Nerd am Herd – Folge 33: Halt doch die Presse!

Gaumenthrill für hoch motivierte Küchen-Geeks: Freestyle-Cook Rolf Caviezel verblüfft mit komplett abgefahrenen Ideen.
August 31, 2017 | Fotos: Alex Mattersberger

 

Was haben eine Aeropress, Rotkraut und Marille mit original Schweizer Knöpfle zu tun? Der gemeinsame Nenner ist natürlich unser geliebter Haus- und Hof-Nerd Rolf Caviezel, der mit ein paar ausgefallenen Tricks aus einem verstaubten eidgenössischen Traditionsgericht einen modernen Molekular-Kracher der Superlative zaubert.

Um politisch oder besser gesagt geografisch korrekt zu bleiben, muss an dieser Stelle noch angemerkt werden, dass die Knöpfle, in unseren Breitengraden übrigens eher Spätzle genannt, ihren Ursprung im deutschen Schwabenland haben. Bei der traditionellen Zubereitungsmethode wird ein Teig aus Mehl, Eiern und lauwarmem Wasser gehobelt, gepresst oder geschabt.

Da für unseren Nerd am Herd eine konventionelle Spätzlepresse selbstverständlich nicht infrage kommt, muss eine nerdige Alternative her. Dafür zweckentfremdet unser Küchen-Geek eine Aeropress – eine manuelle Kaffeemaschine, die mithilfe eines Brühzylinders und eines Presskolbens das beliebte Heißgetränk ganz ohne Kaffeesatz in die Tasse presst. Anstatt der gemahlenen Bohnen jagt Rolf Caviezel seinen Schweizer Knöpfle-Teig durch die Maschine und verleiht dem Klassiker einen brandneuen Look.

Spätzle à la Rolf Caviezel

Damit aber noch nicht genug des kulinarischen Schabernacks: Um seine Spätzle geschmacklich in Szene zu setzen, serviert unser Molekular-Guru Rotkraut-Eis auf Sorbet-Basis. Dafür gibt unsere Schweizer Küchen-Koryphäe Wasser, Zucker und grob geschnittenes Rotkraut für 24 Stunden bei minus 24 Grad Celsius in den Froster. Danach wird das Rotkraut-Eis im PacoJet zu einer homogenen Masse gemixt, es verleiht dem Gericht eine überraschende Note inklusive einer coolen crunchy Textur.

Garniert werden die abgespacten Spätzle à la Rolf Caviezel schließlich noch mit Marillen-Spalten und Thymian. Das Ganze entfacht nicht nur am Gaumen ein Feuerwerk an Aromen, sondern sieht auch am Teller richtig geil aus.

Zutaten:

  • 230 g Rotkraut
  • 130 g Zucker
  • 450 ml Wasser
  • 140 g Aprikosen
  • 1 Zweig Thymian
  • 220 g Mehl
  • 4 Eier
  • 60 ml Milch
  • Salz
  • Butter

Tipps:

Um die perfekte crunchy Konsistenz für das Rotkraut-Eis zu erzeugen, jagt unser Nerd am Herd die gefrorene Masse gleich zweimal durch den PacoJet.

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