Ausgabe 050, Events & Awards

Der junge wilde 2007

„junge wilde 2007“, made by ROLLING PIN. Das größte Starkochaufgebot, das es je gab, kürte Gerald Angelmahr zum Sieger. Die packende Hintergrundstory.


die Teilnehmer der jungen Wilden mit ihren Auszeichnungen

So viele Stars und Sterne auf einem Fleck hat es im deutschen Sprachraum noch nie gegeben. Die deutschen Megastars Ralf Zacherl, Tim Mälzer und Karlheinz Hauser kamen nach Wien, Vierhaubenkoch Helmut Österreicher, Zweisternekoch Walter Eselböck, die Dreihaubenmänner Joachim Gradwohl, Didi Dorner, Gerhard Fuchs und Heinz Reitbauer waren da, die Asiastars Sohyi Kim und Wini Brugger sowie noch eine ganze Menge Top-Stars mehr. Und sie rockten, sangen und feierten gemeinsam mit den jungen Kochstars. So sah man die Stars noch nie! Keine Denkmalpflege à la Bocuse d’Or – vier Tage lang wurde mutig gekocht und auch gefeiert. Ein Kochwettbewerb? Ein Kochhappening ging auf dem ROLLING-PIN-Stand auf der Wiener Messe „Alles für den Gast“ über die Bühne. Und nach dem Bewerb war noch lange nicht Schluss – rund um die Uhr gab es Fun, coole Musik und fetzige Typen. „Ein Wahnsinn, endlich eine professionelle Plattform für junge Köche“, sagte Sacher-Chefkoch Hanspeter Fink stellvertretend für alle Juroren. Ralf Zacherl, Dauergast bei den „jungen wilden“: „Total wichtig so eine Möglichkeit, sich zu präsentieren. Diese jungen Köche sind unsere Zukunft.“ Auch die Fernsehteams von Kabel 1 (Sendetermin voraussichtlich
-7. Mai) und Spiegel TV (am 8. Mai auf ATV) sagten unisono: „Das war der lustigste Job bisher.“
Helmut Österreicher, früher einmal genauso wie die anderen Wegbegleiter der „neuen Küche“, als Querdenker belächelt und danach gefeiert, bedauert, „dass wir nicht solche Möglichkeiten hatten. Wir hätten es um vieles leichter gehabt.“ Und auch Tim Mälzer musste als Junger mit Vorurteilen kämpfen. Als „der Bulle“ bereits erfolgreich seine Fernsehkochsendung produzierte, sagte ihm sein ehemaliger Ausbildner kühl ins Gesicht: „Tim, du bist eine Schande für den Stand der Köche!“ „Was soll’s? Junge Wilde müssen anecken“, ist seine Botschaft. „Gebt Gas, zeigt Mut und glaubt an euren Weg!


die ersten drei Platzierungen der jungen Wilden auf dem Siegerpodest Rock me, Amadeus Finale des coolsten Kochwettbewerbs des Jahres in Wien. Mit noch größerer Konkurrenz und noch mehr Nervenkitzel als jemals zuvor. Auf der Bühne standen neun junge Stars, die sich gegen 1400 (!) Konkurrenten durchgesetzt hatten. Jetzt fing der Thriller aber erst an. Vor den prüfenden Blicken der Kameraaugen, der Trauben von Livepublikum und der Kochsuperstars mussten sie bestehen. Die Jury nahm die Sache ernst, der Spaß ging aber nie verloren. Von Moderator Michael Weinmann kam der aufpeitschende Kommentar und er verführte die Stars zu Dingen, die sie sich wohl selbst nicht erträumt hätten. Oder haben Sie den sonst eher ruhigen Helmut Österreicher schon einmal mit schwarzer, verspiegelter Sonnenbrille gesehen, wenn er mit den anderen Sterneköchen den Rhythmus mit dem Besteck schlägt? Schenkelklopfer Tim Mälzer sprang für Barbara Eselböck ein und trällerte ein Hamburger Lied, gemeinsam sang die coole Truppe „We will rock you“, Weinmann selbst rapte zu Falcos „Rock me, Amadeus“, während die „jungen wilden“ gleichzeitig am Herd rockten.

