Milliardär feuert gesamtes Service-Personal

Der tschechische Milliardär Radovan Vitek ist genauso gefürchtet wie erfolgreich.
April 26, 2019 | Fotos: Shutterstock

Wer ist Radovan Vitek?

Der gemeinhin als „Rüpel-Milliardär“ bekannte Tscheche Radovan Vitek wird seinem Namen einmal mehr gerecht. Dem 48-Jährigen, der es seit dem Fall des Eisernen Vorhangs wie nur wenige verstand, von der Privatisierungswelle in seinem Heimatland zu profitieren, gehören unter anderem 85 Prozent an den Bergbahnen im schweizerischen Ski-Gebiet Crans-Montana im Kanton Wallis.
Sein geschätztes Vermögen von knapp drei Milliarden Euro macht aus ihm den drittreichsten Mann Tschechiens. Doch seine unmittelbare Macht übt Vitek offenbar nicht ungerne im idyllischen Crans-Montana aus. Denn in seinem Pisten-Restaurant Merbé, das zu den Bergbahnen gehört, hat Vitek im Januar die siebenköpfige Service-Brigade mit sofortiger Wirkung gefeuert. Das berichtete vor kurzem die schweizerische Tageszeitung Blick. csm_Vitek-Header_3247418252
Radovan Vitek gehören 85 Prozent der Bergbahnen in Crans-Montana im Kanton Wallis. 

Was war der Grund für diese „Strafaktion“?

Grund für diese Strafaktion war folgender: Mit seinem 20-jährigen Sohn besuchte Vitek das Merbé, um unbeschwert zu Mittag zu essen. Mit dabei: der 63-Jährige Bergbahnen-Chef Philippe Magistretti. Der Blick zitiert dabei die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, in der zu lesen war: „Es war ein herrlicher Skitag, das Lokal prall gefüllt. So dauerte es mehr als eine Stunde, bis Vitek überhaupt bedient wurde.“ Und weiters: „Die Kellner hatten ihn nicht erkannt. Am nächs­ten Tag war das Merbé ge­schlos­sen. Das war eine Strafaktion, wie Magistretti ungerührt bestätigt.“
Aber warum kehren ein Milliardär und ein Bergbahnen-Chef in ein Pisten-Restaurant ein? Was wie der Beginn eines Schenkelklopfers beginnt, ist beinhartes Business. Zumindest, wenn man den Worten Magistrettis gegenüber Blick Glauben schenken darf: „Wir erhielten monatelang nur Beschwerden über den schlechten Service im Merbé. Die Weihnachtszeit war ein Desaster.“ Die Absicht dieses Lunch-Besuchs war also, sich ein unmittelbareres Bild dieser Situation zu machen. Einen Tag später war die gesamte Service-Brigade gefeuert.
Man darf gespannt sein, zu welchem Schlag Vitek als nächstes ausholen wird. Denn neben seinen schweizerischen Geschäften befindet sich Vitek momentan wegen Berliner Immobilien im Wert von mehreren Hundert Millionen Euro in einem Rechtsstreit mit dem US-amerikanischen Hedgefonds Kingstown Capital Management L.P.
Außerdem hatte Vitek vor einem Jahr ja zwei Tage lang die Stecker für den gesamten Bergbahnbetrieb in Crans-Montana gezogen. Grund: Die Gemeinde hatte ihren Beitrag an den Betrieb nicht fristgerecht bezahlt. www.crans-montana.ch

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