Ausgabe 221

Grass vs Grain: Kampfansage

Heute treten bis(s) zum Ende gegeneinander an: das naturverbundene, sagenumwobene Fleisch vom Grasgefütterten Rind gegen den Titelverteidiger, das amerikanische und australische Wunderrind, das fettdurchzogene Fleisch vom getreidegefütterten Kontrahenten. Was entscheidet den Kampf für sich? Rind frei!

Text: Kathrin Löffel     Fotos: Nils-Hendrik Zuendorf, Shutterstock, Flo Smith, elGaucho, Gourmetfleisch, beigestellt

Kommen Sie näher, schauen Sie, werden Sie Zeuge eines Kampfes der Superlative: In den gegenüberliegenden Ecken stehen mit gefletschten Zähnen und aufgewärmten Muskeln die zwei Beefs, die im knallharten Fleisch-Check gegeneinander antreten. 

Auf der Linken das Fleisch vom grasgefütterten Rind. Der Herausforderer – auch bekannt als Grass-fed Beef. Seinem linken Haken und seinem magereren Kampfgewicht fehlt es nicht an geschmacklicher Wucht. 

Im Kampf: das naturverbundene, sagenumwobene Fleisch vom Grasgefütterten Rind gegen den Titelverteidiger, das amerikanische und australische Wunderrind, das fettdurchzogene Fleisch vom getreidegefütterten Kontrahenten.

Im Kampf: das naturverbundene, sagenumwobene Fleisch vom Grasgefütterten Rind gegen den Titelverteidiger, das amerikanische und australische Wunderrind, das fettdurchzogene Fleisch vom getreidegefütterten Kontrahenten.

Der Titelverteidiger auf der rechten Seite – das einzigartige mit Fett durchzogene Fleisch vom getreidegefütterten Rind (engl.: Grain-fed Beef): In der gleichen Gewichtsklasse zwar, aber fetter als der Herausforderer, dafür buttriger im Geschmack, mit einem langen Atem und einem Schwinger der Extraklasse. 

Jahrelang stand fest, je mehr Fett, umso besser. Ob der Herausforderer eine Chance gegen den beliebten Titelverteidiger hat, wird der Rinder-Ring zeigen. Der Kampf wird hart, aber fair: In sechs Runden werden die Kontrahenten antreten. Lasset die Spiele beginnen!

Runde 1: Das Rind ist, was es isst

Es wäre zu einfach, zu sagen, dass mit Gras gefütterte Rinder nur mit Gras gefüttert werden und die Getreide-Fütterung nur aus Getreide besteht. Die meisten Kälber werden mit Kuhmilch und Gras gefüttert. Auch die Kälber, die später zu Grain-fed Beef werden sollen. 

Abgesehen vom Gras fressen Rinder, was ihnen vor die Schnute kommt. Kräuter, Sträucher, Rinden, je nach Ort auch Bambus, Blätter und eben alles andere, was einer Kuh so schmeckt und in Reichweite ist. Und nach mehreren Monaten auf der Weide werden sie in den meisten Betrieben über den Winter und/oder kurz vor der Schlachtung mit Silagen aus Heu oder Getreide wie Mais gefüttert. 

Wie? Das dürfen die Bauern? Gibt es da keine Regelung, dass Grünweiden-Vieh nur Grass-fed Beef heißen darf, wenn es nur Gras gefressen hat? Nein. Deshalb wird mit dem Begriff auch gerne einmal Schindluder getrieben. Ein, zwei Wochen auf der Weide und zack – ein eigentlich mit Getreide gefüttertes Rind wird zu Grass-fed Beef.

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26.04.2018