Gastro-Comeback in Vorarlberg: Darum sträuben sich Wirte gegen Öffnung

Vorarlberg öffnet am Montag die Gastronomie in Außen- und Innenbereich. Mit einer großen Öffnungswelle ist aber nicht zu rechnen: Strenge Vorschriften und Chaos um eine Maskenpflicht bei Tisch stößt Wirten sauer auf.
März 12, 2021 | Fotos: beigestellt, Shutterstock

(Update: 15.03.2021)

Während in Deutschland von der Ankunft der dritten Welle gesprochen wird und im Rest Österreichs die 7-Tage-Inzidenz erstmals in diesem Jahr über 200 gestiegen ist, hat in Vorarlberg, wo die Infektionszahlen immer noch vergleichsweise niedrig sind, die Gastronomie geöffnet. Vor dem Wochenende wollten zumindest noch etwa 40 Prozent der Wirte öffnen. Mittlerweile sind es laut der neuesten Umfrage der WKO Vorarlberg nur mehr 30 Prozent, die heute ihre Pforten öffnen. Jene, die geschlossen bleiben, führten mehrere Gründe an; vor allem jedoch die fehlende Wirtschaftlichkeit und die zu strengen Rahmenbedingungen.

Unter diesen Bedingungen dürfen Gasthäuser in Vorarlberg ab heute öffnen:

  • Zwei Meter Abstand zwischen Tischen
  • Pro Tisch maximal vier Personen plus minderjährige Kinder
  • Sperrstunde gleichzeitig mit der Ausgangssperre um 20 Uhr
  • Gäste müssen negativen Coronavirus-Test vorweisen (Selbsttests nicht zulässig)
  • FFP2-Maskenpflicht für Gäste bis zum Erreichen des Platzes

Veranstaltungen mit bis zu 100 Personen sind zugelassen, wenn es fix zugewiesene Sitzplätze gibt. Hier gilt FFP2-Maskenpflicht am Sitzplatz.

(Update: 12.03.2021 um 13:56 Uhr)

Der Entwurf der vierten Novelle zur 4. Covid-19-Schutzmaßnahmenverordnung ist am Freitag im Nationalrat beschlossen worden. Darin geht es um die Lockerung der Corona-Maßnahmen. Ab Montag sollen Jugendsport und Jugendarbeit in ganz Österreich mit Einschränkungen erlaubt sein. In Vorarlberg wird es noch lockerer zugehen: dort öffnen Kultureinrichtungen, Veranstaltungen werden erlaubt und sogar Restaurants öffnen – außen und innen. Gerade in diesem letzten Punkt kam es am Donnerstag aber zu Unklarheiten und Streit. Einerseits um die Sperrstunde – im Entwurf war von 19 Uhr die Rede –, andererseits um die Maskenpflicht in Innenräumen.

Wirte im Ländle sind unzufrieden mit dem Verordnungs-Chaos und den strengen Bedingungen für die Öffnung. Daher ist am Montag wohl nicht mit einer großen Öffnungswelle zu rechnen.

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Mike Pansi von der Wirtschaftskammer: „Rahmenbedingungen sind zu hart.“

(Update: 15.03.2021)

Während in Deutschland von der Ankunft der dritten Welle gesprochen wird und im Rest Österreichs die 7-Tage-Inzidenz erstmals in diesem Jahr über 200 gestiegen ist, hat in Vorarlberg, wo die Infektionszahlen immer noch vergleichsweise niedrig sind, die Gastronomie geöffnet. Vor dem Wochenende wollten zumindest noch etwa 40 Prozent der Wirte öffnen. Mittlerweile sind es laut der neuesten Umfrage der WKO Vorarlberg nur mehr 30 Prozent, die heute ihre Pforten öffnen. Jene, die geschlossen bleiben, führten mehrere Gründe an; vor allem jedoch die fehlende Wirtschaftlichkeit und die zu strengen Rahmenbedingungen.

Unter diesen Bedingungen dürfen Gasthäuser in Vorarlberg ab heute öffnen:

  • Zwei Meter Abstand zwischen Tischen
  • Pro Tisch maximal vier Personen plus minderjährige Kinder
  • Sperrstunde gleichzeitig mit der Ausgangssperre um 20 Uhr
  • Gäste müssen negativen Coronavirus-Test vorweisen (Selbsttests nicht zulässig)
  • FFP2-Maskenpflicht für Gäste bis zum Erreichen des Platzes

Veranstaltungen mit bis zu 100 Personen sind zugelassen, wenn es fix zugewiesene Sitzplätze gibt. Hier gilt FFP2-Maskenpflicht am Sitzplatz.