ein Blick hinter die Kulissen, Fotografen, Tontechniker und Kameraleute sind zu sehenDer Sieger Am 18. April um exakt 16.15 Uhr war es so weit. Feuerwerk, Sprühregen, Konfettis und der Sieger schrie seine Anspannung nach stundenlangem Dauerstress untermalen von „We are the Cham-pions“ hinaus. Er riss die Arme in die Höhe und seine Konkurrenten hievten ihn wie den Goldtorschützen in einem WM-Fußballfinale auf ihre Schultern. Gerald Angelmahr (25) vom Wiener Imperial rührte, brutzelte und schmorte sich an die Spitze. Monatelang hat sich der neue Champion neben seinem „normalen“ Job als Chef-Saucier im Imperial für den Bewerb fit gemacht, in der letzten Woche vor dem Startschuss trainierte er im Urlaub rund um die Uhr für die „jungen wilden“. Nervenkitzel ist Gerald Angelmahr allerdings gewohnt. Im Job ist er so natürlich wie flüssiger Stickstoff in der Molekularküche, den Extrakick holt sich Angelmahr neuerdings in seiner privaten Pokerrunde. „Anscheinend brauche ich den Thrill.“ Im Imperial begann seine Karriere. Zuerst unter Stefan Hierzer, dann unter seinem jetzigen Chef Siegfried Kröpfl. Bei der Eröffnung im Wiener Le Méridien sammelte er weitere Erfahrung, dann beim Dreihaubenkoch Joachim Gradwohl. „Eine prägende Zeit. Gradwohl war Witzigmann- und Schuhbeck-Schüler, dementsprechend faszinierend sein Umgang mit den Produkten.“ Nach einer Saison am Wörthersee in Kärnten kam Gerald Angelmahr schließlich wieder retour ins Imperial.


ein junger wilder wird bei der arbeit gefilmt Praktikum bei El Bulli Nur am ersten Tag überschritt er bei der Vorspeise die Zeit, im Zieleinlauf war er aber souverän vorn. Klarer Sieg vor Stefan Gmeiner (24, Chef-Tournant im Restaurant Alter Wartesaal in Köln) und Christian Schagerl (21, Commis de Cuisine im Restaurant Hanner in Mayerling). Als Espumaschäumchen auf dem i bekommt Angelmahr einen Preis, nach dem tausende seiner Kollegen lechzen: einen Praktikumsplatz bei Ferran Adrià im El Bulli, das erst vor kurzem wieder zum besten Restaurant der Welt gekürt wurde. Außerdem durfte er als Covermodel für ROLLING PIN posieren und wird für ein Jahr in den Klub der „jungen wilden“ aufgenommen, die u. a. am 26. Mai beim Life Ball die 400 VIPs wie Sharon Stone & Co mit ihren außergwöhnlichen Kreationen kulinarisch verwöhnen werden.
Für Stefan Gmeiner war nach der Vorspeise bereits klar, dass er nicht gewinnen würde. „Trotzdem eine tolle Erfahrung!“ Eigentlich wollte er Konditor oder Bäcker werden, aber mit dem frühen Aufstehen konnte er sich doch nicht so richtig anfreunden. Privat ist für den Vorarlberger auch eine urige Küche in Ordnung. Für Käsespätzle würde er schon eine Wallfahrt machen. Christian Schagerl stolperte auch über die Vorspeise. „Leider komplett verhaut – die Papayamousse war versalzen, das Eis nicht gefroren.“ Sein Lehrherr Heinz Hanner nahm es locker: „Er hat sich sensationell geschlagenz. Er ist ja noch jung.“

Im Alleingang Man stelle sich das einmal vor: Nur fünf Stunden Zeit und am Ende mussten jeweils 20 dreigängige Menüs angerichtet sein. Im Alleingang ein knochenharter Job. Vorproduzierte Produkte durften nicht mitgebracht werden. Und damit die „jungen wilden“ nicht nur demonstrieren konnten, wie schnell sie zwischen den Kochtöpfen hin- und herflitzen, wurde auch ihrer Kreativität durch zusätzliche Auflagen einiges abverlangt. Die glorreichen Neun mussten, um ihre Kreativität messbar und vergleichbar zu machen, mit einem vorgegebenen Warenkorb auskommen. Für die Vorspeise mussten Zander, Vanille-Bourbon-Schoten und Landfrischkäse Concerto Natur 70 %, für die Hauptspeise Kalbsfledermaus, Finolio-Fleisch vitale Vollendung, Ottakringer Bier verarbeitet und mindestens einmal musste die Espuma-Technik angewendet werden. Beim Dessert musste noch einmal ein Espuma auf den Teller, außerdem Balsamico-Glacé-Hibiskus-Chili und Bali-Langkornreis parboiled. Der Rest war ganz der Kreativität überlassen.
diverse Besucher der Veranstaltung darunter Fernsehkoeche werden abgelichtet

