Das hat Mark Mateschitz mit der Marke Thalheim für die Gastronomie vor

Mark Mateschitz ist mit dem Thalheimer Bier ein echter Sensationscoup gelungen – obwohl anfangs niemand daran glaubte. Wie das weltweit einzige mit Heilwasser gebraute Bier zum hippsten und hochwertigsten seiner Art wurde – und warum Mateschitz’ Freunde ihm fast die Freundschaft kündigten.
Mai 5, 2021 | Text: Lucas Palm | Fotos: Julia Losbichler

Geht nicht gibt’s nicht

In seinem allerersten Exklusivinterview weltweit verrät Thalheimer-Boss Mark Mateschitz, warum es in der Anfangsphase nur Absagen von Braumeistern hagelte – und was der wohl bahnbrechendste Nebeneffekt dieses revolutionären Biers ist.

Mark, kannst du ein wenig erzählen, wie es zur Idee zum Thalheimer Bier kam?
Mark Mateschitz: Das Thalheimer Heilwasser war schon Kelten und Römern bekannt. Auch wenn die Menschen damals noch nicht die technischen Möglichkeiten hatten, um genau zu definieren, was das Heilwasser so einzigartig macht, so wussten sie dennoch, dass sie etwas Einzigartiges vor sich hatten. Wir standen nun vor der Herausforderung, diese Ressource nach bestem Wissen und Gewissen zu nutzen. Nach verschiedensten Ideen kamen wir zu dem Schluss, dass wir es mit Bier versuchen wollten. Die anfangs von uns kontaktierten Braumeister waren von dieser Idee eher weniger begeistert. Es hagelte Absagen, und Sätze wie „Aus dem Wasser wird nie ein ordentliches Bier“ waren an der Tagesordnung. Glücklicherweise fand sich schlussendlich ein tolles und motiviertes Team zusammen, das mit Durchhaltevermögen und Kreativität das Projekt zum Erfolg führte.

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Hat es geschafft, aus knüppelhartem Wasser ein unglaublich süffiges und edles Bier herzustellen: Thalheimer-Boss Mark Mateschitz.

Geht nicht gibt’s nicht 

In seinem allerersten Exklusivinterview weltweit verrät Thalheimer-Boss Mark Mateschitz, warum es in der Anfangsphase nur Absagen von Braumeistern hagelte – und was der wohl bahnbrechendste Nebeneffekt dieses revolutionären Biers ist.

Mark, kannst du ein wenig erzählen, wie es zur Idee zum Thalheimer Bier kam?
Mark Mateschitz: Das Thalheimer Heilwasser war schon Kelten und Römern bekannt. Auch wenn die Menschen damals noch nicht die technischen Möglichkeiten hatten, um genau zu definieren, was das Heilwasser so einzigartig macht, so wussten sie dennoch, dass sie etwas Einzigartiges vor sich hatten. Wir standen nun vor der Herausforderung, diese Ressource nach bestem Wissen und Gewissen zu nutzen. Nach verschiedensten Ideen kamen wir zu dem Schluss, dass wir es mit Bier versuchen wollten. Die anfangs von uns kontaktierten Braumeister waren von dieser Idee eher weniger begeistert. Es hagelte Absagen, und Sätze wie „Aus dem Wasser wird nie ein ordentliches Bier“ waren an der Tagesordnung. Glücklicherweise fand sich schlussendlich ein tolles und motiviertes Team zusammen, das mit Durchhaltevermögen und Kreativität das Projekt zum Erfolg führte.

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Hat es geschafft, aus knüppelhartem Wasser ein unglaublich süffiges und edles Bier herzustellen: Thalheimer-Boss Mark Mateschitz.

Ab wann stand für dich fest, dass das Thalheimer Bier dein „Baby“ wird? So etwas von Anfang an auf die Beine zu stellen, ist ja ein Projekt, das sich über Jahre erstreckt. Gab es da einen Moment, der ausschlaggebend war?
Mateschitz: Der Start des Projekts fiel vom Timing her perfekt auf das Ende meines Wirtschaftsstudiums. Ein Unternehmen im Aufbau aktiv definieren zu können, ist die perfekte Möglichkeit, alles theoretisch Erlernte in die Praxis umzusetzen. Angefangen bei der Planung der Gebäude und Anlagen bis hin zu Produktion, Quality Management, Design, Corporate Identity, Vertrieb und so weiter – es war und ist die perfekte Möglichkeit, einen möglichst guten und großen Überblick über die verschiedenen Geschäftsfelder und Aufgabenbereiche eines Unternehmens zu bekommen. Außerdem hätten mir einige meiner Freunde die Freundschaft gekündigt, hätte ich das Brauereiprojekt abgelehnt. 

Biere und Mineralwasser gibt es in Österreich bekanntlich genug. Was sind deines Erachtens die Anreize für einen Gastronomen, das Thalheimer Bier anzubieten? 
Mateschitz: Wo soll ich anfangen? Es gibt unzählige sehr gute, qualitativ hochwertige Biere in Österreich, sowohl von etablierten Brauereien als auch von Hobbybrauern. Dennoch ist unser Bier definitiv einzigartig. Ein aus Heilwasser gebrautes Bier gibt es weltweit bloß einmal – bei uns in Thalheim. Die Entwicklung war mehr als herausfordernd, die Mühe hat sich aber definitiv gelohnt. Die natürliche Mineralik des Heilwassers harmoniert perfekt mit den natürlichen Aromen von Hopfen und Malz. Es schaut gut aus, die Flasche liegt gut in der Hand, es riecht und schmeckt hervorragend. Übrigens auch in größeren Mengen und da sind wir schon bei einem wirklich netten Nebeneffekt: Durch Natrium, Kalium, Calcium, Magnesium, Chlorid, Sulfat, Hydrogencarbonat und Lithium in hohen Mengen ist der Tag danach sozusagen ein Lärcherl. Viele Mineralien heißt bekanntlich auch wenig Kater.