(Update: 12.03.2021 um 13:56 Uhr)

Der Entwurf der vierten Novelle zur 4. Covid-19-Schutzmaßnahmenverordnung ist am Freitag im Nationalrat beschlossen worden. Darin geht es um die Lockerung der Corona-Maßnahmen. Ab Montag sollen Jugendsport und Jugendarbeit in ganz Österreich mit Einschränkungen erlaubt sein. In Vorarlberg wird es noch lockerer zugehen: dort öffnen Kultureinrichtungen, Veranstaltungen werden erlaubt und sogar Restaurants öffnen – außen und innen. Gerade in diesem letzten Punkt kam es am Donnerstag aber zu Unklarheiten und Streit. Einerseits um die Sperrstunde – im Entwurf war von 19 Uhr die Rede –, andererseits um die Maskenpflicht in Innenräumen.

Wirte im Ländle sind unzufrieden mit dem Verordnungs-Chaos und den strengen Bedingungen für die Öffnung. Daher ist am Montag wohl nicht mit einer großen Öffnungswelle zu rechnen.

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Mike Pansi von der Wirtschaftskammer: „Rahmenbedingungen sind zu hart.“

Vorarlberg: „Maske darf beim Essen und Trinken abgenommen werden“

Eigentlich hatte man sich auf eine maskenfreie Gastronomie geeinigt. Umso überraschender, als Agenturen am Donnerstag berichteten, dass laut Verordnungsentwurf eine Maskenpflicht am Tisch herrschen solle. Manche stellten sich schon Bilder vor, die man aus Karikaturen kennt: die fröhliche Runde am Stammtisch, Bier mit Strohhalm durch ein Loch der FFP2-Maske-Schlürfend; oder einen Gast, der die Maske mit einer Hand entfernt, um einen Bissen Käsespätzle zu nehmen und sie sogleich wieder aufzusetzen.

Tatsächlich gelte die Maskenpflicht nur bis zum Erreichen des Platzes, wie das Gesundheitsministerium laut Vorarlberger Nachrichten bestätigte. Beim Essen und Trinken darf die Maske abgenommen werden. Gegessen werden darf nur am Tisch, Selbstbedienung ist verboten. Erlaubt sind bis zu vier Personen aus zwei Haushalten pro Tisch plus Kinder, wobei zwischen den Tischen zwei Meter Abstand, oder eine Barriere sein muss. Eintritt in Gastronomie wird entweder mit einem 48 Stunden alten Antigentest oder mit einem 72 Stunden alten PCR-Test möglich sein.

Sperrstunde doch um 20 Uhr

Nach wie vor werden in Vorarlberg Ausgangsbeschränkungen ab 20 Uhr gelten. Dann, so war es ursprünglich angedacht, wird auch für die Wirtshäuser Sperrstunde sein. Für Mario Pulker, Obmann der Sparte Gastronomie in der WKO, war das schon zu früh. Im seit gestern vorliegenden Gesetzesentwurf stand dann plötzlich 19 Uhr, wie Nachrichtenagenturen vermeldeten. Offenbar musste um die eine Abendstunde lange verhandelt werden. Die Vorarlberger Nachrichten berichteten von einem „harten Kampf um die 20-Uhr-Sperrstunde“.

Mittlerweile kam von der Landesregierung die Information, dass es doch bei der Sperrstunde um 20 Uhr bleibe. Was aber denkbar wäre, ist laut Medienberichten ein Lokalschluss um 19 Uhr, sodass ab diesem Zeitpunkt keine neuen Gäste mehr hereingelassen werden dürfen. Genau werden wir es heute Mittag wissen – das Ende des Hauptausschusses ist für 13 Uhr anberaumt.

60 Prozent der Wirte wollen nicht öffnen

WKO-Gastro-Obmann Mike Pansi appellierte im Vorfeld der Öffnung an alle Betriebe und Gäste, sich an die Sicherheitsvorschriften zu halten. Weil es mit den bestehenden Beschränkungen nicht für alle Betriebe betriebswirtschaftlich sinnvoll sei, zu öffnen, will der Gastronomievertreter bis Ostern nachverhandeln. Unter anderem fordert er, dass der Mindestabstand zwischen Tischen auf einen Meter schrumpft und Selbsttests als Eintritt für Gaststätten gültig sind.

Mit den bestehenden Rahmenbedingungen wollen laut einer am Freitag durchgeführten Umfrage der WKO Vorarlberg nur 40 Prozent der Gastwirte am Montag öffnen. Pansi begründet dies damit, dass die Vorschriften zu hart wären. „Ich hätte nicht gesehen, dass man anderen Branchen so – zum Teil – zwischen die Füße gefahren ist. Wenn der Handel sagt, das brauche er, dann kriegt er es. Wenn die Industrie sagt, das seien ihre Faktoren, dann haben sie sie auch“, wird er in Medien zitiert.

Den Ausfallbonus bekommen Wirte weiterhin, unabhängig davon, ob sie am Montag öffnen oder nicht. Wenn geöffnet wird, allerdings nur, wenn das Restaurant maximal 60 Prozent des Umsatzes vom März 2019 macht.

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