Ausgabe 030, Arbeitgeber im Porträt

Princess Cruises – escape completely

Die in Kalifornien ansässige Carnival-Tochter ist eine der größten und renommiertesten Kreuzfahrtlinien der Welt.


Ein Kreuzfahrtschiff im SonnenuntergangAngefangen hat alles im Jahre 1965, als eine kleine und unbekannte Kreuzfahrtlinie mit Sitz in Los Angeles mit nur einem Schiff die Gewässer rund um Mexiko befuhr. Im Jahre 1974 wurde diese Gesellschaft von der traditionsreichen britischen Reederei P&O (Peninsular & Oriental) übernommen, behielt aber ihre Eigenständigkeit in puncto Namen und Unternehmenspolitik. Der große Aufstieg erfolgte im Jahre 1977, als die „Pacific Princess“ die Hauptrolle in einer amerikanischen TV-Serie erhielt, die unter dem Namen „Love Boat“ Fernsehgeschichte schreiben und die Vorstellung des Normalverbrauchers vom Wesen der Kreuzfahrt bis heute nachhaltig prägen sollte. Und nicht nur das: Die leicht verdaulichen Geschichten um Liebe, Hass, Freud und Leid unter Passagieren und Crewmitgliedern trugen in einem ungeahnten Ausmaß zum Aufstieg der Kreuzfahrt als Alternative zum Urlaub an Land bei.
Nachdem der Name Princess Cruises und das Logo mit der „Seawitch“ durch diese glückliche Fügung des Schicksals fast über Nacht für so ziemlich jeden Fernseh-Junkie zum Begriff geworden war, konnte nichts und niemand mehr die Erfolgsstory des Unternehmens aufzuhalten – die Flotte wuchs stetig und damit auch die Umsätze. Im Jahre 1993 konnte die Muttergesellschaft P&O einem Übernahmeangebot durch die in Florida ansässige Carnival Corporation – damals schon die mit Abstand größte Kreuzfahrtlinie der Welt – nicht widerstehen. Damit gingen automatisch auch die Princess Cruises in das Eigentum von Carnival über, wurden von P&O losgelöst und wie diese eine eigenständige Tochter der Carnival Corporation.
Heute befördert die auf 14 Schiffe angewachsene Flotte von Princess Cruises jährlich mehr als eine Million Passagiere auf allen Weltmeeren. Die im Berlitz-Führer zumeist mit 4 Sternen bewerteten Cruise Liner Caribbean Princess, Coral Princess, Dawn Princess, Diamond Princess, Golden Princess, Grand Princess, Island Princess, Pacific Princess, Regal Princess, Sapphire Princess, Sea Princess, Star Princess, Sun Princess und Tahitian Princess bieten den Gästen an Bord höchsten Komfort und exzellentes Service. Bis zum Jahr 2007 sollen zwei weitere Kreuzfahrtschiffe hinzukommen.


