Konsortium Südtirol Wein
Weinland Südtirol:
Lange Tradition, viele Facetten, höchste Qualität
Südtirol ist ein kleines Anbaugebiet und doch bringt es Jahr für Jahr eine beeindruckende Zahl von Spitzenweinen hervor. Die Frage nach dem Warum ist also berechtigt, nur gibt es
keine einfache Antwort darauf. Liegt es an 2500 Jahren Tradition? An kleinen, familiengeführten Betrieben? An einer konsequenten Qualitätspolitik gepaart mit viel Handarbeit? Oder liegt es
an optimalen natürlichen Bedingungen? Nur eines ist sicher: Das Weinland Südtirol besticht durch eine Vielzahl von Facetten und damit durch eine Vielfalt, die es in dieser Form wohl
nicht noch einmal gibt.
Ein Weinland der vielen Facetten
Keine Frage: Das Weinland Südtirol ist privilegiert, und zwar gleich doppelt. Da ist einmal die Natur, die ihren Beitrag zum Facettenreichtum von Südtirol Wein beiträgt. So sorgen Klima, Böden und Lagen für unterschiedlichste Bedingungen in den einzelnen Südtiroler Weinanbaugebieten. Und selbst innerhalb dieser Gebiete gibt es noch Unterschiede, die sich auch im Glas widerspiegeln. In jedem Fall aber sind es zuallererst die Böden, die – im wahrsten Sinne des Wortes – das Fundament des Weinlandes Südtirol bilden. Ihr Ursprung geht auf die Entstehung der Alpen zurück, bevor riesige Eiszeitgletscher, aber auch Flüsse, Bäche und Vulkane dafür gesorgt haben, dass sich die Böden auch auf kleinem Raum unterscheiden: von lehmhaltigen Untergründen im Talboden bis zu skelettreichen Böden auf ehemaligen Moränen.
Bei rund 150 verschiedenen Gesteinsarten, die in Südtirol vorkommen, und der nicht zuletzt dadurch entstehenden kleinräumigen Unterschiede ist es schwierig, Bodentypen zu verorten. Stark verallgemeinernd könnte man sagen, dass in Bozen und Umgebung Böden aus vulkanischem Porphyr dominieren, im Eisacktal und Vinschgau Urgesteinsböden mit Quarz, Schiefer und Glimmer, während im Süden Südtirols Kalk- und Dolomitgestein den Ton angeben. Neben der Vielzahl an Böden sorgen zahllose Mikroklimata dafür, dass die Bedingungen von Anbaugebiet zu Anbaugebiet, oft sogar von Parzelle zu Parzelle variieren. Das liegt an der Topographie Südtirols, das – als Herz der Alpen – von Bergen geprägt und von Tälern zerfurcht ist. So ergeben sich unterschiedlichste Höhenstufen und Hanglagen und daraus wiederum unterschiedliche Sonneneinstrahlungen, Windbedingungen und Temperaturen.
Auch im Großen sind es die Alpen, die das Klima Südtirols prägen. Nach Norden hin schützt der Alpenhauptkamm das Land wie eine Mauer vor kalten Luftströmungen, während die milden, warmen aus dem Mittelmeerraum ungehindert einströmen können. Die Kombination dieser beiden Faktoren sorgt für heiße Sommer und nicht allzu raue Winter, für genügend, weitgehend gleichmäßig über das Jahr verteilte Niederschläge und einen ständigen Luftzug, der die gegen Feuchtigkeit empfindlichen Trauben trocken bläst.
Weinberge – im wahrsten Sinne des Wortes
Das Klima einerseits und die wie auf einer Treppe angelegten Weinberge andererseits sorgen dafür, dass sich ganz unterschiedliche Rebsorten in Südtirol wohl fühlen. So setzt man in tieferen Lagen mit höheren Temperaturen auf spät reifende Sorten, also etwa auf Lagrein, Merlot, Cabernet Sauvignon oder auch auf Chardonnay. Für finessenreiche Weine, allen voran Weißburgunder, Sauvignon Blanc oder Blauburgunder, werden dagegen höhere und daher kühlere Lagen bevorzugt – übrigens auch tendenziell höhere als noch in jüngerer Vergangenheit, macht sich der Klimawandel doch auch in Südtirol bemerkbar.
Die besonderen klimatischen Bedingungen machen es möglich, dass in Südtirol die nördlichsten Weinberge südlich der Alpen angelegt werden konnten. „Weinberge“ ist in Südtirol übrigens ein Begriff, der sich nicht umsonst anstelle von „Weingärten“ entwickelt hat. Schließlich schmiegen sich die meisten Rebzeilen an steile Hänge bis in Höhen von 1.000 Metern. Sie bedingen zwar ein Mehr an Arbeit (vor allem Handarbeit), sorgen aber auch dafür, dass die Sonne ungehindert auf die Reben scheinen kann, dass Winde über sie streifen und die Trauben trocken halten und nicht zuletzt, dass gerade im Sommer nach heißen Tagen Fallwinde aus den Bergen für kühle Nächte sorgen – und damit für Temperaturunterschiede, die den Trauben besonders behagen.
