Mein größter Fehler: Justin Leone

Auch die Großen der Branche machen nicht alles richtig. Hier erzählen sie von ihren Fehltritten und Rückschlägen, davon, was sie daraus gelernt haben und wie sie es heute besser machen. Diesmal: Justin Leone.
Mai 18, 2018 | Text: Andrea Böhm | Fotos: beigestellt

Bühne frei für Justin Leone, ein Name, der für viele Fähigkeiten steht. Musiker, Weinliebhaber und -kenner, Modefreak, Entertainer, Autor und vieles mehr. Er wuchs in Chicago auf, schloss sein Studium des Kontrabasses und der englischen Literatur ab, um danach mit seiner Band auf Tour zu gehen. Der Plan war es, Musikmanager zu werden. Wäre ihm da nicht die nächste Leidenschaft in die Quere gekommen – der Wein und das Kreieren von eigenen Cocktails.

„Als Musiker war ich immer auf der Bühne und in der Gastronomie zu arbeiten, ist nichts anderes, als auf einer Bühne zu stehen“, erklärt der heute 36-Jährige. Woraufhin er als Sommelier im 3-Sterne-Restaurant Alinea von Grant Achatz landete, bevor ihn Felix Eichbauer ins Tantris nach München holte. Ein Akt, der nun zu Ende geht. Als Nächstes öffnet sich der Vorhang sowohl für sein eigenes Restaurant als auch für sein erstes Buch.

Justin Leone mit Gitarre

Im September soll es so weit sein und um die Zeit bis dahin zu überbrücken, lassen wir den Tausendsassa ein wenig innehalten, um zu erfahren: Welche Episode seines Lebens hätte wohl besser laufen können? „Es gibt zwei Situationen in meinem Leben, die aber Parallelen aufweisen“, beginnt Justin Leone zu erzählen. Eine trug sich in seiner Kindheit zu, die andere vor einem Jahr. „Meine Mutter war eine Frau, die meinte, ihr Kind wäre das Beste überhaupt, nichts könne schiefgehen, ich war ihre Nummer eins.“

Wer jetzt schon ein „Ach wie süß“ auf den Lippen hat: nichts da, die Frau machte auch gehörig Druck. „Wenn ich nach einer Prüfung aus der Schule kam und die Note war eine A plus mit 98 Prozent, hat sie gefragt, was mit den restlichen zwei Prozent sei.“ So wuchs der kleine Justin streng und mit einer ordentlichen Portion trügerischer Selbstsicherheit ausgestattet auf. „Ich war ein ehrgeiziges, aber nicht sehr reifes, eher dummes Kind“, reflektiert Leone heute. Was folgende Szene beweist.

Bühne frei für Justin Leone, ein Name, der für viele Fähigkeiten steht. Musiker, Weinliebhaber und -kenner, Modefreak, Entertainer, Autor und vieles mehr. Er wuchs in Chicago auf, schloss sein Studium des Kontrabasses und der englischen Literatur ab, um danach mit seiner Band auf Tour zu gehen. Der Plan war es, Musikmanager zu werden. Wäre ihm da nicht die nächste Leidenschaft in die Quere gekommen – der Wein und das Kreieren von eigenen Cocktails.

„Als Musiker war ich immer auf der Bühne und in der Gastronomie zu arbeiten, ist nichts anderes, als auf einer Bühne zu stehen“, erklärt der heute 36-Jährige. Woraufhin er als Sommelier im 3-Sterne-Restaurant Alinea von Grant Achatz landete, bevor ihn Felix Eichbauer ins Tantris nach München holte. Ein Akt, der nun zu Ende geht. Als Nächstes öffnet sich der Vorhang sowohl für sein eigenes Restaurant als auch für sein erstes Buch.

Justin Leone mit Gitarre

Im September soll es so weit sein und um die Zeit bis dahin zu überbrücken, lassen wir den Tausendsassa ein wenig innehalten, um zu erfahren: Welche Episode seines Lebens hätte wohl besser laufen können? „Es gibt zwei Situationen in meinem Leben, die aber Parallelen aufweisen“, beginnt Justin Leone zu erzählen. Eine trug sich in seiner Kindheit zu, die andere vor einem Jahr. „Meine Mutter war eine Frau, die meinte, ihr Kind wäre das Beste überhaupt, nichts könne schiefgehen, ich war ihre Nummer eins.“

Wer jetzt schon ein „Ach wie süß“ auf den Lippen hat: nichts da, die Frau machte auch gehörig Druck. „Wenn ich nach einer Prüfung aus der Schule kam und die Note war eine A plus mit 98 Prozent, hat sie gefragt, was mit den restlichen zwei Prozent sei.“ So wuchs der kleine Justin streng und mit einer ordentlichen Portion trügerischer Selbstsicherheit ausgestattet auf. „Ich war ein ehrgeiziges, aber nicht sehr reifes, eher dummes Kind“, reflektiert Leone heute. Was folgende Szene beweist.