Die individuelle Kreuzfahrt

Das Restaurant der Princess Cruises Auf allen Princess Cruise Linern ist man permanent bestrebt, den Passagieren ein perfektes Kreuzfahrterlebnis zu bieten. So arbeitet man auch unermüdlich an möglichen Verbesserungen der Konzepte, der Annehmlichkeiten und des Service. Ein besonders großer Wurf gelang der Linie mit der Einführung des „Personal Choice Cruising®“ Mitte der Neunzigerjahre. Dieses zuerst auf den Schiffen der Sun-Klasse eingeführte Konzept rückt vom üblichen und relativ rigiden Programmschema an Bord von Cruise Linern ab und gestattet den Passagieren eine sehr freie Gestaltung ihrer Kreuzfahrt, die damit optimal auf die persönlichen und individuellen Vorlieben und Bedürfnisse der Gäste zugeschnitten werden kann.
Heute findet das Prinzip des Personal Choice Cruising auf allen Schiffen von Princess Cruises Anwendung. Damit besteht nicht nur eine enorme Vielfalt an sehr unterschiedlichen Restaurants, Bars und Unterhaltungsmöglichkeiten an Bord, sondern auch die Gelegenheit, eine Kreuzfahrt zur Fortbildung zu nutzen. Unter dem Schlagwort ScholarShip@Sea werden Kurse für eine Vielzahl von Betätigungsfeldern angeboten, darunter Computertraining, Finanzwesen, Fotografie, Keramik oder Kochkunst. Das mittlerweile millionenfach bewährte Personal Choice Cruising-Konzept ist so erfolgreich, dass es sogar bei der Konstruktion neuer Schiffe der Princess-Flotte berücksichtigt wird.
Trotz des riesigen Angebotes an unterschiedlichsten Annehmlichkeiten ist man bei Princess Cruises stets bemüht, die Kreuzfahrten zu einem vernünftigen Preis anbieten zu können. „Höchster Luxus zu erschwinglichen Preisen“ lautet die Devise, die sicherlich auch maßgeblich zur Beliebtheit der Kreuzfahrtlinie beigetragen hat. Dies zeigt sich unter anderem daran, dass man bei Princess Cruises seit Mitte der Achtzigerjahre bestrebt ist, so viele Kabinen wie möglich mit Balkon anzubieten – ein Luxusgut, das bis dahin nur in den obersten Preisklassen üblich war. So bieten die Schiffe der Princess-Flotte einen der höchsten Anteile an Balkonen unter allen Kreuzfahrtlinien an – und das quer durch alle Kabinenkategorien. Der Slogan „big ship choice with small ship feel“ enthüllt ein weiteres Erfolgsgeheimnis von Princess Cruises: Man hat das riesige Angebot eines großen Cruise Liners und dennoch den persönlichen und individuellen Charakters eines kleines Schiffes.

Zahlreiche Auszeichnungen

Ein weiterer Vorzug von Princess Cruises ist die besonders breite Palette an Destinationen – das Unternehmen bietet mehr Reiseziele als jede andere der großen Kreuzfahrtlinien an. Über 150 Destinationen können angelaufen werden, und die Dauer der unterschiedlichen Kreuzfahrten reicht von sieben bis 72 Tagen. Dabei werden an die 260 Häfen rund um den Globus angelaufen. Damit man vor Ort nicht nur den Hafen, sondern auch das Hinterland kennen lernt, stehen nicht weniger als 1.500 Landausflüge mit unterschiedlichen Schwerpunkten zu Auswahl.
Angelaufen werden Destinationen auf allen Kontinenten. Die wichtigsten Reiseziele sind die Karibik, die mexikanische Riviera, Südamerika, eine Fahrt durch den Panamakanal, Kanada, Alaska, Hawaii, die Inselwelt der Südsee, Australien und Neuseeland, Ost- und Südostasien, Indien, die Antarktis, Afrika, das Mittelmeer, die Britischen Inseln und Skandinavien. Vor allem bei Kreuzfahrten nach Alaska konnten sich Princess Cruises als Marktführer etablieren. Vom Stützpunkt in Seattle aus werden unvergessliche Kreuzfahrten in die majestätischen Naturparadiese im Land der Mitternachtssonne unternommen. Dort kreuzen nicht nur sechs Kreuzfahrtschiffe, sondern Princess ist auch Eigentümer des Luxuszuges Midnight Sun Express sowie von fünf Resorts in der wildromantischen Landschaft Alaskas.
All diese Vorzüge haben Princess Cruises nicht nur einen hervorragenden Ruf und eine enorme Beliebtheit eingetragen, sondern auch eine fast nicht enden wollende Reihe an Auszeichnungen. Unter anderem wurde die Kreuzfahrtlinie von den Lesern des Magazins „Recommend“ zur Best Cruise Line (2000) und Clients’ Favorite Cruise Line (2000), von den Lesern des Magazins „Porthole“ zur Best Moderately Priced Line (2000, 1999) und in einer Umfrage von „Compuserve“ zur Best Premium Cruise Line (1999) gekürt. Weiters erhielt man vom britischen Magazin „Travel Weekly“ den Golden Globe Award als Best Cruise Line (2000), Best UK Cruise Line (1999) und Best Cruise Company/Fly-Cruise (1998), bei der „Carlson Wagonlit Owners’ Conference“ den Titel Cruise Line of the Year (1998 und 1997) und von der „Association of Retail Travel Agents“ (ARTA) den Titel Cruise Line of the Year (1997). Weiters kommen zahlreiche Auszeichnungen für jedes einzelne der Kreuzfahrtschiffe hinzu.


