Branche in Gefahr: Gastronomen senden Appell an die Regierung

Rund 100 Gastronomen, Hoteliers und Zulieferer unterzeichneten einen offenen Brief an die Bundesregierung.
November 18, 2022 | Fotos: Shutterstock

Die Gastgewerbe-Branche fürchtet um ihre Existenz. Um auf die ernste Lage aufmerksam zu machen, sendet ein Bündnis aus namhaften Gastronomen, Hoteliers, Caterern und Zulieferern einen Call-To-Action Brief. Darunter sind bekannte Spitzenköche wie Tim Raue, Marco Müller, Max Strohe, The Duc Ngo, Tim Mälzer, Tohru Nakamura oder Haya Molcho. Auch Rational-Vorstandsvorsitzender Peter Stadelmann und Unilever-VP Nadia Meier unterzeichnen neben vielen anderen den Hilferuf, der auf Initiative der METRO und Executive VP Martin Behle an Bundeskanzler Olaf Scholz und die Bundesminister für Wirtschaft und Finanzen gerichtet wurde.

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„Drohende Geschäftsaufgaben in unserer Branche gehen damit ins Mark der gesamten Gesellschaft“, heißt es in der gemeinsamen Stellungnahme heimischer Branchenmitglieder

Ein Auszug aus dem Call-To-Action:

„Wir alle sind in großer Sorge, dass bei uns bald – erneut und diesmal endgültig – das Licht ausgeht.“

Wir sind Restaurants, Cafés und Bars. Wir sind Caterer für Veranstaltungen. Wir sind Verpfleger für soziale Einrichtungen wie Kitas, Schulen, Mensen, Altenheime und Geflüchtetenunterkünfte. Wir sind Hotels, Studentenheime, Coworking-Spaces und Jugendherbergen. Wir sind mehr als 200.000 Unternehmerinnen und Unternehmer in Deutschland, verantwortlich für 1,8 Millionen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Inklusive der breit gefächerten Wertschöpfungskette sind es sogar mehr als 4 Millionen Menschen. Wir alle sind in großer Sorge, dass bei uns bald – erneut und diesmal endgültig – das Licht ausgeht.

Die Bundesregierung bringt eine Vielzahl von Maßnahmen auf den Weg, um Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen durch die Energiekrise zu führen. Doch die Maßnahmen reichen nicht aus, um für unsere spezifische Situation Entlastung zu schaffen.

Drohende Geschäftsaufgaben in unserer Branche gehen damit ins Mark der gesamten Gesellschaft. Es braucht daher Anpassungen der Hilfspakete – und dies schnell. Konkret geht es um:

1. Schnelle Liquiditätshilfe bis zum Start der Gaspreisbremse

Wenn die Gaspreisbremse zum 1. März 2023 in Kraft tritt, ist es für viele von uns zu spät. Die erwogene einmalige Abschlagszahlung im Dezember hilft uns nicht über mehrere Monate hinweg.

2. Anpassung der Bemessungsgrundlage für Gas- und Strompreisbremse

Eine Deckelung der Gas- und Stromkosten für 80 Prozent der Kosten auf Basis des Vorjahresverbrauchs ist für Unternehmen, die 2021 noch monatelang geschlossen waren, nicht geeignet. Für betroffene Unternehmen muss der Vorpandemie-Verbrauch 2019 die Bemessungsgrundlage sein, damit Entlastung stattfindet.

Hier der vollständige Call-To-Action Brief und alle Unterzeichner (PDF)

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