Corona-Auktion: Daniel Humm lässt sich ersteigern

Der Mastermind des New Yorker Dreisterners Eleven Madison Park schnürt für seine Mitarbeiter ein eigenes Hilfspaket – und scheint damit auf dem richtigen Weg zu sein.
März 26, 2020 | Fotos: Sebastian Nevols

Was ist die aktuelle Lage in den USA?

Um die verheerenden und für viele Unternehmen – ganz gleich welcher Größe – existenzgefährdenden wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise zu lindern, hat die US-amerikanische Regierung bekanntlich gestern, Mittwoch, ein Konjunkturpaket in Höhe von sage und schreibe zwei Billionen (!) US-Dollar beschlossen.

Daniel Humm
Not macht erfinderisch – und offenbart den wahren Wert bestimmter Dinge: Daniel Humm macht sich dieses Prinzip für seine Mitarbeiter zunutze – und lässt sich kurzerhand selbst ersteigern.

Das entspricht umgerechnet rund 1800 Milliarden Euro – und zog daher wenig überraschend Kommentare nach sich, die vor Superlativen nur so strotzen. Vom „größten Paket der modernen Geschichte der USA“ sprach etwa die New York Times, vom „größten und mutigsten“ Paket der US-Geschichte gar der US-Präsident Donald Trump höchstpersönlich.

Was ist Daniel Humms Plan?

Und doch: Für viele US-Gastronomen bleibt die Lage prekärer, unvorhersehbarer und existenzbedrohender denn je. Einige unter ihnen versuchen daher, zusätzlich auf selbstorganisierte Rettungsmaßnahmen zu setzen. Federführend dabei: Eleven-Madison-Park-Mastermind Daniel Humm. Der renommierte Küchenchef und Unternehmer von einem der berühmtesten Dreisterner New Yorks ließ daher auf seinem Instagram-Profil verlauten:

Die Auswirkungen, die die Schließung auf meine Mitarbeiter hatte, haben mir das Herz gebrochen.

Eleven-Madison-Park-Mastermind Daniel Humm über den Ausgangspunkt seines kreativen Hilfspakets

„Unsere Türen zu schließen war das Schwierigste, was ich jemals tun musste. Die Auswirkungen, die die Schließung auf meine Mitarbeiter hatte, haben mir das Herz gebrochen“, so Humm, der nun mit einem kreativen Lösungsversuch aufwartet: „Wir haben eine Website erstellt“, so Humm, „auf der man unseren Mitarbeitern durch diese schwierige Zeit helfen kann.“

Wie? Indem man, ähnlich wie bei einer Auktionsveranstaltung, Geld bietet.

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Daniel Humms Auktionsangebote übertreffen sich gegenseitig: Mit dem 3-Sterne-Herdmagier kochen, joggen, Wein verkosten – oder doch einfach nur feiern?

Wofür kann man bieten?

Momentan scheinen auf Humms givesmart-Homepage neun „Auktionsobjekte“ auf, wie zum Beispiel: mit dem legendören Herdmagier höchstpersönlich zu kochen (5000 Dollar), zu joggen (ebenfalls 5000 Dollar), oder sich eine Private Party im Eleven Madison Park um 25.500 Dollar zu gönnen. Wie wär’s sonst mit einem Stage, durch das man – Stand heute, Donnerstag, den 26. März – um 6000 Dollar zusammen mit Daniel Humm in der Küche des Eleven Madison Parks seiner Karriere einen einmaligen Boost geben kann?

Dass die Erlöse zu 100 Prozent an alle Mitarbeiter Humms gehen, versteht sich von selbst.

In Humms Auktion, die noch gut sechs Tage läuft, kristallisiert sich jedenfalls ein hochinteressantes Experiment, das uns allen mit fast schon entwaffnender Direktheit die Frage stellt: Was ist Gastronomie uns wert, wenn es wirklich drauf ankommt?

Wir dürfen gespannt sein, welche Antwort die Zahlen nach Ablauf der Auktion bereithalten werden.   

www.elevenmadisonpark.com

Um mehr über die aktuelle Corona-Situation in New York zu erfahren, geht es hier zum Interview mit Albert Trummer.

Alle aktuellen Entwicklungen rund um die Corona-Krise gibt’s hier in unserem Gastro-Live-Ticker

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