Wie vor wenigen Tagen berichtet, ist der Verkauf des Grand Hotel Wien rechtskräftig. Der österreichisch-saudische Investor Mohamed Bin Issa Al Jaber, der das Hotel seit dem Jahr 2002 besitzt, will den gerichtlich genehmigten Verkauf nun anfechten.

Wie vor wenigen Tagen berichtet, ist der Verkauf des Grand Hotel Wien rechtskräftig. Der österreichisch-saudische Investor Mohamed Bin Issa Al Jaber, der das Hotel seit dem Jahr 2002 besitzt, will den gerichtlich genehmigten Verkauf nun anfechten.

Laut einer Aussendung der MBI International Holding hält Al Jaber die Entscheidung für „wirtschaftlich schädlich, rechtlich mangelhaft und abträglich für den Ruf Wiens als Tourismusstandort.“
Die Genehmigung des Verkaufs weise gravierende wirtschaftliche und rechtliche Mängel auf, so der Scheich. Trotz der Insolvenz der Betreibergesellschaft im Vorjahr sei der operative Hotelbetrieb stark geblieben, deshalb sei es schwer nachvollziehbar, warum den Beteiligten nicht mehr Zeit für eine Refinanzierung eingeräumt wurde. „Es gab keinerlei wirtschaftliche Notwendigkeit für einen kurzfristigen Notverkauf.“
Ein zentraler Kritikpunkt ist die Bewertungsgrundlage im Verfahren. „Die herangezogene Bewertung konzentriert sich im Wesentlichen auf den bloßen Immobilienwert und blendet den Wert des Grand Hotels als fortgeführten Betrieb aus – einschließlich Inventar, Markenrechten, Buchungen und weiterer betriebsnotwendiger Vermögenswerte“, so Al Jaber.
Der Scheich unterstreicht sein Vertrauen in die Integrität und Wirksamkeit der österreichischen Justiz und in den Rechtsstaat. Er sei bereit, die Angelegenheit vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte zu bringen, sollten alle innerstaatlichen Rechtsmittel ausgeschöpft sein.
Neuer Eigentümer der Immobilie ist die spanische Hotelgruppe Hotusa. Laut involvierten Rechtsanwälten soll der Transaktionswert knapp unter 100 Millionen Euro betragen haben, berichtet der ORF.