Junge im Glück

Nimmt sich kein Blatt vor den Mund: Der Peter-Pane-Burgergrills-Gründer Patrick Junge im Interview über den Burger-Krieg mit Hans im Glück, seine erfolgreiche Expansion und sein alter ego Peter Pan.
November 3, 2017 | Text: Daniela Almer | Fotos: Claudio Martinuzzi, Peter Pane

Gestatten: Peter Pan(e).

Patrick Junge war mit zwölf Filialen in Norddeutschland der erfolgreichste Franchisenehmer der Burgerkette Hans im Glück. Dem Zerwürfnis mit Hans-im-Glück-Gründer Thomas Hirschberger folgten im November 2015 der geschäftliche Cut und ein bis heute andauernder Rechtsstreit – die beiden Parteien verklagten sich gegenseitig.
Patrick Junge gründete 2016 seine Peter-Pane-Burgergrills, mit denen er schwer auf Expansionskurs ist, und 2017 sein Hotdog-Konzept Hook Dogs. Im Interview mit uns zieht Junge schonungslos offen Bilanz.

Ihre erfolgreiche Etablierung der Peter-Pane-Burgergrills und die Eröffnung der Hook-Dogs-Restaurants waren in der Öffentlichkeit von den Gerichtstreits mit Ihrem ehemaligen Franchisegeber, der Burgerkette Hans im Glück, überschattet. Wie sehr nervt Sie das?
Patrick Junge: Wir stehen mit vielen Dingen, die wir machen, im Fokus. Gerade haben wir bei der Test BILD gewonnen, sind Nummer eins geworden in der Kategorie „Full Service“. Da waren elf Konzepte im Test, unter anderem Block House, Hard Rock Cafe und Hans im Glück. Aktuell haben wir zum Beispiel auch eine Kooperation mit der Schauspielerin Janina Uhse, mit der wir einen neuen Burger entwickelt haben. Ich will damit sagen, dass das tolle Meldungen sind – da gibt’s ja noch viele andere in dieser Richtung –, die sich mit uns beschäftigen und mit dem, was wir operativ machen.
Die Rechtssache mit Hans im Glück, die noch bis 7. November anhänglich ist, spielt für uns im Tagesgeschäft ehrlich gesagt keine Rolle. Wenn dazu noch vereinzelt Meldungen kommen, nehmen das unsere Gäste nicht wahr. Insofern bin ich davon auch nicht mehr genervt.

Gestatten: Peter Pan(e).

Patrick Junge war mit zwölf Filialen in Norddeutschland der erfolgreichste Franchisenehmer der Burgerkette Hans im Glück. Dem Zerwürfnis mit Hans-im-Glück-Gründer Thomas Hirschberger folgten im November 2015 der geschäftliche Cut und ein bis heute andauernder Rechtsstreit – die beiden Parteien verklagten sich gegenseitig. Patrick Junge gründete 2016 seine Peter-Pane-Burgergrills, mit denen er schwer auf Expansionskurs ist, und 2017 sein Hotdog-Konzept Hook Dogs. Im Interview mit uns zieht Junge schonungslos offen Bilanz.

Ihre erfolgreiche Etablierung der Peter-Pane-Burgergrills und die Eröffnung der Hook-Dogs-Restaurants waren in der Öffentlichkeit von den Gerichtstreits mit Ihrem ehemaligen Franchisegeber, der Burgerkette Hans im Glück, überschattet. Wie sehr nervt Sie das?
Patrick Junge: Wir stehen mit vielen Dingen, die wir machen, im Fokus. Gerade haben wir bei der Test BILD gewonnen, sind Nummer eins geworden in der Kategorie „Full Service“. Da waren elf Konzepte im Test, unter anderem Block House, Hard Rock Cafe und Hans im Glück. Aktuell haben wir zum Beispiel auch eine Kooperation mit der Schauspielerin Janina Uhse, mit der wir einen neuen Burger entwickelt haben. Ich will damit sagen, dass das tolle Meldungen sind – da gibt’s ja noch viele andere in dieser Richtung –, die sich mit uns beschäftigen und mit dem, was wir operativ machen.
Die Rechtssache mit Hans im Glück, die noch bis 7. November anhänglich ist, spielt für uns im Tagesgeschäft ehrlich gesagt keine Rolle. Wenn dazu noch vereinzelt Meldungen kommen, nehmen das unsere Gäste nicht wahr. Insofern bin ich davon auch nicht mehr genervt.

