Keine Angst vor Peergroups!

Warum Zugehörigkeit und Identifikation nicht nur für Gäste, sondern vor allem für den Gastro-Nachwuchs essentiell sind.
Februar 5, 2026 | Text: Redaktion | Fotos: Julia Loisbichler

Essen ist längst mehr als reine Nahrungsaufnahme. Es ist Identifikation, Haltung, manchmal sogar Statussymbol. Vegan, Paleo, Nose to Tail, Fine Dining oder Streetfood – all das sind keine Zufälle, sondern Ausdruck von Zugehörigkeit. Wer Teil einer Gruppe ist, fühlt sich stärker. Sicherer. Und genau diese Dynamik sollten wir nicht verteufeln, sondern endlich für unsere Branche nutzen. Gerade beim Nachwuchs sehe ich hier eine große Lücke. 

Essen ist längst mehr als reine Nahrungsaufnahme. Es ist Identifikation, Haltung, manchmal sogar Statussymbol.
Vegan, Paleo, Nose to Tail, Fine Dining oder Streetfood – all das sind keine Zufälle, sondern Ausdruck von Zugehörigkeit. Wer Teil einer Gruppe ist, fühlt sich stärker. Sicherer. Und genau diese Dynamik sollten wir nicht verteufeln, sondern endlich für unsere Branche nutzen. Gerade beim Nachwuchs sehe ich hier eine große Lücke.

Junge Köchinnen und Köche haben ähnliche Interessen, ähnliche Fragen, ähnliche Zweifel. Was fehlt, ist das Bündeln dieser Kräfte. Zu wenige Plattformen, zu wenige Räume, in denen sich Gleichgesinnte austauschen, voneinander lernen und gemeinsam wachsen können.

Dabei entsteht Fortschritt genau dort: im Austausch auf Augenhöhe. Alte Zöpfe werden abgeschnitten, Neues wird ausprobiert, Bestehendes hinterfragt. So entsteht Entwicklung. Gleichzeitig braucht jede Peergroup auch Offenheit. Erfahrung darf nicht als Bremse wirken, sondern muss als Resonanzraum dienen.

Es braucht Menschen, die zuhören können, die Neues zulassen, ohne ihre Haltung zu verlieren. Peergroups dürfen keine Clubs sein, keine elitären Zirkel – sondern offene Systeme, die neugierig machen statt auszugrenzen.

Meine kürzliche Reise in die Inselwelt von Madagaskar hat mir das jetzt eindrucksvoll gezeigt. Wir stießen zufällig auf eine Gruppe Einheimischer und Reisender, verbunden durch Musik, Neugier und gemeinsames Essen. Keine Einladung, kein Konzept – nur Respekt, Offenheit und echtes Interesse.

Am Ende teilten wir eines der besten Barbecues meines Lebens. Regional, ehrlich, gemeinschaftlich. Eine Peergroup im besten Sinne. Was wir daraus lernen können? Gastronomie funktioniert dann am stärksten, wenn sich Menschen wiederfinden – als Team, als Gastgeber, als Gäste.

Wenn wir Peergroups nicht als Bedrohung sehen, sondern als Chance, entsteht Identität. Und genau die brauchen wir dringender denn je. Nicht mehr Abgrenzung, sondern mehr Zugehörigkeit. Nicht weniger Gruppen, sondern bessere. Denn wer sich verbunden fühlt, bleibt. Und wer bleibt, verändert diese Branche, macht sie noch besser.

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Heiko Antoniewicz ist Koch, Autor und Weltenbummler. Hier schreibt er erstmals, was er sonst nur denkt.

www.antoniewicz.org

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