„Mein damaliger Professor auf dem Konservatorium hat mich eingeladen, in einem Masterkurs mit anderen Kontrabass-Studenten zu spielen. Es ging um Beethovens 5. Sinfonie.“ Ein Klacks, hat sich der damals Zehnjährige gedacht, aufs Üben verzichtet und als es ums Umsetzten ging, voll abgelost. „Es war so peinlich, weil ich es einfach nicht konnte. Die ganze Truppe spielte und ich stand da wie ein Hirsch, der in die Scheinwerfer eines Autos starrt. Am liebsten wäre ich im Boden versunken.“

Die zweite Situation, die Justin glauben ließ, er hätte ein Déjà-vu, trug sich erst im vergangenen Jahr zu. Er wurde bei dem Food Festival Taste of München sozusagen entdeckt. Obwohl die Gegebenheiten vor Ort ziemlich chaotisch waren, hat sich Leone sein Set-up selbst zusammengestellt und einer riesigen Menschenmenge seine Weinpräsentation dargeboten. Das hat den Chef von IMG so gefallen, dass er ihn einlud, als Moderator eines Live Cookings in San Francisco aufzutreten.

Die ganze Truppe spielte und ich stand da wie ein Hirsch, der in die Schweinwerfer eines Autos starrt.
Justin Leones Lektion in Demut 

„Ich dachte mir: megageil, dann könnte ich das überall in den USA machen.“ Doch so weit sollte es nicht kommen. „Ich hatte zu der Zeit so viel zu tun. Ich musste meine Arbeit im Tantris abschließen, ebenso die an meinem Buch, die Planung für das neue Restaurant und vieles mehr.“ Und auch der 14-stündige Flug war ein Desaster. „Ich kann im Flugzeug nicht schlafen. Nach einer halben Flasche Champagner und ein bisschen Schnaps ging’s, aber das hat auch nicht wirklich geholfen.“

Justin Leone kam also sowohl übermüdet als auch überarbeitet mit Jetlag und halb krank an. Was ihm blieb, war der Rest seines Selbstbewusstseins: „Ich habe mir gedacht, ich mach die alle fertig. Das ist meine Muttersprache. Wenn ich eine riesige Menge auf Deutsch unterhalten kann, dann erst recht in Englisch.“ Die Situation auf der Bühne stellt sich allerdings ähnlich dar wie in München: Chaos pur. Justin Leones Begrüßung war noch ganz okay, doch: „Der zweite Chefkoch war ein Arschloch“, Zitat Leone.

Unten die Menschenmenge, oben ein todmüder, halbkranker, gut, aber nicht perfekt vorbereiteter Moderator. „Ich kenne das Gefühl, wenn man in einem Stadion vor vielen Leuten steht. Aber mein Bauchgefühl diesmal war wieder: Panik pur. Es war wie das erste Mal, als ich mit 14 auf der Bühne stand. Ich wollte kotzen.“ Und so ging das die ganze Veranstaltung weiter. Die Spitze des Berges bildete ein Interview mit einer Spitzenköchin aus San Francisco und ihrem französischen Co-Koch.

Sie konterte mit einsilbigen Antworten, er gar nicht, weil ihm das Vokabular fehlte. Und mittendrin ein bibbernder Justin Leone, der mit aller Macht versuchte, die Situation zu ändern. Doch vergeblich. Was bleibt, ist die Erkenntnis: „Nie wieder, nie, nie, nie wieder will ich in so eine Situation kommen. Wenn ich bei einem Auftritt nicht 100 Prozent geben kann, dann lohnt es sich einfach nicht.“ Und noch etwas: „Gerade in der Gastronomie muss man auf sich selbst achten. Wenn man das nicht tut, kann das ordentlich in die Hose gehen.“

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