Die 25hours Hotels greifen global an

Accor paktiert mit den 25hours Hotels und die gesamte Branche steht Kopf. Wie der 25-Stunden-CEO Christoph Hoffmann durch diese Liaison die weltweite Entwicklung der Marke vorantreiben will.
April 6, 2017 | Text: Georg Hoffelner | Fotos: Monika Reiter, 25hours Hotels

Christoph Hoffmann

Expansion mit Plan

Beim Gespräch mit Christoph Hoffmann drängt mächtig die Zeit, denn der Hotelier des Jahres 2017 ist schon wieder auf dem Sprung. Die nächsten Destinationen: Bangkok und dann Sydney. Im Auftrag von Accor, denn Hoffman hat mit seinem Baby in den kommenden Jahren viel vor. Die im Jahr 2005 gegründete 25hours Hotel Company betreibt derzeit sieben Hotels in Wien, Hamburg, Frankfurt, Berlin und Zürich. Fünf weitere Häuser eröffnen in den nächsten zwei Jahren in Zürich, München, Köln, Düsseldorf und Paris. An einer Expansion ins europäische Ausland wird seit einiger Zeit gearbeitet, mit Accor als Partner rücken nun also auch Langstrecken-Destinationen in den Fokus.

Zum Erstaunen vieler in der Branche habt ihr euch mit Accor verheiratet. Warum? 
Christoph Hoffmann: Diese Liaison hat vorrangig den Grund, dass wir die globalen Strukturen von Accor sehr gut nutzen können. Der Fokus liegt hauptsächlich auf Expansion. Darum bin ich jetzt dann noch mehr unterwegs, um mir eben auch mögliche Standorte in Singapur, Bangkok oder auch Sydney anzusehen.

Wie wollt ihr denn das zukünftig alles unter einen Hut bekommen? Ihr seid doch bekannt für die Liebe zum Detail, ist das dann auch noch umsetzbar? 
Hoffmann: Das gilt es jetzt für mich herauszufinden. Was bedeuten diese neue Möglichkeiten? Was ist überhaupt machbar?

Und ihr seid dann auch ganz normal über die Accor-Online-Plattformen zu buchen? 
Hoffmann: Genau. Neben dem Thema Development, das unser vorrangiger Beweggrund war, diese Partnerschaft einzugehen, hatten wir auch noch einen weiteren wichtigen Antrieb: Distribution. Accor ist nämlich meiner Meinung nach, wenn es um Distribution geht, einer der Blueprints, also absoluter Vorreiter. Daher erhoffen wir uns mittelfristig sehr viel. Wir sind jetzt auch schon dabei, unsere Systeme daraufhin auszurichten, dass wir uns in zwei Schritten an die Distributionskanäle anschließen können. Aktuell sind wir in Phase eins, wo wir an das Accor-Loyalty-Programm andocken, in den nächsten 18 Monaten werden wir unser System so umgestellt haben, das es einen hoffentlich nahtlosen Übergang geben wird.

Ihr erhofft euch dadurch also schon eine noch bessere Auslastung? 
Hoffmann: Auf jeden Fall. Davon gehen wir aus. Zumindest eine noch bessere Rendite. Und wir können neue Märkte erschließen. Es gibt bei uns Gott sei Dank einige Hotels bei denen wir an die Auslastungsgrenzen stoßen, aber das ist ja noch nicht überall so. Wenn man etwa Frankfurt oder Zürich als stark geprägten Corporate-Markt nimmt, ist da natürlich die Auslastung noch nicht so hoch wie in Berlin, wo wir bei über 90 Prozent liegen. Da haben wir eher den unteren 80er-Prozent-Bereich, also durchaus noch einiges an Potenzial.

Christoph Hoffmann

Expansion mit Plan

Beim Gespräch mit Christoph Hoffmann drängt mächtig die Zeit, denn der Hotelier des Jahres 2017 ist schon wieder auf dem Sprung. Die nächsten Destinationen: Bangkok und dann Sydney. Im Auftrag von Accor, denn Hoffman hat mit seinem Baby in den kommenden Jahren viel vor. Die im Jahr 2005 gegründete 25hours Hotel Company betreibt derzeit sieben Hotels in Wien, Hamburg, Frankfurt, Berlin und Zürich. Fünf weitere Häuser eröffnen in den nächsten zwei Jahren in Zürich, München, Köln, Düsseldorf und Paris. An einer Expansion ins europäische Ausland wird seit einiger Zeit gearbeitet, mit Accor als Partner rücken nun also auch Langstrecken-Destinationen in den Fokus.

