Ausgabe 228

Josef Donhauser: Bahn Frei!

Der Wiener Caterer Josef Donhauser übernimmt mit seinem ­Unternehmen DoN wieder die kulinarische Versorgung der ÖBB-Gäste an Bord. Aber diesmal macht er nicht den gleichen Fehler wie 2012. Ein ehrliches Resümee.

Fotos: Monika Reiter, Guenther Egger, Clemens Schneider, David Johansson, Roland Pelzl, beigestellt

Alles einsteigen!

Für Josef Donhauser steht das Jahr 2018 ganz im Zeichen der ÖBB. Beim Transport mit den Österreichischen Bundesbahnen werden die Gäste seit Mitte des Jahres von seinem Catering- unternehmen DoN versorgt. Bis 2012 war Donhauser bereits dafür zuständig. Mit der neuen Ausschreibung verlor der Caterer das Riesenprojekt, das 85 Prozent seines damaligen Umsatzes ausmachte. Dann hieß es: aufgeben oder neu orientieren? Donhauser entschied sich für Letzteres und steht heute breiter und erfolgreicher da als je zuvor.

Der Catering-Coup

2018 ist durch die Übernahme des ÖBB-Caterings sicher ein erfolgreiches Jahr für Sie, oder?
Josef Donhauser: Ja, genau. Die Übernahme ist ein zentraler Punkt im Jahr 2018. Generell ist eine Übernahme in der Größenordnung eine komplexe Aufgabe. Es geht um 700 Mitarbeiter, auf das Land verteilte Logistikstützpunkte, Ablaufprozesse, die überprüft und neu organisiert werden müssen. Am Ende des Tages haben wir es gut gelöst. Wir und unsere Auftraggeber sind zufrieden.

Wie handhaben Sie die Übernahme der 700 Mitarbeiter?
Donhauser: Wir haben nun insgesamt – im Vollzeitäquivalent – 1300 Mitarbeiter. Die zentralen Themen im Catering, aber auch generell in der Gastronomie sind immer die Ausbildung und Schulung der Mitarbeiter und die damit verbundene Qualität. Wir haben dafür eine Academy D3 in Wien eingerichtet, die sukzessive erweitert wird. Wir planen pro Jahr 70.000 Schulungsstunden. Wir haben beispielsweise die Bordrestaurants in Mock-ups nachgebaut, wo wir die Mitarbeiter trainieren.

Übernehmen Sie alles so, wie es Ihr Vorgänger gemacht hat?
Donhauser: Nein, wir bringen viele Systeme neu mit. Zum Beispiel eine neue Speisekarte, was neue Anrichteweisen, Logistik und Beladelisten mit sich bringt. Zusätzlich auch neue Verkaufstrolleys und Kaffeemaschinen, ein neues Kassen- und Abrechnungssystem, das die Mitarbeiter neu lernen müssen. Außerdem haben wir ein Bestellsystem entwickelt, mit dem man über eine App aus der ersten Klasse vom Sitzplatz aus bestellen kann.

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24.09.2018