Frankfurt: Ein Dreamteam im Vollrausch
Rausch klingt nach Kontrollverlust. In Frankfurt meint es an einem Ort aber das Gegenteil: ein Restaurant, das sehr genau weiß, wann es laut werden darf und wann ein Produkt einfach sprechen soll.

Rausch klingt nach Kontrollverlust. In Frankfurt meint es an einem Ort aber das Gegenteil: ein Restaurant, das sehr genau weiß, wann es laut werden darf und wann ein Produkt einfach sprechen soll.

Verantwortlich dafür zeichnen zwei Frankfurter Spitzengastro-Urgesteine. Am Reuterweg haben sich Jochim Busch, der dem Gustav einst zwei Michelin-Sterne erkochte, und Philipp Günther (vormals Maître im Lafleur) selbstständig gemacht.
Die offene Küche, in die man übrigens bereits beim Betreten des Lokals einen Einblick bekommt, nennt sich modern und regional. Wobei Busch heute etwas andere Akkorde anschlägt als früher.
Weniger verkopft, mehr Komfort: Gelbschwanzmakrele mit Sauermolke, Apfel, Gurke und Dill. Kabeljau, in Kombualge gebeizt, mit Muschel-Beurre-blanc, Schwertmuschel, jungem Spitzkohl und Kartoffel.
Frankfurt, aber nicht folkloristisch; präzise, aber nicht steif. Am schönsten ist aber vielleicht die Idee dahinter: Rausch will kein Tempel sein. Eher ein Zustand. Und den erreicht man hier offenbar nicht durch Krawall, sondern durch Konzentration.