Jobangebote Das Echo aller neun Finalisten war enorm. „Das erste Mal haben wir uns wie Superstars gefühlt! Wo sonst kann man sich vor solchen Stars präsentieren und kann mit Ihnen ungezwungen „face to face“ fachsimpeln? Wo sonst geht dermaßen die Post ab wie beim Ottakringer Clubbing in der Ottakringer Brauerei in Wien? Alle Finalisten und 250 VIPs gaben bis spät in der Nacht Gas. Und die jungen wilden Michael Nährer, Bernie Rieder zogen mit Ralf Zacherl eine mitreisende Kochshow ab.
Die Erfahrung der letzten Bewerbe zeigt: Die Finalisten bekommen tolle Jobangebote. Oft schnappen sich Heinz Hanner & Co gleich selbst die Kandidaten. Das Treffen Jung mit „Alt“ war für beide Seiten eine Bereicherung. „Wie hat der das gemacht?“, rätselten die Arrivierten bei manchen Gerichten und nahmen die eine oder andere Idee der top ausgebildeten Jungköche mit.
Der Teamgeist unter den Finalisten war sensationell. Konkurrenzneid gab es nicht, oft half man sich gegenseitig, wenn Not am Mann oder der Frau war.
Teilnehmer, besucher, moderatoren, fernsehteams, zahlreiche menschen wollten die veranstaltung nicht verpassen

ein Brustbild eines Mannes im Anzug mit einer Sonnenbrille auf Jung und wild? Fragt sich jetzt nur: Was ist jung und wild? „Wild heißt oft Reduktion auf das Wesentliche. Ich finde es nicht gut, wenn man probiert, alles, was man gelernt hat, auf den Teller zu bringen“, meint Zwei-sternekoch Walter Eselböck. Karlheinz Hauser: „Zehn Zutaten einfach zusammenzumischen, ist es auf jeden Fall nicht.“ Wenn man jung ist, könne man nicht viel verlieren, ist Heinz Hanner überzeugt: „Die Jungen müssen andere Wege gehen, dann werden auch wir ,Alten‘ bereichert.“ Wild heißt auf jeden Fall nicht, ein Essen in der Spritze oder im Reagenzglas zu servieren, das ist fast schon wieder bieder und spießig“, stellt Tim Mälzer klar, „man sollte hin und wieder den Mut haben, einen Schritt zu weit zu gehen.“

Ingwersirup und Lotuswurzeln Kleine Pannen blieben auch in der „Greatest Show on Earth“ nicht aus. Die exotischsten Zutaten wie Pitahaja, Lotuswurzeln, Ingwersirup und Bitterorangen (zu dieser Jahreszeit!) mussten auf dem Wiener Naschmarkt in aller Herrgottsfrühe aufgetrieben werden, Sacher-Chefkoch Hanspeter Fink half mit Muscheln aus. All das schaukelte das ROLLING PIN-Organisationsteam rund um Monika Knittelfelder und Gerhard Eichhorn mit Bravour. Nur, dass Partykönig Roland Dussler mit nur einer Hose auskommen musste, weil er seinen Koffer mit dem eines Freundes vertauscht hatte, konnten selbst die ROLLING PIN-Ladys nicht ändern. Was am Ende Tages blieb? „Kompliment an die Köche, vor Livepublikum in der kurzen Zeit so viele Gerichte auf die Teller zu bringen – da würden auch wir ins schwitzen kommen“, lobte Heinz Reitbauer. Mehr Mut zum Fehler statt Zurückhaltung hätte sich Tim Mälzer gewünscht. „Da hätten die Jungen ruhig noch mehr Eier zeigen können.“