Zum Erstaunen vieler in der Branche habt ihr euch mit Accor verheiratet. Warum?
Christoph Hoffmann: Diese Liaison hat vorrangig den Grund, dass wir die globalen Strukturen von Accor sehr gut nutzen können. Der Fokus liegt hauptsächlich auf Expansion. Darum bin ich jetzt dann noch mehr unterwegs, um mir eben auch mögliche Standorte in Singapur, Bangkok oder auch Sydney anzusehen.

Wie wollt ihr denn das zukünftig alles unter einen Hut bekommen? Ihr seid doch bekannt für die Liebe zum Detail, ist das dann auch noch umsetzbar?
Hoffmann: Das gilt es jetzt für mich herauszufinden. Was bedeuten diese neue Möglichkeiten? Was ist überhaupt machbar?

Und ihr seid dann auch ganz normal über die Accor-Online-Plattformen zu buchen?
Hoffmann: Genau. Neben dem Thema Development, das unser vorrangiger Beweggrund war, diese Partnerschaft einzugehen, hatten wir auch noch einen weiteren wichtigen Antrieb: Distribution. Accor ist nämlich meiner Meinung nach, wenn es um Distribution geht, einer der Blueprints, also absoluter Vorreiter. Daher erhoffen wir uns mittelfristig sehr viel. Wir sind jetzt auch schon dabei, unsere Systeme daraufhin auszurichten, dass wir uns in zwei Schritten an die Distributionskanäle anschließen können. Aktuell sind wir in Phase eins, wo wir an das Accor-Loyalty-Programm andocken, in den nächsten 18 Monaten werden wir unser System so umgestellt haben, das es einen hoffentlich nahtlosen Übergang geben wird.

eine Hängematte vorm Fenster

Ihr erhofft euch dadurch also schon eine noch bessere Auslastung?
Hoffmann: Auf jeden Fall. Davon gehen wir aus. Zumindest eine noch bessere Rendite. Und wir können neue Märkte erschließen. Es gibt bei uns Gott sei Dank einige Hotels bei denen wir an die Auslastungsgrenzen stoßen, aber das ist ja noch nicht überall so. Wenn man etwa Frankfurt oder Zürich als stark geprägten Corporate-Markt nimmt, ist da natürlich die Auslastung noch nicht so hoch wie in Berlin, wo wir bei über 90 Prozent liegen. Da haben wir eher den unteren 80er-Prozent-Bereich, also durchaus noch einiges an Potenzial.

Habt ihr da bestimmte Vorgaben von Accor bekommen? So in der Art: Ihr müsst pro Jahr vier neue Hotels aufmachen?
Hoffmann: Nein, Gott sei Dank nicht! Das ist sehr frei gehalten, wir können entscheiden, wo wir was machen und ob wir überhaupt etwas machen. Genauso hat aber auch Accor die Möglichkeit mitzuentscheiden und ein Veto-Recht. Accor kann zum Beispiel sagen: „Macht hier besser keinen Pachtvertrag, sondern einen Managementvertrag.“ Genauso können aber auch wir sagen: „Nein, wir haben keine Lust auf Dubai.“ Oder: „Halt, wir haben bereits für drei Projekte unterschrieben, mehr machen wir nicht!“ Das größte Problem, das wir haben und auch bisher hatten, ist, dass wir so ungern Nein sagen. Wenn man eben so eine Art Once-in-a-lifetime-Möglichkeit bekommt, ist man doch versucht zuzusagen.

Das war wahrscheinlich auch beim Projekt Barcelona so, oder? Daraus ist bis heute noch nichts geworden.
Hoffmann: Ja, stimmt. Das ist sehr unglücklich gelaufen. Da gibt es eine Bürgermeisterin, die für touristische Bauten – vor allem Hotelprojekte – ein Moratorium auferlegt hat, und die verlängert diesen Aufschub immer wieder. Wir haben da ehrlich gesagt mittlerweile auch wenig Hoffnung, dass das noch etwas wird.