Es gibt nur ein Ziel: höchste Qualität
Blickt man auf die Geschichte des Südtiroler Weins, sieht man auch, dass die späten 1980er-Jahre eine Zäsur bringen. Hatte man bis dahin weitgehend auf Masse gesetzt, wird damals das Ruder herumgerissen und der Kurs neu bestimmt. Das Ziel heißt „höchste Qualität“ und es wird auch heute noch konsequent angesteuert: mit einer umfassenden Ausbildung aller Beteiligten, mit viel Informations- und Schulungsarbeit, mit Sensibilisierung und einem offenen Geist, der – auf der Tradition aufsetzend – auch Innovation
zulässt.
Das Fundament des Qualitätsstrebens bildet allerdings eine an sich einfache Erkenntnis: jene, dass sich Südtirols Lagen und Anbaugebiete aufgrund ihrer natürlichen Vielfalt nicht über einen Kamm scheren lassen. Und das heißt wiederum, dass der erste Schritt in der Auswahl der optimalen Rebsorte für die jeweilige Lage liegt. Mit der Qualitätswende der 1980er-Jahre geht also ein Paradigmenwechsel einher: Es ist nicht mehr die Sorte, die der Lage aufgezwungen wird, sondern die Lage, die die für sie optimale Sorte bestimmt.
Die Folgen dieses Paradigmenwechsels waren weitreichend. So hat sich Südtirol in den letzten fast 40 Jahren von einem vom Vernatsch dominierten Anbaugebiet zu einem entwickelt, in dem heute rund 20 Rebsorten ideale Bedingungen vorfinden. Zudem hat sich das Rotweinland Südtirol zu einem Land entwickelt, das fast zu zwei Dritteln von weißen Sorten dominiert wird: von Pinot Grigio über Chardonnay und Sauvignon Blanc bis zu Gewürztraminer und Weißburgunder Auch auf der roten Seite hat sich einiges getan: Nicht mehr der der Vernatsch ist hier der König, sondern Blauburgunder und Lagrein, wobei dazu gesagt werden muss, dass auch der Vernatsch einen enormen Qualitätssprung gemacht hat und seine Vertreter von den
renommierten Weinführern immer wieder zu den großen Südtiroler Weinen gezählt werden.
86 Lagen ausgewiesen und anerkannt
Mit der neuen Erzeugervorschrift, die im Oktober 2024 vom italienischen Landwirtschaftsministerium genehmigt worden ist, ist die konsequente Anpassung der Rebsorte an die jeweilige Lage sogar amtlich anerkannt worden: in Gestalt von 86 klar definierten und bis ins Detail dokumentierten ergänzenden geografischen Einheiten. Für diese wurden bis zu fünf Rebsorten zugelassen, die am besten zu den Gegebenheiten der jeweiligen Lage passen. Zudem gelten strenge Regeln in Sachen Qualität. So können nur Südtirol DOC Weine auch Lagenweine sein, zudem wurden die Erntemengen noch einmal um ein Viertel im Vergleich zur allgemeinen DOC-Regelung reduziert.
Und nicht zuletzt gilt: Die Trauben von Lagenweinen müssen zu 100 Prozent aus der ausgewiesenen Lage stammen. Für die Konsumentinnen und Konsumenten heißt dies: Wo ab dem Jahrgang 2024 der Name einer Lage auf dem Etikett samt dem zugehörigen Lagensymbol in Form einer stilisierten Weintraube angeführt ist, ist eine genaue Verortung des Weins möglich.
Das Weinland Südtirol in Zahlen
Anbaufläche: 5.860 ha (ca. 1 % der Anbaufläche Italiens)
Höhenlagen: 200 – 1000 m. ü. d. M.
Weinbaubetriebe: 4.800
Jahresproduktion: 40 Mio. Flaschen
DOC-Anteil an der Weinproduktion: 96 %
Anteile an der Produktion: 65 % Weißweine, 35 % Rotweine
Sekt-Produktion: 600.000 Flaschen nach der klassischen Methode
Anteile der wichtigsten Rebsorten an der Anbaufläche:
– Pinot Grigio 12 %
– Chardonnay 12 %
– Blauburgunder 11 %
– Gewürztraminer 10 %
– Weißburgunder 10 %
– Lagrein 9 %
– Sauvignon 9 %
– Vernatsch 8 %
Kompetenzzentrum Südtirol Wein:
Dreh- und Angelpunkt für alle Weinakteure in Südtirol
Das Konsortium Südtirol Wein bündelt alle Akteure des Südtiroler Weinsektors: Kellereigenossenschaften, Weingüter und freie Weinbauern. Die Interessensvertretung wurde 2007 gegründet und ist mittlerweile das wichtigste Organ für strategische, fachliche, rechtliche und kulturelle Fragen. Südtirol Wein ist die Schnittstelle zwischen Winzern und Institutionen, die sich mit dem Weinbau in Südtirol befassen. Das Ziel der Zusammenarbeit besteht darin, die hohe Qualitätsdichte im Weinsektor mit einer ebenso hohen Qualität an Wissenstransfer und Marketing zu unterstützen. Das Konsortium fungiert als Beratungszentrum für EU-Förderprojekte, für Forschungsprojekte, Fragen zum Weinrecht, Erzeugungsvorschriften, Registerführung, Nachhaltigkeit und Agenda 2030 sowie für Beratung rund um Marktauftritte im In- und Ausland. Südtirol Wein tritt als Sprachrohr nach innen und im Ausland auf.
Kontakt
Konsortium Südtirol Wein
39100, Bozen
Sarah Baraldi
info@suedtirolwein.com
+39 0471 978528
https://www.suedtirolwein.com

