Trotz Corona-Lockerungen: Haubenköche bleiben freiwillig bei 2G

Ab 19. Februar gilt in Österreichs Gastronomie wieder die 3G-Regel statt 2G. Warum manche Lokale aber trotzdem bei den strengeren Beschränkungen bleiben.
Februar 1, 2022 | Fotos: beigestellt

Die 2G-Regel für Gastronomie und Hotellerie wird in Österreich ab 19. Februar aufgehoben. Das heißt, auch Ungeimpfte – die bisher draußen bleiben mussten – dürfen mit einem gültigen, negativen Coronatest wieder Restaurants besuchen. Zur Freude vieler Wirte, die sich als Folge der Lockerungen mehr Gäste versprechen. Doch nicht alle ziehen mit.

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Haubenkoch Michael Wankerl setzt auf Vorsicht statt Lockerungen

„Wir machen von unserem Hausrecht Gebrauch – zum Schutz unserer Gäste, zum Schutz unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Lieferantinnen und Lieferanten, bis sich die pandemische Situation wieder entspannt hat“, sagt Haubenkoch Gerhard Fuchs, der mit seinem südsteirischen Restaurant Weinbank auf dem stolzem Platz 36 der 100 BEST CHEFS residiert und 18 von 20 Punkten im Gault&Millau hat.

Risiko zu hoch

Vorerst wird Fuchs deshalb bei den strengeren 2G-Regeln in seinem Restaurant bleiben. Sein gesamtes Team sei dreifach geimpft und werde regelmäßig getestet. Vor dem geplanten Betriebsurlaub Ende Februar wolle die Belegschaft kein Risiko eingehen, dass sich jemand im Restaurant mit dem Coronavirus ansteckt.

Die Reaktionen auf Fuchs‘ Ankündigung waren zwar vonseiten der Stammgäste großteils positiv, doch auch negative Kommentare mischten sich rein. Besonders über Seitenhiebe, die auf empfangene Corona-Hilfen für die Gastronomie abzielen, ärgert sich der Gastronom. „Danke, dass wir alle (also ALLE) Eure Branche mit teilweise 80% Umsatzersatz sicher und wohlbehalten durch alle Lockdowns bringen durften“, schrieb etwa ein User.

Fuchs wehrt sich vehement: „Die Förderungen waren überlebensnotwendig, um Fixkosten und Lieferanten zu bezahlen. Außerdem sind wir stolz darauf, keinen einzigen Mitarbeiter während der Pandemie aus Kostengründen gekündigt zu haben“, sagte er zu Rolling Pin. Ohnehin sei die Diskussion ja mit der baldigen Einführung der Impfpflicht überfällig, so der Haubenkoch.

Auch Michael Wankerl, Inhaber des Zwei-Hauben-Lokals Gerüchteküche in Graz, entschließt sich für die 2G-Regel. Ihm sei klar, dass die Impfung nicht vollständig vor Ansteckung schütze, doch es gehe ihm um das Risiko einer schweren Erkrankung, erklärt er der Kleinen Zeitung.

Während 3G für viele Gastronomen eine willkommene Erleichterung ist, bleibt es jedem Betrieb überlassen, die Regeln auf eigene Faust zu verschärfen.

dieweinbank.at

geruechtekueche.org

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