Ausgabe 234

Yotam Ottolenghi: Der kreative Tausendsassa aus London

Der israelisch-britische Avantgardist hat die internationale Küche mit seinen orientalischen Aromen revolutioniert: Yotam Ottolenghi ist ein Kosmopolit.

Text: Laura Jung     Fotos: David Loftus, Issy Croker

Yotam Ottolenghis Lebenslauf ist so interessant und vielfältig, wie seine Küche voller Aromen und Geschmacksbomben nur so strotzt: Kräuter, Gewürze und Zutaten aus allen Ecken der Welt. „Der Nahe Osten ist der Ort, von dem ich meine Inspirationen beziehe, aber ich lasse ganz verschiedene internationale Stile einfließen“, verrät das Küchengenie aus London. 

Seine eigene Küche ist nicht High-Tech. Aber seine Gewürzschublade mit über 60 Gewürzgläsern ist Yotam Ottolenghi ganzer Stolz.

Kein Wunder: Ottolenghi selbst wurde 1968 in Jerusalem geboren. Seine Mutter war deutsche Einwanderin und sein Vater stammt ursprünglich aus Italien. Eine explosive kulinarische Mischung, die ihn schon früh beeinflusste. 

Kulinarische DNA entschlüsselt

Spannend: Sein wichtigster Geschäftspartner und Co-Autor Sami Tamimi, den er 1999 in der Londoner Bäckerei Baker & Spice kennenlernte, wuchs ebenfalls in Jerusalem auf, ist jedoch Palästinenser. Mit ihm eröffnete Ottolenghi 2002 sein erstes Londoner Spezialitätengeschäft. Zusammen schrieben sie 2013 das Kochbuch „Jerusalem“, mit dem die beiden Köche ihre eigene kulinarische DNA entschlüsselten – aufgewachsen in der gleichen Stadt, aber doch in unterschiedlichen Kulturen. Ottolenghi lebte im jüdischen Teil Jerusalems, Tamimi im arabischen Teil. Für das Buchprojekt begaben sie sich auf die Suche nach den vielen Gemeinsamkeiten der Küche Jerusalems trotz der politisch so offensichtlichen Grabenkämpfe.



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18.03.2019