Genuss aus dem Gefängnis: die Knastbohne

Als erstes Gefängnis in NRW röstet die JVA Remscheid seit Anfang Mai ihren eigenen Kaffee. Bald soll das Produkt der breiten Kundschaft angeboten werden.
Mai 27, 2024 | Photos: Shutterstock

Die Worte „Mit Sicherheit aus der JVA Remscheid“ zieren die Verpackung des Kaffees, der derzeit in aller Munde ist. Wobei: noch nicht ganz. Denn der Kaffee, der seit Anfang Mai in der JVA Remscheid geröstet wird, steht derzeit nur den Inhaftierten, Staatsanwaltschaften und Gerichten zur Verfügung.

Doch bald soll jeder in den Genuss des Gefängnis-Kaffees namens „Knastbohne“ kommen. Das steckt dahinter: 

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Die JVA Remscheid röstet seit kurzem ihren eigenen Kaffee.

Die Worte „Mit Sicherheit aus der JVA Remscheid“ zieren die Verpackung des Kaffees, der derzeit in aller Munde ist. Wobei: noch nicht ganz. Denn der Kaffee, der seit Anfang Mai in der JVA Remscheid geröstet wird, steht derzeit nur den Inhaftierten, Staatsanwaltschaften und Gerichten zur Verfügung.

Doch bald soll jeder in den Genuss des Gefängnis-Kaffees namens „Knastbohne“ kommen. Das steckt dahinter: 

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Die JVA Remscheid röstet seit kurzem ihren eigenen Kaffee.

Das Projekt „Knastbohne“ habe laut Betriebsleiter Daniel von Lonski rund zwei Jahre Vorlauf gebraucht – von der ersten Anfrage des Justizministeriums ob das Gefängnis Lust auf das Kaffeerösten hätte, bis zur ersten Bohnen-Abfüllung. 

Die verwendeten Bohnen stammen aus dem weit entfernten Kolumbien, Costa Rica und Vietnam und werden in den Sorten „Filterkaffee“, „Vollautomat“ und „Espresso“ von den Inhaftierten produziert.

Wie man sich den Geschmack des Kaffees vorstellen kann? „Sehr mild und ausgewogen,“ so der Anstaltsleiter Andreas Schüller.

Im ersten Monat wurden bereits über 300 Kilo Kaffee gemahlen – acht Gefangene arbeiten 39 Stunden in der Woche am Projekt. Einer der Mitwirkenden wurde zum „Head of Roasting“ ernannt, der Rest ist dafür zuständig die Bohnen zu sieben und Steinchen, Äste sowie kaputte Stücke auszusortieren.  

Lonski erklärt: „Mit einfachen Arbeiten integrieren wir die Häftlinge. Es gibt nur wenige, die handwerkliche Fähigkeiten haben. Bei den meisten fangen wir klein an.“

 

 
 
 
 
 
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Der Instagram-Account „Knast live“ dokumentiert das Leben und Arbeiten in der JVA Remscheid. 

Noch steht der Kaffee nicht zum Verkauf, lediglich Kostproben werden täglich von den Insassen als Qualitätskontrolle entnommen – dafür haben sie eine eigene Kaffeeküche bekommen. Aber nicht nur das: Für das Projekt wurde ordentlich investiert. Schon die beiden elektronischen Röstmaschinen kosteten jeweils 40.000 Euro. Und auch die Kaffeesteuer hat es bekanntlich in sich.

All diese Ausgaben sollen sich aber auch lohnen, darum wird der Kaffee für 4,90 Euro pro 250 Gramm justizintern verkauft. Zum ersten Mal außer Haus soll die Knastbohne dann am jährlichen  Weihnachtsbasar verkauft werden. 

Anstaltsleiter Andreas Schüller sagte, er sei „mega stolz“ auf das Projekt und das Team dahinter: „Das zeigt, was der Vollzug alles kann.“

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