Ausgabe 066, Porträts

Winning Wini

Ein Österreicher, der asiatisch kocht? Und ob! „Mein bestes Wiener Schnitzel bekam ich in Tokio.“ Also ist Wini Brugger Asiate und sendet von seinem Kernfusionswerk Indochine 21 mit panasiatischer Fusionsküche im Brugger-Style Genusswellen von Wien in die Welt hinaus.

Wini Brugger Packen Sie Ihren Koffer nicht aus!“ Das bedeutete nichts Gutes. James Smith, GM im Hongkong Hilton, stürmte aus dem Büro. „Wo ist der neue Koch? Was, der da? Was sind das überhaupt für Schuhe?“ – „Meine Texasstiefel.“ Ein Schwall an schlimmsten schottischen Verwünschungen traf Wini Brugger, der sich nur für seinen neuen Job vorstellen wollte. Selbst jetzt, als wir im Indochine ganz unasiatischen Kaffee schlürfen, schüttelt es Wini Brugger, als der Tobsüchtige in der Erinnerung vor ihm wiederaufersteht. In der Küche sollte er sofort beweisen, wovon Smith überzeugt war: Wini war der Falsche. Sofort musste Brugger in der Küche an den Pass, plötzlich kam Smith und pfefferte ihm zwei Teller vor die Füße. „Zwei durchgekochte Lamm!“ Totenstille.­ „Das muss Tisch 5 gewesen sein, der das Lamm well done wollte, Sir“, parierte Wini. „You fucking idiot. Come with me!“ Im Büro
knallte Smith zwei Whiskygläser auf den Tisch und knurrte: „I like you. You can stay.“ Der Start einer echten Karriere und Freundschaft, die nach zehn Stunden­ gutem Gespräch und einigen Gläsern Whisky besiegelt war. Manchmal schwenkte die Beziehung auch in Hassliebe um – aber der Boss hatte Vertrauen und beförderte Wini Brugger bald zum Executive Chef des Hotels. Er wurde zum Star in...

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03.06.2008