Berliner Royalty

Zehn Jahre, Drei Gastronomen, eine Vision: Stephan Landwehr, Boris Radczun und Moritz Estermann bringen mit der Grill-Royal-Gruppe ein Highlight nach dem anderen in die Berliner Food-Szene.
Januar 11, 2018 | Text: Mia Schlichtling | Fotos: Robert Rieger, Stefan Korte, Jule Müller

Trio Infernale

Zehn Jahre nach der Eröffnung des legendären Grill Royal am Spreeufer ist das Grill-Royal-Imperium tonangebend in der Hauptstadt: Das Sternerestaurant Pauly Saal, das Le Petit Royal und das Einstein Unter den Linden positionieren das Unternehmen im Epizentrum der Konzeptgastronomie.

Berliner Royalty: Stephan Landwehr, Boris Radczun, Moritz Estermann

Wie lange arbeiten Sie schon zusammen?
Stephan Landwehr: Boris und ich haben den Grill Royal vor elf Jahren zusammen gegründet. Seit der Eröffnung des Pauly Saals 2012 arbeiten wir zu dritt mit Moritz.

Wie kam es zu Ihrer Zusammenarbeit?
Landwehr: Wir hatten immer schon ein großes kulinarisches Interesse und das hat uns zusammengeführt.
Boris Radczun:
Die Restaurantszene war vor zwölf Jahren natürlich wesentlich kleiner als heute; wir wollten aber auch nicht mehr immer nur zu Hause kochen und einladen.

Was ist Ihre Verbindung zur Gastronomie?
Landwehr:
Wir sind alles keine Profigastronomen. Bei uns steht eine gute Küche im Vordergrund, der Rest hat sich unterzuordnen.
Radczun: Wir sind auch wirklich gerne Gastgeber. Wie sieht konkret die Arbeitsaufteilung zwischen Ihnen dreien aus?
Moritz Estermann: Bei uns macht jeder alles, ansonsten wird es ziemlich schnell langweilig.

Wie oft treffen Sie sich dann für Meetings?
Landwehr: Sehr regelmäßig. Mittags im Einstein, abends im Grill oder im Pauly Saal. Gerne auch im Le Petit Royal oder, wenn wir Lust auf Thailändisch haben, natürlich im Kin Dee. Das dottir hat ja leider zu.

Waren Sie bei der Firmengründung auf Fremdkapital angewiesen?
Radczun:
Stephan hat seinen Peter Doig für das Unternehmen geopfert. Das hat für den Start gereicht. Wir haben nie fremdes Geld gebraucht. Das Grill-Royal-Imperium umfasst inzwischen unterschiedlichste Modelle von Nordic Cuisine über Thai Food.

Wie sehr sind Sie an der Konzeptentwicklung beteiligt?
Radczun: Die Konzepte entwickeln wir natürlich selbst, und am Anfang steht immer die kulinarische Inspiration. Ich würde ja gerne noch mal einen Italiener aufmachen.
Dass Sie ein glückliches Händchen für erfolgreiche Konzepte haben, hat der Michelinstern für den Pauly Saal noch untermauert.
Radczun: Wir haben uns total über den Stern gefreut, das kam sehr unerwartet. Jetzt arbeiten wir mit Leidenschaft am zweiten!

Auf welche Erfolge sind Sie besonders stolz? Welche Herausforderungen haben Sie über die Jahre meistern müssen und was haben Sie dazugelernt?
Radczun: Der Michelinstern, die Auszeichnung zum Gastronom des Jahres, das freut einen sehr. Aber ein starkes Team aufgebaut zu haben, ist das eigentlich Tolle an der Entwicklung.
Landwehr: Ich bin im Kopfrechnen stärker geworden.
Estermann: Die tägliche Herausforderung ist es, die Läden zu füllen. Welche Meilensteine und Faktoren waren Ihrer Meinung nach förderlich für den Erfolg der Grill-Royal-Gruppe? Landwehr: Mit den besten Leuten zusammenzuarbeiten, die man finden kann. Inzwischen zählt unsere Gruppe etwa 250 Mitarbeiter.

Welchen Rat hätten Sie vor zehn Jahren gerne gehabt?
Landwehr: Keine Gastronomie zu machen.

Die Schließung des dottir hat in Berlin einen Aufschrei ausgelöst.Welche Pläne haben Sie mit dem Restaurant?
Estermann:
Wir hoffen, in den kommenden Jahren einen neuen Ort für dieses einzigartige Küchenkonzept in Berlin zu finden.

Wie sieht die Zukunft der Grill-Royal-Gruppe aus? Bleiben Sie mit Ihren Projekten in Berlin?
Landwehr: Ich denke, unsere Zukunft sieht rosig aus. Wir planen gerade ein tolles Hotel in Mitte und es sieht so aus, als würden wir Berlin treu bleiben.
Radczun: Sicherlich möchten wir uns aber auch nicht eingrenzen lassen und schauen, was auf uns zukommt.

www.grillroyal.com
www.paulysaal.com
www.lepetitroyal.de
www.kindeeberlin.com
www.einstein-udl.com

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