Motivationsturbo Beteiligung

Höhere Produktivität und stärkere Identifikation: Wer Mitarbeiter am Erfolg beteiligt, profitiert selbst am meisten. Die besten Modelle im Praxistest.
November 13, 2015

ein Herr im Anzug mit einem riesigen 100 Euro schein in seinen Armen Dass Mitarbeiterbeteiligungs­systeme auch in der Hotellerie und im Gastgewerbe dem Unternehmen einen kräftigen Schub nach vorne geben können, ist unbestritten. „Eine Reihe von empirischen Untersuchungen belegt, dass die Produktivität um 10 bis 20 Prozent ansteigt“, sagt Heinrich Beyer, Geschäftsführer der AGP, der deutschen Arbeitsgemeinschaft Partnerschaft in der Wirtschaft.

Diese Zahlen kann der österreichische Tophotelier und Sternekoch Heinz Hanner nur unterstreichen. Vor drei Jahren verbannte er die Begriffe Mitarbeiter und Personal aus seinem Wortschatz und spricht von seiner derzeit 35 Köpfe umfassenden Mannschaft nur noch von Mitunternehmern. Seit sie vom Erfolgskuchen jedes Jahr ein finanzielles Häppchen mitnaschen dürfen – meist ist es sogar ein richtiger Happen –, freut sich auch der Chef über wachsende Umsätze zwischen 9 und 30 Prozent. Bis zu 60.000 Euro schüttet er jährlich an seine Mitarbeiter, Pardon, Mitunternehmer, aus.

Bonussystem

Dafür entwickelte ­Hanner Modelle, die für die Branche durchaus zukunftsweisend sind. Denn auch AGP-Geschäftsführer Beyer sagt: „In der Hotellerie und Gastronomie sind Beteiligungssysteme eher die Ausnahme.“ Die meisten Hoteliers geben sich zu diesem Thema auch bedeckt. Ausgegangen wird davon, dass wenn, dann nur die Taschen von Führungskräften aufgefüllt werden.

Anders ist das zum Beispiel in den Accor-Hotels, in denen man seine Mitarbeiter als…

Ein Herr im Anzug hält einen enormen Hunderteuro Schein im Arm Dass Mitarbeiterbeteiligungs­systeme auch in der Hotellerie und im Gastgewerbe dem Unternehmen einen kräftigen Schub nach vorne geben können, ist unbestritten. „Eine Reihe von empirischen Untersuchungen belegt, dass die Produktivität um 10 bis 20 Prozent ansteigt“, sagt Heinrich Beyer, Geschäftsführer der AGP, der deutschen Arbeitsgemeinschaft Partnerschaft in der Wirtschaft.

Diese Zahlen kann der österreichische Tophotelier und Sternekoch Heinz Hanner nur unterstreichen. Vor drei Jahren verbannte er die Begriffe Mitarbeiter und Personal aus seinem Wortschatz und spricht von seiner derzeit 35 Köpfe umfassenden Mannschaft nur noch von Mitunternehmern. Seit sie vom Erfolgskuchen jedes Jahr ein finanzielles Häppchen mitnaschen dürfen – meist ist es sogar ein richtiger Happen –, freut sich auch der Chef über wachsende Umsätze zwischen 9 und 30 Prozent. Bis zu 60.000 Euro schüttet er jährlich an seine Mitarbeiter, Pardon, Mitunternehmer, aus.

Bonussystem

Dafür entwickelte ­Hanner Modelle, die für die Branche durchaus zukunftsweisend sind. Denn auch AGP-Geschäftsführer Beyer sagt: „In der Hotellerie und Gastronomie sind Beteiligungssysteme eher die Ausnahme.“ Die meisten Hoteliers geben sich zu diesem Thema auch bedeckt. Ausgegangen wird davon, dass wenn, dann nur die Taschen von Führungskräften aufgefüllt werden.

Anders ist das zum Beispiel in den Accor-Hotels, in denen man seine Mitarbeiter als Aushängeschild bezeichnet. Hanner setzt auf ein Bonussystem, von dem das Servicepersonal ebenso wie die Manager profitieren – in der Fachsprache partnerschaftliche Unternehmensführung genannt. Konkret hat der Niederösterreicher einen Mitarbeiteraktienindex (MAX) eingeführt. „Einmal im Monat bewerten sich alle Leute im Haus selbst nach Kriterien wie etwa Pünktlichkeit, Höflichkeit oder unternehmerisches Denken. Dafür haben wir eine eigene Matrix entwickelt, in der pro Punkt zwei Euro ausgeschüttet werden“, beschreibt Hanner.