Jobs bei Princess Cruises

Eine Gruppe von Menschen genießt ein Abendessen in Gesellschaft während der Kellner nachschenkt Die Princess Cruises können aber nicht nur den Passagieren sehr viel bieten – auch für die Crew ist die Kreuzfahrtlinie ein attraktiver Ansprechpartner. Ganz nach dem Motto „Nummer eins nicht nur für Gäste, sondern auch für Mitarbeiter zu sein“ wartet auf Interessenten ein breites Spektrum an Möglichkeiten in unterschiedlichsten Berufen und verschiedensten hierarchischen Ebenen. Das durchschnittliche Einkommen kann sich durchaus mit jenem anderer Kreuzfahrtlinien messen, und auf die Mitarbeiter wartet eine ganze Reihe von Zusatzleistungen und Vergünstigungen. So steht den Beschäftigten ein Paket aus Krankenversicherung ebenso zu wie eine Lebensversicherung und die Vorsorge für Berufsunfähigkeit. Ein Ausbildungsprogramm für Lehrlinge, die Rückvergütung von Fortbildungsmaßnahmen und die teilweise oder volle Abgeltung von Reisespesen gehören ebenfalls zum Angebot. Ferner können die Mitarbeiter – je nach Position – mit Kursen an der unternehmenseigenen Princess University, unterschiedlichen Incentive-Programmen sowie deutlichen Vergünstigungen auf Kreuzfahrten für sich und ihre Familien rechnen.
Die Unternehmenszentrale der Princess Cruises befindet sich im kalifornischen Santa Clarita, nördlich von Los Angeles. Zweigstellen gibt es in Seattle im Bundesstaat Washington und in Ft. Lauderdale in Florida, kleinere Außenstellen in Alaska und Südwestkanada. Die Zentrale in Santa Clarita ist allerdings nur für die Akquisition von Mitarbeiten in den Bereichen Front Desk, Boutiquen und Entertainment zuständig. Die Abteilungen Management, Buchhaltung und Verwaltung werden über die Zweigstelle in Seattle abgewickelt, und in Ft. Lauderdale kümmert man sich um die Bereiche Management. Verwaltung und Lagerhaltung.
Für alle anderen Abteilungen – also auch Küche, Restaurants, Bars, Hotel, Housekeeping, Deck, Technik und Medizin – werden die künftigen Mitarbeiter in mehreren Außenstellen rund um den Globus akquiriert. Interessenten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz sollten sich daher an Princess Cruises Switzerland wenden, wo Recruitment & Administration Manager Roberto Sorbi mit seinen Getreuen vom kleinen Städtchen Chiasso im Tessin aus die Personalsuche abwickelt. Allgemeine Informationen über die Kreuzfahrtbranche und die Arbeit auf einem Kreuzfahrtschiff erhalten Sie übrigens in unserem 180 Seiten starken „Rolling Pin Cruise Book“. Über Princess Cruises sprach Rolling Pin mit Roberto Sorbi:

RP: Herr Sorbi, wie viele Bewerbungen bekommen Sie pro Jahr?
RS: Wie viele Bewerbungen es weltweit sind, kann ich nicht sagen – unser Büro in Chiasso ist ja nur für Europa zuständig. Und um ehrlich zu sein: Ich habe auch die Bewerbungen, die bei uns eingehen, noch nie gezählt – aber es müssen tausende sein. Und von diesen müssen wir natürlich jede einzelne unter die Lupe nehmen.

