Clean Meat – Gibt es bald Fleisch aus dem Bioreaktor?

Forscher arbeiten an einem Weg, Fleisch im Reagenzglas zu entwickeln und dadurch ökologische und ethische Probleme rund um die Landwirtschaft zu lösen.
Januar 9, 2018 | Fotos: Shutterstock

Fleisch soll zukünftig aus dem Bioreaktor kommen – diese Entwicklung treibt das israelische Start-Up SuperMeat voran. Unterstützung bekommt das junge Unternehmen von Forschern der niederländischen Universität Wageningen, von Unternehmen im Silicon Valley und vom Geflügelproduzenten Wiesenhof, der an einer drei Millionen Dollar schweren Finanzierungsrunde beteiligt ist. Auch die Tierschutzorganisation Peta spricht sich für die Forschung und damit die Gewinnung von Clean Meat aus und hat bereits ein Preisgeld im siebenstelligem Bereich für marktreife Technik ausgesetzt.

Fleisch aus dem Bioreaktor

Die ökologischen und ethischen Probleme, die sich auf Grund der industrialisierten Landwirtschaft auftun, sollen dank den Forschungen von SuperMeat gelöst werden. Nachteile der Massentierhaltung, wie Qualen für Tiere und Antibiotika-Einsatz, wären Schnee von gestern. Das Clean Meat soll genauso preisgünstig sein, wie das herkömmliche Fleisch von Tieren, welches heute verkauft wird. Mehrere Verkostungen an Testessern zeigen, dass das Geschmackserlebnis des Fleisches aus dem Reagenzglas zufriedenstellend ist. Die Maserung des künstlichen Fleisches ähnelt den vegetarischen Fleischalternativen, da im Bioreaktor zwar Muskelzellen, aber keine Muskelstrukturen wachsen. Für Fleischliebhaber ein schwerer Schlag.

Von der Zelle in den Teller

Das Produktionsverfahren von Fleisch im Petriglas ist bereits seit vielen Jahren aus der Medizin bekannt, wo Hautgewebe für Schwerstverletzte künstlich gezüchtet wird. Ausgangspunkt der Entwicklung des künstlichen Fleisches sollen Stammzellen sein, die so programmiert werden, dass daraus Muskelfleisch wächst. Diese Stammzellen werden Tieren minimalinvasiv entnommen und können folglich im Labor unbegrenzt vervielfältigt werden. Zudem ist eine Nährlösung erforderlich, die aus dem Blut von Kälberföten gewonnen werden soll. Hier liegt auch eines der Probleme: Die Gewinnung eines Liters dieser Nährlösung kostet rund 500 Dollar und das Fleisch, welches darin gewonnen wird, ist selbstverständlich auch nicht mehr vegan. Vernünftige Alternativen dafür sind zur Zeit leider nicht in Sicht. Ein weiterer Kritikpunkt ist der massenhafte Anbau von Energiepflanzen, die Wärme für die Produktion liefern sollen. Auch hier würde man der Umwelt schaden. Forscher sind sich dennoch sicher, dass das künstliche Fleisch bald zu einer Alternative wird.

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