Ausgabe 054, Porträts

Hanners heiliges Haus

Das letzte Abendmahl? Von wegen. Heinz Hanner bäckt seine eigenen Brötchen. Sein Mix aus Klassik und Moderne brachte Österreichs Molekularpapst und Beinahe-Priester den Heiligenschein von zwei Sternen. Und mit seinem Geiste.

Heinz HannerSex? Ausziehen, 150 Liegestütze machen, man ist verschwitzt – eigentlich ziemlich anstrengend. Spaß macht es trotzdem, weil man den Höhepunkt als Belohnung vor Augen hat.“ Für einen, der einmal Priester werden wollte, ein ziemlich mutiger Satz. Zielgerichtet war Heinz Hanner aber schon immer – in jeder Lebenslage. Ob das Ziel nun Sex, Koch des Monats oder Koch des irgendwas heißt, ist dann im Prinzip egal. Zwei Sterne, drei Hauben und noch jede Menge andere Auszeichnungen schmücken derzeit schon seine persönliche Hall of Fame. Dabei hat er aber nicht nur den Gipfelsieg im Visier, der Weg dorthin soll schließlich auch Spaß machen. Selbst wenn sich ein paar Hindernisse in den Weg stellen – die überspringt er einfach lässig. Früher hat er nach der Pfeife der anderen getanzt, heute swingt er in seinem eigenen Rhythmus. Aus dem gutbürgerlichen Wirtshaus seiner Eltern hat er das Hanner mit einer Investition von zwei Millionen Euro in einen designten Edeltempel mit Hotel verwandelt und katapultierte sich mit viel Know-how und Gefühl in Österreichs gastronomische Topliga.

Zentrum der Welt
Heinz Hanner ist dem Himmel sehr nahe. Er betet oft und gerne, er glaubt an Gott und sich selbst – und bevor er einmal auf einer Wolke schweben wird, schuf er sich sein heiliges Haus auf Erden. Der Heinz-Hanner-Platz 1 in Mayerling, wo er groß wurde und nun mit seinem 18-jährigen Sohn Heinz-Viktor bereits die nächste Generation heranwachsen sieht, hat Kraft, denn weg von zu Hause wollte er nie. Im Gegenteil, seine Lebensgefährtin Gitti vermutet, dass er Mayerling für das Zentrum der Welt hält...

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21.08.2007