Zirkus-Motiv

Dafür gibt es gute Neuigkeiten für Frankreich?
Hoffmann: Richtig. Da planen wir ein geniales Hotel in Paris, mit ganz neuen Erfahrungswerten. Kurz vor dem Jahreswechsel konnte nämlich ein langfristiger Managementvertrag für das 25hours Hotel Terminus Nord in Paris unterzeichnet werden. Das Hotel wurde vom asiatischen Investor Hua Kee durch Invesco Real Estate, den globalen Investmentmanager, erworben. Hua Kee, ein thailändisches Family Office, besitzt und betreibt bereits seit Jahren erfolgreich mehrere Hotelimmobilien in Südostasien und Australien.

Und ihr habt dafür ein stattliches Gebäude gefunden, oder? 
Hoffmann: Stimmt. Das herrschaftliche Gebäude-Ensemble am Pariser Bahnhof Gare du Nord wurde in den 1860er-Jahren kurz nach der Eröffnung des Bahnhofs erbaut und wird derzeit noch als Mercure Hotel betrieben. Gastronomie und Einzelhandel auf Straßenebene bleiben auch nach dem Betreiberwechsel unverändert erhalten. Das Haus mit 236 Zimmern wird ab sofort in zwei Etappen vom lokalen Architekturbüro Axel Schönert Architects komplett renoviert. Voraussichtlich im Sommer 2018 eröffnen die ersten 141 Zimmer des 25hours Hotels Terminus Nord und große Teile der öffentlichen Bereiche. Die Fertigstellung des kompletten Hotels mit Restaurant und Bar ist im Frühling 2019 geplant.

In welche Richtung wird es thematisch gehen? 
Hoffmann: Wir sind da von der Lage her im zehnten Arrondissement, also eine superspannende Multikultilage. Wir widmen uns sehr stark den ethnischen Begebenheiten und machen etwa eine Bar, die sich mit dem Thema Sapeurs beschäftigt. Das sind Dandys der Slums im Kongo. Im dunklen Armanianzug oder im zitronenfarbenen Jean-Paul-Gaultier-Hemd ziehen die selbst ernannten Stilikonen durch die staubigen Straßen von Brazzaville. Das wird also Thema sein und wir haben glücklicherweise einen Freund im zehnten Arrondissement, der, wie es der Zufall will, seine Thesis auf der Stanford University über genau dieses Viertel geschrieben hat. Der berät uns in allen Belangen und darüber sind wir natürlich unglaublich froh, weil dieser Umstand garantiert, dass auch dieses Haus wieder einen unvergleichlichen Charakter bekommen wird.

Christoph Hoffmann

Wird es in Paris ein neues Restaurantkonzept geben? 
Hoffmann: Nein. Auch hier werden wir auf unsere Wiener Freundin Haya Molcho und ihr Neni-Konzept setzen. Auch hier spielt Fortuna mit: Es gibt am Pariser Standort gleich um die Ecke einen gebürtigen Srilanker, der den ganzen Tag nichts anderes macht als fantastisches Pita-Brot. Den haben wir natürlich gleich vorab vom Fleck weg dafür verpflichtet, für uns und das Neni zu backen. Und so versuchen wir, auch hier wieder ganz viele kleine Einflüsse aus der Nachbarschaft in unser Hotel miteinzubeziehen.

Wie sieht es eigentlich mit eurem Kreativlabor in Hamburg aus?
Hoffmann: Hamburg oder vielleicht sogar Berlin. Mal schauen, ich bin mir da noch nicht so ganz sicher, wo wir das umsetzen sollen. Ich war in den letzten Wochen oft in Berlin und habe dort große Potenziale erkannt. Am Ende des Tages wird es wahrscheinlich so ein zweigleisiges Schwert sein, wo wir Hamburg, aber auch Berlin mit im Programm haben werden.

