Ausgabe 233

No Show als No-Go – Wie Gastronomen sich wehren

Was machen Spitzenköche, wenn ihr Lokal zwar bestens reserviert ist, abends aber die Tische leer bleiben? No-Shows können für Gastronomen tödlich sein.

Text: Laura Jung     Fotos: Claudio Martinuzzi, Shutterstock

Der feine Unterschied in der Gastronomie

In der Gastronomie kommt es immer häufiger vor, dass Menschen, die sich vorher angekündigt haben, dann doch nicht auftauchen. Das passiert auch im Theater oder im Fußballstadion und kann ganz verschiedene Gründe haben. Der feine Unterschied zur Gastronomie besteht darin, dass die Theaterkarten im Vorhinein bezahlt waren, genauso wie die für das Fußballspiel. 

Die meisten Restaurants im deutschsprachigen Raum verlangen jedoch in der Regel keine Reservierungsgebühr, wenn Gäste einen Tisch bestellen und dann wider Erwarten nicht kommen. Das Problem: Viele Ausgaben sind bereits getätigt, bis der Gast über die Schwelle tritt. 

Wenn der Gast nicht kommt, ohne abzusagen, können Gastronomen schnell finanzielle Probleme bekommen.

Das Restaurant erwartet jemanden

Der Tisch ist gedeckt, die Blumen sind gekauft, die Zutaten sind bezahlt und das Team ist vorbereitet. Das Restaurant erwartet jemanden, weil er sich angekündigt hat. Die Mitarbeiter vertrauen dieser Ankündigung. Sie haben vielleicht anderen Menschen abgesagt, die auch gerne zum Essen gekommen wären, weil die Plätze des Restaurants ausgebucht waren. Und dann taucht der Gast einfach nicht auf. Da sind der Frust, die Enttäuschung und der Ärger natürlich groß. 

In Sternerestaurants, in denen häufig weniger als 20 Gäste Platz haben, kann das sogar weitaus größere Folgen haben und schnell zu finanziellen Problemen führen. 

Niemand regt sich auf, wenn jemand absagt. Wir regen uns nicht einmal auf, wenn jemand kurzfristig absagt. Wir regen uns nur auf, wenn jemand einfach nicht kommt.

Roland Trettl, Restaurantberater und langjähriger Küchenchef im Hangar-7 kennt das Problem nur allzu gut.




HIER registrieren

15.02.2019