Noma verliert Sponsoren für Pop-up in L.A.
Zwei bedeutende Sponsoren des mit 1500$ pro Dinner angebotenen Noma-Pop-ups in Los Angeles haben wegen Gewaltvorwürfen gegen René Redzepi abgesagt.

Zwei bedeutende Sponsoren des mit 1500$ pro Dinner angebotenen Noma-Pop-ups in Los Angeles haben wegen Gewaltvorwürfen gegen René Redzepi abgesagt.

Der langjährige Hauptpartner American Express hat seine Unterstützung für das prestigeträchtige Los Angeles-Pop-up mit sofortiger Wirkung beendet. Ursprünglich hatte die Kreditkartengesellschaft sechs Abende exklusiv für ihre Platinum-Kunden reserviert, die nun rückabgewickelt werden müssen.
Spende statt Luxus-Dinner
Auch das Technologieunternehmen Blackbird distanzierte sich nun öffentlich von Redzepi. Das Unternehmen hatte bereits Tickets im Wert von 100.000 US-Dollar erworben, kündigte jedoch an, den Geldwert stattdessen an Organisationen zu spenden, die sich für faire Arbeitsbedingungen in der Gastronomie einsetzen.
Das Pop-up in Silver Lake mit einem Ticketpreis von 1.500 US-Dollar pro Person war laut Angaben von Noma innerhalb von nur drei Minuten ausverkauft.
Der Auslöser für die Flucht der Geldgeber war eine vor kurzem veröffentlichte Recherche der New York Times. Darin berichten 35 ehemalige Angestellte von einem System der Angst, das von 2009 vis 2017 im Kopenhagener Restaurant herrschte. Von „Schreien und Schlagen“ ist die Rede – Praktiken, die Redzepi in der Vergangenheit zwar teils eingeräumt, aber als „überwunden“ deklariert hatte.
René Redzepi reagierte mit einem Statement auf Instagram, in dem er einräumte, dass er seine Emotionen in der Vergangenheit nicht im Griff hatte. Er gab an, sich seit Jahren in Therapie zu befinden, um sein Aggressionspotenzial zu bewältigen. Die Leitung des Noma betont zudem, dass ein unabhängiges Audit die aktuellen Arbeitsbedingungen untersuchen soll, um sicherzustellen, dass das „Noma 3.0“ nicht die Fehler der Vergangenheit wiederholt.