REAL OMNIVORES: Allesesser der Zukunft

Sie ernähren sich nachhaltig und ausgewogen, üben keinenVerzicht, sind technikaffin und neuen Entwicklungen im Food-Bereich aufgeschlossen: Der Trend der „Real Omnivores“ stellt Gastronomen vor besondere Herausforderungen!
April 28, 2022 | Text: Michi Reichel | Fotos: Shutterstock

Insekten auf dem Teller? Allein diese Vorstellung ging bis dato bei den meisten von uns nicht runter wie Butter. Doch die Zeiten ändern sich. Und sie ändern sich schnell. Ein erhöhtes Gesundheitsbewusstsein, die Klimakrise, eine höhere Sensibilität für Tierwohl, das Thema Nachhaltigkeit – all diese Aspekte bringen viele Menschen in Sachen Ernährungsgewohnheiten zum Umdenken.

Real Omnivores
Technische Möglichkeiten bieten Genießern von morgen neue Chancen.

Insekten auf dem Teller? Allein diese Vorstellung ging bis dato bei den meisten von uns nicht runter wie Butter. Doch die Zeiten ändern sich. Und sie ändern sich schnell. Ein erhöhtes Gesundheitsbewusstsein, die Klimakrise, eine höhere Sensibilität für Tierwohl, das Thema Nachhaltigkeit – all diese Aspekte bringen viele Menschen in Sachen Ernährungsgewohnheiten zum Umdenken.

Real Omnivores
Technische Möglichkeiten bieten Genießern von morgen neue Chancen.

Haben zuletzt insbesondere Vegetarier und Veganer den Wandel der Esskultur geprägt, so sind nun sie im Kommen: die „Real Omnivores“, die wirklichen Allesesser. Trendforscherin Hanni Rützler sieht in ihnen gar die „Esser und Esserinnen der Zukunft“: „Sie suchen nach Möglichkeiten für eine ausgewogene, nachhaltige Ernährungsweise, die sich nicht durch das Weglassen als problematischer wahrgenommener Lebensmittel auszeichnet“. Das heißt im Klartext: „Real Omnivores“ ekeln sich nicht vor Insekten. Sie erkennen in ihnen eine Proteinquelle und ihren Beitrag zur Nachhaltigkeit. „Insekten können Lebensmittelabfälle in wertvolle, hochwertige Proteine und Fette verwandeln und damit in den biologischen Kreislauf zurückführen“, so Rützler.

Die wirklichen Omnivoren sind offen für einen diversen Speiseplan, auf dem vor allem Obst und Gemüse, Hülsenfrüchte und Nüsse stehen. Tierische Produkte rücken in den Hintergrund, sind aber nicht tabu. „Auf eine noch größere Vielfalt alter und völlig neuer Nahrungsmittelquellen wird es in Zukunft ankommen“, so die Trendforscherin.

Insekten können Lebensmittelabfälle in hochwertige Proteine verwandeln.
Hanni Rützler, Trendforscherin

Kunstfleisch auf der Speisekarte

Eine dieser neuen Nahrungsquellen ist „Laborfleisch“, wie In-vitro-Fleisch oder Cultured Meat umgangssprachlich gerne genannt wird. Die Akzeptanz dafür steigt bei Konsumenten ebenso wie für Insektenprodukte – sowohl aus tierethischen als auch aus ökologischen Gründen. Diesem Trend trägt die Gastronomie bereits Rechnung: Im israelischen Tel Aviv gibt es mit „The Chicken“ das erste Restaurant, das seinen Gästen aus Tierzellen gezüchtetes Hühnerfleisch serviert. Mehr noch: Das Fleisch wird direkt im Lokal produziert.

„Das ist wahre Regionalität“, betont Ido Savir, CEO von SuperMeat, dem Restaurantbetreiber. Gleichzeitig aber wird der Wert von „echtem“ Fleisch unter „Real Omnivores“ besonders wertgeschätzt. So bezeichnet der amerikanische Spitzenkoch Dan Barber Bio-Weidetierfleisch als „Possible Steak“ und erklärt dazu sinngemäß: Es wird zur exklusiven Alternative, die sehr bewusst konsumiert wird. Weil es diese Qualtität nur so geben wird. Die wirklichen Allesesser machen ihrem Namen beim Fleischkonsum aber auch damit alle Ehre, dass sie das „ganze Tier“ essen: Innereien kommen verstärkt auf den Teller; neben den kulinarischen Vorzügen setzen Konsumenten und Starköche wie Nose-to-Tail-Pionier Max Stiegl so Statements: Das Tier wird als Ganzes wertgeschätzt und aufgrund der effizienten Nutzung trägt man zu einer reduzierten Anzahl an geschlachteten Tieren bei.

All das zeichnet die Gruppe der „Real Omnivores“ aus. Hanni Rützler bezeichnet sie gar als die „Avantgarde, die unsere Esskultur auf den Prüfstand stellt. Ihre Werte zahlen auf die eigene Gesundheit, aber auch auf das Wohlbefinden der Gesellschaft und ein Leben im Einklang mit der Umwelt ein. Verantwortung und Vielfalt sind ihre Maxime, mit denen sie zukünftige Entwicklungen in der Gastronomie, Landwirtschaft und Lebensmittelindustrie voranbringen und die Muster unserer Ernährungsgewohnheiten aufbrechen werden.“

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Den Food Report von Hanni Rützler mit allen Trends, die das Konsum- und Essverhalten verändern, gibt es unter: zukunftsinstitut.de

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