RP: Woher stammen die Interessenten?
RS: In Osteuropa läuft die Akquisition über Agenturen, so dass wir hier in Chiasso vorwiegend Bewerber aus Westeuropa haben. Hier wiederum stammt die Mehrzahl der Interessenten aus den deutschsprachigen Ländern, also aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Aus diesen Ländern ist allerdings der Anteil an Bewerbern für den Verwaltungs- und Managementbereich überproportional hoch.

RP: Wie viel Prozent davon bekommen einen Job an Bord eines Schiffes?
RS: Leider bekommt nur ein recht geringer Teil davon wirklich einen Job. Es bewerben sich sehr viele Interessen für Positionen, für die sie nicht qualifiziert sind. Es hat keinen Sinn, wenn sich eine Sekretärin für den Job eines Barkeepers bewirbt, da sie keine Erfahrung im Barbetrieb hat. Es hat auch keinen Sinn, wenn sich ein Rezeptionist für die Stelle eine Ersten Zahlmeisters, der um mehrere Ränge höher ist bewirbt.


RP: Wie geht man konkret vor, wenn man sich bewerben möchte?
RS: Man sendet seine schriftliche Bewerbung an uns. Wir sehen uns diese an. Und wenn wir meinen, dass der Interessent das Anforderungsprofil einer freien Stelle erfüllt, dann bekommt er von uns einen Brief mit der Einladung, uns zu kontaktieren, um einen Termin für ein Vorstellungsgespräch in Chiasso auszumachen.

RP: Was sind die schlimmsten und häufigsten Fehler bei der Bewerbung?
RS: Der schlimmste Fehler ist sicherlich der, dass der Lebenslauf nicht aussagekräftig genug ist und wir uns kein Bild von der Qualifikation des Interessenten machen können. So vergessen manche Bewerber, die Positionen anzugeben, in denen sie tätig waren. Andere wiederum geben nur die Jahre, nicht aber die Monate an, in denen sie bei einem bestimmten Unternehmen tätig waren. Schreibt man etwa 2002-2003, so können das zwei Jahre sein, wenn Jänner 2002 bis Dezember 2003 gemeint ist, aber auch nur zwei Monate, wenn Dezember 2002 bis Jänner 2003 gemeint sind.

RP: Wenn man die Einladung zum Vorstellungsgespräch bekommen hat – wie lange dauert es, bis man den Job an Bord antreten kann?
RS: Das hängt davon ab, wie rasch der Bewerber auf unsere Einladung antwortet. Manche melden sich erst ein oder zwei Monate später – dann ist der Job zumeist vergeben. Wenn der Bewerber rasch antwortet, hängt es wieder vom vereinbarten Termin für das Vorstellungsgespräch ab. Vom Interview bis zum Dienstantritt dauert es dann normalerweise etwa einen Monat. Das Problem für Europäer ist das Visum für die USA, auf das man durchschnittlich vier bis fünf Wochen warten muss. Hat man von vorher noch ein gültiges Visum, dann kann es auch deutlich rascher gehen.

kontakt:
Princess Cruises Switzerland
Mr. Roberto Sorbi
Recruitment and Administration Manager
P.O. Box 300
CH-6830 Chiasso, Switzerland
Tel. +41 (0)91-695 5160
Fax: +41 (0)91 682 7577
E-Mail: PrincessCruises.Switzerland(at)princesschiasso.com
Bewerbungen: recruit(at)princesscruises.ch
Internet: www.princesscruises.com



schiffe:
Grand Class:
109.000 -116.000 BRT
2.600 - 3.100 Passagiere
Caribbean Princess (2004)
Diamond Princess (2004)
Golden Princess (2001)
Grand Princess (1998)
Sapphire Princess (2004)
Star Princess (2002)
Sun Class:
77.000 - 88.000 BRT
1.950 - 1.970 Passagiere
Coral Princess (2003)
Dawn Princess (1997)
Island Princess (2003)
Sea Princess (1998)
Sun Princess (1995)
Explorer Class:
30.000 – 70.000 BRT
670 - 1.590 Passagiere
Regal Princess (1991)
Pacific Princess (1999)
Tahitian Princess (1999)

17.10.2005