Wien: Mercado ist endgültig pleite

Der lateinamerikanische Küchen-Hotspot am Wiener Stubenring hatte erst im Juni einen Neustart gewagt.
August 7, 2019 | Fotos: Helge O. Sommer

Konzept: Aromenvielfalt Lateinamerikas

Es galt als DER lateinamerikanische Kulinarik Hotspot Österreichs. Doch jetzt ist es leider Gewissheit: Das Mercado am Wiener Stubenring schließt endgültig seine Pforten. Das berichtet das Online Magazin Gastronews. Unter 2-Hauben-Koch Alex Theil (2017 #32 der AUSTRIA’S 50 BEST CHEFS) wurde es zu einem Gourmettempel, wo die aromenvielfalt der lateinamerikanischen Küche in neue Höhen gehievt worden war. Im Juli 2017 dann die Hiobsbotschaft: Theil und der Gründer des Restaurants, Klaus Piber, gaben ihre Trennung bekannt. In der damaligen Presseaussendung hieß es damals wörtlich: „Hiermit geben wir bekannt, dass die Zusammenarbeit zwischen dem bisherigen Küchenchef und Partner, Herrn Alexander Theil und dem Restaurant MERCADO – auf einen von Herrn Theil seit langem geäußerten Wunsch hin – beendet wird. Das Gästeaufkommen und die Marktsituation machen es nötig, die bisherige Ausrichtung der Küche zu adaptieren.“
Theil gab damals zu Protokoll: „Es ist kein Geheimnis, dass ich seit Februar an einer Lösung der Situation zwischen der Familie Piber und mir gesucht habe. Offensichtlich konnte aber keine gefunden werden.“
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Alex Theil führte das Mercado in ungeahnte kulinarische Höhen. Seit seinem Weggang im Jahr 2017 konnte es offenbar nicht mehr an die alten Erfolge anknüpfen. 

Ablösefreie Übergabe

In der darauffolgenden Zeit konnte das nunmehr unter dem Namen Mercado Nikkei laufende Restaurant nicht mehr an die alten Erfolge anknüpfen. Erst im Juni dieses Jahres war das Restaurant an die „Sabor Latino GmbH“ von Gründer Klaus Piber ablösefrei übergeben worden. Doch weder Küchenchef Javier Vera Alarcon, noch Partner Erick Zott und die Investorin Nura Manso konnten den Neustart erfolgreich angehen. Und das, obwohl Piber alle offenen Rechnungen und Lohnnebenkosten der Mitarbeiter bis inklusive Mai beglichen – und sogar Ware im Wert von 35.000 Euro hinterlassen – habe, wie Gastronews berichtet.

60.000 Euro Außenstände in eineinhalb Monaten

„Ich bin selbst sehr überrascht von dieser Entwicklung“, so Piber gegenüber Gastronews. „Mir wurde gesagt, man möchte mit der Sommerpause Kosten sparen, damit man im September neu durchstarten kann. Aber scheinbar hat Frau Manso die Firma nicht – wie vereinbart! – mit Geld ausgestattet. Wie es noch dazu zu 60.000 Euro an Außenständen in 1,5 Monaten kommen kann, muss mir jemand erst einmal erklären.“ Eine entsprechende Neupositionierung sollte über die verbleibenden Sommermonate stattfinden. Wie es am Stubenring 18 also weitergeht, bleibt mit Spannung abzuwarten.
Hier geht’s zur exklusiven ROLLIN PIN-Story über Alex Theil: www.rollingpin.at/magazin/ausgaben/103/alex-theil-mexico-a-la-carte/

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