Woran scheiterte eine außergerichtliche Einigung zwischen Ihnen und Hans im Glück?
Junge: Ich war jederzeit zu einer außergerichtlichen Einigung bereit. Man muss ganz klar sagen, dass wir aus dieser ganzen Franchisesache damals rausgedrängt wurden. Man wollte uns als Unternehmen wirklich kaputt machen. Auch danach war noch ich derjenige, der die Gespräche aufgenommen hat zu Herrn Hirschberger, der sich ein halbes Jahr nicht bei mir gemeldet hatte – selbst als wir noch im Franchisesystem bei ihm waren. Dann wurden wir mit fadenscheinigen Gründen abgemahnt. Das war sowieso alles Quatsch, das haben sogar die Richter so bestätigt. Danach wollte uns Herr Hirschberger die Restaurants abkaufen, dann gab’s aber keine Finanzierungsbestätigung.

In Summe war das alles einfach nicht seriös. Dann waren wir an dem Punkt, dass wir was Eigenes machen mussten. Das hat uns sehr viel Geld gekostet, die Angelegenheit war kein Spaziergang. Aber wir waren bis zur letzten Gerichtsverhandlung, die im Mai 2017 stattgefunden hat, bereit für eine außergerichtliche Einigung. Wir hatten eine Schadensersatzforderung in der Höhe von etwa vier Millionen Euro gegen Hans im Glück, für die Kosten, die uns entstanden sind, als wir durch die überraschende Vertragskündigung die Restaurants plus die Arbeitsplätze erhalten mussten. Darauf hätten wir sogar verzichtet, wenn wir dafür nur unsere Ruhe bekommen hätten, um uns wieder ganz auf unser operatives Kerngeschäft konzentrieren zu können. Selbst das wurde aber nicht akzeptiert.

Wir sind froh, zum einen als Unternehmen überlebt zu haben und zum anderen jetzt so erfolgreich mit unserem Konzept zu sein, das sich Gott sei Dank weit genug von Hans im Glück und allen anderen unterscheidet. Jetzt ist für mich aber auch der Punkt erreicht, wo ich nicht mehr sagen kann, dass wir uns außergerichtlich einigen können. Weil es dafür einfach zu spät ist.

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Ihnen wurde vorgeworfen, mehrfach gegen den Franchise- und auch den Systempartnervertrag verstoßen zu haben.
Junge: All das, was uns vorgeworfen wurde, waren entweder Lappalien oder es war zu widerlegen. Faktisch haben wir gegen nichts verstoßen, das hat auch das Gericht gesagt. Wir hatten einen Vertrag, mit klaren Rechten und Pflichten, und an den haben wir uns auch gehalten. All die Abmahnungen liefen ja ins Leere.

Hans im Glück bekam kürzlich im Plagiatsvorwurf Recht zugesprochen. Werden Sie dagegen noch Berufung einlegen?
Junge: Diesen Plagiatsvorwurf muss man sich folgendermaßen vorstellen: Wir haben die zwölf ehemaligen Hans-im-Glück-Res­taurants in einem Zeitfenster von vier Wochen umgebaut. Wir haben das ganze Peter-Pane-Konzept in den Wochen davor entwickelt. Wir haben dann das erste Peter Pane in Binz aufgemacht, aus einer Schadensminderungspflicht heraus. Weil mit jedem weiteren Tag, an dem wir nicht aufgesperrt hätten, hätten wir den Schadensersatz gegen Hans im Glück nach oben gebracht. Wir haben also das Restaurant eröffnet und da waren noch zwei bis drei Dinge zu beheben – ich meine, es waren Lampen, irgend so ein blöder Baumstamm und eine andere Kleinigkeit.

Am ersten Tag des Pre-Openings im März 2016 kam jemand von Hans im Glück und hat ein Foto gemacht. Und wegen dieses einen Bildes hat Hans im Glück auf der Sache rumgeritten. Wo man sagen muss: Kinder, es war bereits eine Woche danach alles behoben.