Im Schnitt fallen für jeden Mitarbeiter damit zwischen 1.600 und 1.800 Euro pro Jahr an. Die Selbsteinschätzungen werden natürlich von den Bereichsleitern gegengecheckt. Auffallendes Faktum: Die Mitarbeiter bewerten sich sehr streng. „Dieses System gibt Orientierung und forciert jene Werte, von denen die Branche lebt“, ist Hanner überzeugt. Regelmäßige Mitarbeitergespräche runden den MAX ab.

Erfolgsbeteiligung

Neben der partnerschaftlichen Unternehmensführung, wie solche Modelle genannt werden, lohnt sich in der Hotellerie auch eine sogenannte Erfolgsbeteiligung. „Wir erstellen mit unseren Führungskräften ein unternehmerisches Programm. Wenn sie das mit ihren Leuten erreichen oder sogar toppen können, dann werden ordentlich Prämien ausgeschüttet“, beschreibt Hanner und nennt ein konkretes Beispiel. „So kann man bei Lebensmitteln durch überlegten und gewissenhaften Einsatz viel einsparen, was vorher verschwendet wurde. Wenn mein Koch zwei Hände voll Blattsalat aus dem Kühlschrank nimmt und mariniert, aber nur die Hälfte für den Salatteller verwendet, schadet er nun nicht mehr nur dem Unternehmen, sondern, weil er beteiligt ist, auch sich selbst.“ Die Rechnung geht auf: Die Hälfte jenes Betrags, den sich der Betrieb „erspart“, wandert direkt in die Taschen der Mitarbeiter.

Auch die Gästezufriedenheit kann ein Indikator für ein Beteiligungsmodell sein. Je besser die Bewertung der Gäste ausfällt, desto höher ist die Prämie. In einigen Häusern belohnt man die Mitarbeiter auch mit einer Art Treuebonus. Für jedes Jahr, das man länger im Betrieb ist, gibt es Bares. Die meisten Hoteliers stehen diesem System aber kritisch gegenüber, weil es nicht Hand in Hand mit der erbrachten Leistung geht.

In jedem Fall sollten die Zielvorgaben zuvor genau formuliert sein, empfiehlt die AGP. „Der Mitarbeiter muss nicht nur genau wissen, was von ihm verlangt wird und in welcher Zeit das Ziel zu erreichen ist, sondern auch was finanziell rausschaut, wenn er 100, 50 oder nur 10 Prozent der Vorgabe erreicht“, so Beyer. Mittelständige Unternehmen zahlen im Schnitt zwischen 1.000 und 1.500 Euro im Jahr an Prämien aus, bei Spitzenbetrieben können es laut AGP bis zu 5.000 Euro sein.

Aus Erfahrung rät Hanner auch kleinen Hotels oder Restaurants, ihr Personal zu beteiligen. „Der Erfolg stellt sich zumeist aber erst ab dem zweiten oder dritten Jahr ein.“ Nämlich dann, wenn die Mitarbeiter erstmals auch in Genuss der Prämien gekommen sind und wissen, was sie zu tun haben, um weiterhin am Erfolg beteiligt zu sein. „Besser mit geringeren Beträgen beginnen und die Versprechungen dafür einhalten.“

Unüblich in der Branche

Das dritte in der Wirtschaft gängige Modell, und zwar das der Unternehmens- bzw. Kapitalbeteiligung, lässt sich in der Gastronomie und Hotellerie bislang nur selten finden. „Schuld ist die hohe Fluktuation in dieser Branche“, erklärt Beyer. Aber auch da beginnt bereits ein Umdenken. So kann sich Hanner vorstellen, sein Unternehmen in eine Betriebsgesellschaft umzuwandeln und die Führungskräfte als Gesellschafter zu beteiligen. Dann allerdings trägt man auch am Misserfolg seinen Teil mit. „Ein Risiko, das die meisten durchaus bereit sind einzugehen“, heißt es seitens der AGP.

Aufholbedarf

Im internationalen Mittelfeld
Deutschland, die Schweiz und Österreich liegen bei Mitarbeiterbeteiligungen international nur im Mittelfeld.
An der Spitze: Frankreich, Niederlande und Großbritannien.
Hohe Zufriedenheit
Eine Studie der Arbeiter- sowie Wirtschaftskammer Österreich zeigt, dass 80 Prozent der Arbeitgeber mit Beteiligungssystemen zufrieden sind.

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