch seine Ausbildung in unseren Breitengraden, da diese um einiges besser ist als in Norwegen.

So cool, so Oslo

Aber nicht nur deshalb hatte Bernwieser in Oslo die berufliche Qual der Wahl: Denn obwohl hier die Sternedichte überschaubar ist – Aushängeschild ist Esben Holmboe Bangs 3-Sterne-Tempel Maaemo, mit jeweils einem Stern im Guide Michelin punkten die Restaurants Statholdergaarden im historischen Stadtteil Oslos sowie das Kontrast unter der Leitung des schwedischen Küchenchefs Mikael Svensson –, hat sich das allgemeine gastronomische Niveau in den letzten Jahren stark verbessert und das Angebot vor allem erweitert.

31.08.2017