Warum Thomas Bühners Projekt in Hamburg geplatzt ist
600 Quadratmeter Innenfläche, zwei Außenterrassen, Blick auf Elbe, Hafen und Kreuzfahrtterminal: Auf dem Papier klang das neue Hamburg-Projekt von Thomas Bühner ziemlich nach Gastro-Jackpot. Kein steifes Fine Dining, kein Tempel der weißen Tischdecken, sondern ein modernes All-Day-Dining-Konzept mit Bar, internationalem Anspruch und deutlich breiterer Zielgruppe. So zumindest war es im Herbst 2025 angekündigt worden.

600 Quadratmeter Innenfläche, zwei Außenterrassen, Blick auf Elbe, Hafen und Kreuzfahrtterminal: Auf dem Papier klang das neue Hamburg-Projekt von Thomas Bühner ziemlich nach Gastro-Jackpot. Kein steifes Fine Dining, kein Tempel der weißen Tischdecken, sondern ein modernes All-Day-Dining-Konzept mit Bar, internationalem Anspruch und deutlich breiterer Zielgruppe. So zumindest war es im Herbst 2025 angekündigt worden.

Doch daraus wird nun nichts. Das geplante Restaurant im Westfield Hamburg-Überseequartier kommt nicht zustande. Wie unter anderem das Hamburger Abendblatt berichtet, hat sich Bühner aus dem Vorhaben zurückgezogen. Laut Restaurant-Ranglisten nennt der Spitzenkoch einen kurzfristig abgesprungenen wesentlichen Investor als Grund für das Scheitern.
Dabei hätte das Projekt gut in Bühners aktuelle Phase gepasst. Nach Jahren als international gefragter Gastkoch und Berater hatte der frühere Drei-Sterne-Koch des legendären Osnabrücker „La Vie“ zuletzt in Deutschland wieder deutlich Fahrt aufgenommen: Sein „La Vie by Thomas Bühner“ in Düsseldorf eröffnete im Mai 2025 und wurde bereits kurz darauf mit einem Michelin-Stern ausgezeichnet.
Hamburg sollte nun offenbar die zugänglichere Schwester werden: weniger Gourmet-Elfenbeinturm, mehr urbaner Treffpunkt. Lunch, Dinner, After-Work-Drink, entspannter Abend mit Freunden – ein Konzept also, das nicht nur für Jubiläen und große Kreditkartenmomente gedacht war. Gerade im Westfield Überseequartier, das mit rund 40 Food-&-Beverage-Konzepten als neuer Gastro-Hotspot der HafenCity positioniert wurde, hätte Bühners Name ordentlich Strahlkraft gebracht.
Ganz ohne Vorgeschichte ist der Standort allerdings nicht. Das Westfield Hamburg-Überseequartier hatte vor der Eröffnung mehrere Verzögerungen hinter sich; die Eröffnung des Centers erfolgte schließlich am 8. April 2025. Auch danach gab es weiter Baustellen im Umfeld des Großprojekts, etwa bei den geplanten Hotels.
Für Hamburg ist das Bühner-Aus jedenfalls mehr als nur eine geplatzte Neueröffnung. Es ist der Verlust eines Projekts, das dem Überseequartier kulinarisch zusätzliche Glaubwürdigkeit gegeben hätte – und ein weiterer Hinweis darauf, wie fragil große Gastro-Visionen werden können, wenn Konzept, Standort, Investoren und Timing nicht exakt ineinandergreifen.
Bühners kulinarische Hamburg-Story ist damit vorerst abgesagt. Ob endgültig oder nur aufgeschoben, bleibt offen. Sicher ist nur: Diese Bühne bleibt erst einmal leer.