Sprungbrett „junge wilde“ gibt es auch 2008 wieder. Als Sprungbrett für die Zukunft von innovationsfreudigen jungen Köchen will ROLLING PIN wieder Pate stehen. Dank der vielen Partner und Sponsoren laufen schon jetzt die neuen Vorbereitungen. Veranstalter und ROLLING-PIN-Herausgeber Jürgen Pichler: „Wir wollen die Avantgarde von morgen entdecken. Die Neuerung 2008 stehen auch schon fest. Um noch mehr Talenten die Chance zu bieten sich präsentieren zu können, werden in neun Restaurants in Deutschland, Österreich und der Schweiz jeweils drei Köche/innen gegeneinandern antreten können. Die neun Sieger qualifizieren sich für das große Finale. ROLLING PIN-Boss und Initiator der „jungen wilden“ Jürgen -Pichler verspricht: „Nächstes Jahr kommen wir wieder – noch größer, noch dynamischer!“

Besucherfotos von der Veranstaltung, leute prosten an, posieren fuer die kamera, laecheln



>> spezial thanks
an die Partner, Juroren und fleißigen Bienen, die den Award „junge wilde 2007“ erst möglich gemacht haben,

tim maelzer im profil trinkt einen schluck aus seinem bierglas >> die kochjury
Tim Mälzer (Hamburg), Ralf Zacherl (Berlin), Siegfried Kröpfl (Imperial), Andreas Döllerer (Döllerer’s), Christoph Brunnhuber (Fabios), Christian Petz (Coburg), Thomas Walkensteiner (Schloss Fuschl), Christian Übeleis (Forstwirt), Richard Brunnauer (Riedenburg), Wini Brugger (Indochine 21), Thomas Göls (Meinl am Graben), Gerhard Fuchs (Kreuzwirt), Jacqueline Pfeifer (Le Ciel), Karlheinz Hauser (Süllberg, Hamburg), Thomas Dorfer (Landhaus Bacher), Max Aichinger (Magazin), Christian Domschitz (Schwarzes Kameel), Helmut Österreicher (MAK), Heinz Reitbauer jun. (Steirereck) Christof Widakovich (Eckstein), Michael Nährer (Landhaus Bacher), Walter Eselböck (Taubenkobel, Schützen), Alain Weissgerber (Blaue Gans), Hanspeter Fink (Sacher), Sohyi Kim (Kim kocht), Bernie Rieder (Das Turm) und den „Finalisten-Papa“ und Küchenjuror Gerhard Eichhorn (Convotherm).

>> die jury der sponsoren/partner
Christiane Wenckheim (Ottakringer), Thomas Lehmann (Menu System), Günther Hoffmann (Kahla-Porzellan), Christian Schahud (AGM), Gerhard Weidinger (Metro), Claudia Maschke (Ottakringer), Alois Gasser (Wiberg-Gewürze), Melanie Stocker (Teufner-Fleisch), Roland Otto (iSi), Andrea Hagspiel (Convotherm) Thomas Panholzer (AGM), Markus Pfarrhofer (Wiberg), Josef Teufner (Teufner-Fleisch), Hannelore Rist (Gastronomiebedarf Rist), Günther Rettig (AGM), Monika Skokan (iSi), Brigitte Teufner (Teufner-Fleisch)

>> das wunderbare und stets gutgelaunte ROLLING-PIN-Organisationsteam: Monika Knittelfelder, Doris Lang, Jasmin Hadji, Michaela Mayerhofer, Katharina Jessich, Yvonne Gaber sowie den fleißigen Servicebienen der „HLMW9 Michelbeuern“ Alexandra Buzas, Amina Mefleh, Racquel Reidinger, die Promotiongirls Helene, Katharina, Natascha, Astrid, Daniela, Marilies und Monika sowie den schrägsten Moderator unter der westlichen Sonne: Michael Weinmann.

siegermenü
gebratener zander mit anis auf weißer zwiebel-frischkäse-vanille-creme mit mariniertem fenchel und chorizoschaumrollevorspeise: gebratener zander mit anis auf weißer zwiebel-frischkäse-vanille-creme mit mariniertem fenchel und chorizoschaumrolle

hauptgang: glacierte kalbsfledermaus in pommery-senf-sauce, physalis, kartoffel-mohn-chip und kleiner radler

dessert: weiße schokoladen-wasabi-mousse mit rote-rüben-gelee, knusperreis, camparischaum und balsamico-glacé-hibiskus-chili

espuma of the year
Den Award Espuma of the Year 2007 gewann Stefan Gmeiner mit seinem Apfel-Reisflammeri neben Marshmallows auf Chilistangen an Hibiskusespuma.

Nähere Informationen sowie alle Eventfotos finden Sie unter www.jungewilde.eu

02.05.2007