Wie kann man sich euer Labor dann in der Realität vorstellen?
Hoffmann: Es wird einen ganz klaren Auftrag haben. Es soll sicherstellen, dass wir einzigartige 25hours Hotels gestalten und konzipieren können, auch wenn wir das Ganze in Long-Haul-Destinationen umsetzen wollen. Also angenommen, wir würden ein Hotel in Melbourne realisieren, dann werden wir das ja nicht mit den Methoden machen können, wie wir das in Deutschland, Österreich, der Schweiz oder Frankreich praktizieren. Wir werden da keine Pachtverträge, sondern Managementverträge abschließen, die Rahmenbedingungen werden also in vielen Bereichen ganz anders sein. Dieses Labor wird im Kern nicht mehr als acht Leute haben, soll aber dann für genau diese weit entfernten Destinationen neue Konzepte entwickeln. Da geht es dann vor allem um gestalterische Belange, wie man Restaurantkonzepte designt, Lobbys baut und so etwas. Das soll dann so weit vorbereitet sein, dass man diese Ideen vor Ort bestmöglich exportieren kann. Das wird künftig ein essenzielles Tool sein, da wir sonst Gefahr laufen, Dinge abgeben zu müssen, die den eigentlichen 25hours-Spirit nicht mehr in sich tragen.

Aber es wird dennoch auch Berater vor Ort geben, die euch mit Inputs versorgen?
Hoffmann: Unbedingt! Das ist in den Statuten für unser Labor verankert, dass es für jeden Standort einen oder mehrere Mitarbeiter geben wird, die sich darum kümmern, die richtigen Storyteller und die richtige Story zu finden und zu realisieren.

Restaurant mit Aussicht auf den Wald

Was wird zudem im Kreativlabor behandelt werden? 
Hoffmann: Es geht uns ja vorrangig nicht nur ums Design, sondern um die Frage, wie können wir den Gast mit einzigartigen Konzepten überraschen. Wir planen etwa gerade, in all unseren Hotels auch analoge Zimmer zu entwickeln, wo es keine Fernseher mehr gibt. Eher eine alte tolle Stereoanlage. Oder ein uraltes Videosystem wie in den 90ern. Solche Konzepte zu entwickeln, soll die Aufgabe unseres Labors werden.

Wird sich dadurch auch das Team entscheidend vergrößern? 
Hoffmann: Auf alle Fälle im Bereich Development. Bisher hat das unser Chief Development Manager Florian Kollenz mit mir und ein zwei, anderen alleine gemacht. Der Florian baut jetzt schön langsam sein Team auf, sodass er besser auf die Angebote und Möglichkeiten reagieren kann. Auch im Bereich F&B werden wir aufstocken, da wir dabei sind, weitere gastronomische Konzepte so zu entwickeln, dass diese auch exportfähig sind. Also genau das, was wir mit Neni in den letzten 48 Monaten entwickelt haben, wollen wir mit anderen Konzepten auch umsetzen. So können wir sichergehen, ein gutes Portfolio an gastronomischen Konzepten zu haben. Wir wollen ein französisches Thema realisieren, Neni weiter ausbauen, ein asiatisches Projekt angehen und dann gibt es auch noch ein bis zwei Partner, mit denen wir uns eine Zusammenarbeit vorstellen könnten.

Und auch der Barbereich wird für euch anscheinend immer interessanter, wenn man The Boilerman in Hamburg hernimmt?
Hoffmann: Definitiv. Hier arbeiten wir mit dem Hamburger Barguru Jörg Meyer sehr eng zusammen, der für uns ja auch The Boilerman umgesetzt hat. Mit ihm machen wir jetzt aber auch mehrere dieser Bars. In Paris und im neuen kommenden Hotel in Zürich auch.

Wie geht sich das denn bei Ihnen zeitlich noch alles aus? 
Hoffmann: Im Augenblick bin ich ehrlich gesagt ziemlich am Limit. Ich muss mich für die nächste Zeit endlich mal wieder sortieren und auch einmal darauf schauen, worauf ich mich fokussiere. Einer meiner Schwerpunkte, die ich mir gesetzt habe, ist unser Labor, da möchte ich vor allem in der Anfangsphase sehr stark integriert sein, weil ich glaube, dass ich hier auch einen sehr guten Beitrag leisten kann. Das heißt aber auch, dass ich mich in anderen Bereichen, wo ich vielleicht aber auch gar nicht so gut bin, etwas zurückziehen sollte, damit ich mich nicht verzettle. Mittlerweile haben wir aber schon ein so tolles Team, dass, wenn man den richtigen Impuls setzt, die Kugel sich in die richtige Richtung bewegt. Und vieles entsteht dann auch so, ohne dass man bei jedem Detail dabei sein muss.
www.25hours-hotels.com

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