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Fake-Postings auf Tripadvisor: Gefängnis!

Im süditalienischen Lecce wurde ein Mann rechtskräftig zu neun Monaten Haft und 8000 Euro Bußgeld verurteilt, weil er gegen Entgelt Fake-Rezensionen auf dem Online-Portal verfasste.

Fotos: Shutterstock

Halbe Milliarde pro Monat

Das Ranking auf TripAdvisor entscheidet oft über Leben und Tod in der Tourismus- und Gastrobranche. Fast eine halbe Milliarde Menschen besuchen das Bewertungsportal monatlich auf. Dabei orientieren sie sich an der Punktezahl, die von Nutzern vergeben worden sind, sowie an deren Rezensionen. Nutzer, so glaubt man, sind Gäste, die das Restaurant, das Hotel oder die Bar selbst erlebt haben. Glaubt man. Denn ein bahnbrechendes Urteil im süditalienischen Lecce zeigt auf, wie rücksichtslos Lug und Trug als Businessmodell genutzt werden, um Betrieben einen einen hohen Platz im Ranking zu verschaffen.  

Verhängnisvolle E-Mails

Einer der Übeltäter ist der – mittlerweile wohl ehemalige – Chef der italienischen Marketingagentur Promosalento. Man kann von Glück sprechen, dass er seine Sache so amateurhaft und plump angegangen ist. Denn sein Angebot, gegen Entgelt die volle Punktezahl zu vergeben und hymnische Kommentare zu verfassen, schickte er als E-Mail an Restaurants und Hotels in ganz Italien.

Ein Held aus Triest

Bei TripAdvisor selbst war der Faker kein Unbekannter. Das US-Unternehmen blockte bereits mehrere seiner Einträge, da die internen Detektive den Braten rochen. Zum Prozess kam es jedoch durch einen vorbildlichen Gastronomen aus Triest, der mit der Werbemail kurzerhand zur Polizei ging. Italienische Behörden nahmen sich des Falles an und es kam zum Prozess, in dem TripAdvisor als Nebenkläger fungierte. Ergebnis: neun Monate Haft und 8000 Euro Bußgeld. 

14.09.2018