Ausgabe 217

Tristan Brandt: Goldjunge

Konsequente Geradlinigkeit: Wie Tristan Brandt aus dem Opus V zum jüngsten 2-Sterne-Koch Deutschlands wurde.

Text: Bernhard Leitner     Fotos: beigestellt

Manche Menschen suchen ihr ganzes Leben danach und finden sie dennoch nie. Ihre Berufung. Im Fall von Tristan Brandt offenbarte sich das kulinarische Schicksal jedoch schon in Kindheitstagen: „Meine Mutter hat mir erzählt, dass ich schon mit acht Jahren neugierig in ihre Kochtöpfe geguckt habe“, lacht Deutschlands jüngster 2-Sterne-Koch.  Mit zwölf kredenzte der junge Tristan seiner Mutter und ihren Freunden ein dreigängiges Geburtstagsmenü. Das Feedback – damals wie heute – einzigartig. Mit Anfang 30 zählt Tristan Brandt heute zur Speerspitze der deutschen Kochelite. Und schon früh manifestierte der ehrgeizige und akribische Arbeiter seinen Platz in den größten Küchen dieser Welt.

Der Aufstieg 

Nach hochkarätigen Stationen bei Küchengranden wie Harald Wohlfahrt in der Schwarzwaldstube, Jean-Georges Klein oder auf der MS Europa bei Dieter Müller war für den deutschen Shootingstar klar, dass er zwar von den Besten lernen möchte, aber irgendwann sein eigenes Ding machen wollte. Als 2013 dann das Angebot kam, sich zu verwirklichen, hielt sich seine Euphorie anfangs noch in Grenzen. Kommunikationsschwierigkeiten könnte man im Nachhinein meinen.  „Herr Wohlfahrt hatte mich damals angerufen und mir erzählt, dass mich gerne jemand in Mannheim kennenlernen würde, der Gastronomie in einem Kaufhaus aufbauen möchte. Da sagte ich zu ihm: ‚Herr Wohlfahrt, bitte seien Sie mir nicht böse, aber in einem Kaufhaus? Ich war acht Jahre lang in der Sternegastronomie und habe hart gearbeitet. Ich habe keine Lust, jetzt Schnitzel und Pommes zu machen.‘“

01.02.2018