Japan zieht die Reißleine beim Kirschblütenfest
Wenn Gastfreundschaft an ihre Grenzen stößt
Eigentlich gilt die Kirschblütenzeit, die sogenannte Sakura-Saison, als der touristische und kulturelle Höhepunkt des japanischen Jahres. Doch für die Stadt Fujiyoshida, die am Fuße des majestätischen Mount Fuji liegt, hat die Medaille eine Kehrseite. Der enorme Ansturm von über 200.000 Besuchern im vergangenen Jahr hat deutliche Spuren hinterlassen. Was als wirtschaftlicher Segen begann, entwickelte sich für die lokale Infrastruktur und die rund 50.000 Einwohner schnell zur Belastungsprobe.

Wenn Gastfreundschaft an ihre Grenzen stößt
Eigentlich gilt die Kirschblütenzeit, die sogenannte Sakura-Saison, als der touristische und kulturelle Höhepunkt des japanischen Jahres. Doch für die Stadt Fujiyoshida, die am Fuße des majestätischen Mount Fuji liegt, hat die Medaille eine Kehrseite. Der enorme Ansturm von über 200.000 Besuchern im vergangenen Jahr hat deutliche Spuren hinterlassen. Was als wirtschaftlicher Segen begann, entwickelte sich für die lokale Infrastruktur und die rund 50.000 Einwohner schnell zur Belastungsprobe.

Radikale Notbremse gegen den Overtourism
Um die Lebensqualität der Bewohner zu schützen, hat die Stadtverwaltung nun eine drastische Entscheidung getroffen: Das offizielle japanische Kirschblütenfest im Arakurayama Sengen Park, bekannt für das ikonische Motiv der Chureito-Pagode vor dem Mount Fuji, wird abgesagt. Überfüllte Gehwege, die Schulkinder auf die Straße zwangen, und ein massives Verkehrschaos gehörten zuletzt zur Tagesordnung. Besonders das respektlose Verhalten einiger Touristen sorgte für Unmut: Es gab Berichte über Besucher, die in Privatgärten vordrangen oder ihren Müll achtlos hinterließen. Alles Vorfälle, die im krassen Gegensatz zur japanischen Kultur der Höflichkeit stehen. Bürgermeister Shigeru Horiuchi betonte, dass man die „Würde der Stadt“ und den Frieden der Bürger über die reinen Besucherzahlen stellen müsse.
Ein Moment zum Innehalten
Die Absage des organisierten Festes bedeutet jedoch nicht, dass der Park für Besucher geschlossen bleibt oder die Kirschbäume weniger prächtig blühen. Es ist vielmehr ein bewusster Verzicht auf das große Rahmenprogramm, auf zusätzliche Verkaufsstände und das laute Event-Marketing der vergangenen Jahre. Fujiyoshida setzt damit ein klares Zeichen für einen achtsameren Tourismus und gegen die Auswüchse des sogenannten Overtourism.
Für die internationale Hospitality-Branche ist dieser Schritt aus Japan ein interessantes Signal. Er zeigt, dass Erfolg in einer Destination nicht mehr allein an Rekordzahlen gemessen wird, sondern an der gesunden Balance zwischen Gast und Gastgeber.