Was soll das Ganze? Am Ende blieb aber in der Presse die Meldung stehen: Peter Pane Plagiatsvorwurf. Wir werden da keine Berufung mehr einlegen, weil ich auch nicht vorhabe, morgen wieder auf Hans zu machen. Das war übrigens ganz drollig vor Gericht, als die Richter jetzt im Mai beim Hauptverfahren fragten, ob wir uns nicht einigen könnten. Da haben wir gefragt, wie das denn laufen sollte? Darauf meinte die Gegenseite: „Na ja, ihr könnt ja wieder Hans werden.“

Ich habe zwei Jahre meines Lebens verloren plus fünf Millionen Euro und soll wieder Hans werden? Zeigt aber auch wieder: Wenn’s vorher so schlimm mit mir gewesen wäre, dann würde so ein Angebot nicht kommen.

Ihr Flagship-Konzept Peter Pane ist auf Burgergrills spezialisiert. Viele sprechen bei Burger-Restaurants jedoch von einem Abwärtstrend. Wie stehen Sie dazu?
Junge: Bei uns im Restaurant gibt es Deckenwellen, weil ich der Meinung bin, dass die Welle das Leben symbolisiert. Alles im Leben verläuft zyklisch. Diese Lebenszyklen gibt es auch bei Unternehmen und bei Produkten in Form von Auf- und Abwärtstrends. Ich glaube, dass die Hype-Phase mit Burgern ziemlich durch ist. Wenn ich jedoch unsere bestehenden Restaurants ansehe, kann ich nicht sagen, dass der Burgertrend abbricht.

Aber, Achtung: Jetzt muss man Qualität liefern – bezogen auf das Produkt, den Service und die Dienstleistung muss man besser sein als die anderen. Und dann ist es ziemlich egal, ob man Pizza, Pasta oder Asia-Sachen verkauft. Diese Situation, dass jeder meint, mit einem Darlehen von der Oma ein Restaurant aufmachen zu können und Burger zu verkaufen, das, glaube ich, hört auf oder wird zumindest weniger.
Wenn man seriös an die Sache rangeht – vom Ladenbau bis zum Produkt –, dann werden noch sehr erfolgreiche Burger-Res­taurants auf den Markt kommen.

Bis 2020 wollen Sie auf 42 Peter-Pane-Restaurants wachsen und einen Jahresumsatz von etwa 100 Mio. Euro erwirtschaften. Wo stehen Sie mit den Geschäftszahlen aktuell?
Junge: Wir werden im Kalenderjahr 2017 etwa 43 Millionen Euro erwirtschaften.

Wie fällt Ihr geschäftliches Fazit für die Hook-Dogs-Restaurants aus, die Sie Anfang des Jahres 2017 eröffnet haben?
Junge: Wir sind zufrieden. Ich glaube fest daran, dass der Hotdog der neue Burger wird. Aber man hat hier noch eine Pionierleistung zu erbringen, weil der Gast das Produkt, wie es bei uns angeboten wird, noch nicht so kennt.

Führen Sie die Peter-Pane- beziehungsweise Hook-Dogs-Lokale auf Franchisebasis?
Junge: Nein. Aber mit Rainer Pastätter haben wir jetzt den ersten Franchisepartner aufgenommen, der im Januar 2018 in Wien und im Mai 2018 in Augsburg jeweils ein Peter-Pane-Restaurant eröffnen wird.
Rainer war 30 Jahre bei McDonald’s als Direktor bei Michael Heinritzi tätig und hat sich jetzt entschieden, mit Peter Pane etwas Eigenes zu machen. Er plant, jedes Jahr zwei neue Restaurants zu eröffnen, als Systempartner und Franchisenehmer.

Wie sieht es mit zukünftigen Projekten aus? Stehen weitere neue Konzepte in den Startlöchern?
Junge: Nein. Wir sind ja als Unternehmen noch sehr klein. In unserer Zentrale haben wir rund 25 Mitarbeiter, aufgeteilt auf Lübeck und Berlin. Wir fokussieren jetzt erst mal alles primär auf Peter Pane, dann sicherlich auf Hook Dogs. Das erklärte Ziel ist jetzt, die Marke stark zu machen.

Und abschließend: Mit welcher Figur können Sie sich persönlich mehr identifizieren? Peter Pan oder Captain Hook?
Junge: Ich kann mich völlig mit Peter Pan identifizieren, ich bin Peter. Weil mein Credo ist: Was du dir vorstellen kannst, kannst du auch erreichen – du musst nur fest daran glauben. Man muss immer auch ein bisschen Kind bleiben und man darf nie aufhören, seine Träume zu haben. Mir hat schon so oft jemand gesagt, dass schaffst du nicht, aber ich glaube, die Taten folgen den Gedanken.
www.peterpane.de | www.hookdogs.de

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