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Alle sagten: Das geht nicht. Und dann kam einer, der wusste das und hat es trotzdem gemacht: Thalheimer-Boss Mark Mateschitz mit dem Thalheim-Portfolio in Flaschenform.

Welche Gastro-Konzepte eignen sich denn deiner Meinung nach besonders dafür, das Thalheimer Bier im Sortiment zu führen?
Mateschitz: Unsere Thalheim-Produkte, das Bier wie auch die Limonaden und natürlich das Heilwasser, eignen sich für alle Betriebe, die Gäste mit Sinn für Qualität, Nachhaltigkeit und guten Geschmack bedienen. Dabei freuen wir uns über jeden Kunden, egal ob Haubenrestaurant oder das gemütliche Beisl ums Eck. 

Es gehört eine ordentliche Portion Beharrlichkeit – um nicht zu sagen Sturheit – dazu, aus einem Wasser mit über 60 Grad deutscher Härte ein Bier zu brauen. Das ist mehr als das Vierfache des üblichen Werts, mit dem sonst Biere gebraut werden. Wie hast du die lange Entwicklungsphase erlebt? Gab es da nicht auch Momente, wo es fast schon aussichtslos erschien?
Mateschitz: Die Entwicklungsphase war für alle Beteiligten sehr fordernd. Sowohl von der Brau- wie auch von der Anlagenseite her waren viele Probleme zu lösen, die das Heilwasser mit sich bringt. Glücklicherweise haben wir fachlich und menschlich einzigartige Menschen in unserem Team, wie unseren Braumeister Koloman Strohmeier oder Josef Nachbagauer von Red Bull, den wir oft scherzhaft Miraculix nennen – er ist Chef der Produktentwicklungsabteilung. Es ist ihnen zu verdanken, sie haben viele Stunden, Tage und Nächte damit verbracht, Probleme zu lösen und neue Techniken zu entwickeln. „Das wird nix“, ist schnell gesagt, schwieriger ist es, sich eines Themas anzunehmen und durch Beharrlichkeit neue Wege zu entdecken. 

Das Heilwasser eignet sich auch hervorragend für Limonaden. Ab wann stand fest, dass du auch die nicht-alkoholische Nachfrage mit Soft-Drinks bedienen möchtest?
Mateschitz: Am Anfang stand natürlich das Heilwasser – es bildet die Daseinsberechtigung des gesamten Unternehmens. Aber „bloß“ das Heilwasser zu vertreiben, war uns doch etwas zu einfach. Dadurch entstand, zusätzlich zum Bier, die Idee der Limonaden. Wir wollen dem klassischen „Kracherl“ neues Leben einhauchen. Durch einen Mix von weniger bekannten Sorten wie Uhudler, Ahorn-Zitrone und Weißer Traube mit Klassikern wie Himbeere, Waldbeere und Kräutern entstand nach und nach ein schönes Portfolio. Wiederum sind es die Mineralien, die den Unterschied ausmachen. Sie sind sehr gute Geschmacksüberträger und erlauben es uns, mit der Hälfte des Zuckers vergleichbarer Produkte auszukommen. Dadurch sind sie gut für Kinder geeignet, aber auch als Durstlöscher oder Mixer für Sommerdrinks für Erwachsene.

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Wie Hopfen und Malz: Mark Mateschitz (li.) und sein Braumeister Koloman Strohmeier (re.).

Jetzt ist es ja so: Bier und Limonaden bedienen zwei unterschiedliche Zielgruppen. Was kommt erfahrungsgemäß besser an auf dem Markt?Mateschitz: Das ist eine Frage, die nicht leicht zu beantworten ist. Zum einen überschneiden sich die Zielgruppen und zum anderen müsste man bezüglich der Vertriebskanäle unterscheiden. In Bezug auf die Gastronomie beispielsweise denke ich an eine Familie, die gemeinsam essen geht, an Freunde mit unterschiedlichen Trinkgewohnheiten und so weiter. Einer unserer Vorteile ist, dass wir ein Produkt für jede Tageszeit und für jeden Gusto anbieten können. 

Die Tauroa-Gruppe führt eine Vielzahl an gastronomischen Betrieben, die im Zuge der Coronakrise vom Gas­tro-Lockdown stark betroffen sind. Wie bewertest du die Maßnahmen der Regierung rund um die Gas­tronomie?
Mateschitz: Der lange ausgebliebene Erfolg der Maßnahmen spricht denke ich für sich. Aber anstatt besagte Maßnahmen zu überdenken wurde jedes Mal wieder mit den gleichen Schritten versucht der Lage Herr zu werden. Danach wurden die gesetzten Schritte für ein paar Wochen als Erfolg verkauft, bis plötzlich wieder eine „neue“ Welle angerollt kam. Die Gastronomie mit all ihren erarbeiteten Hygiene- und Sicherheitskonzepten musste geschlossen bleiben, gleichzeitig bildeten sich auf der Kärntnerstraße zeitweise lange Schlangen vor Modegeschäften. Es gab keinen klaren Plan, an dem man sich orientieren konnte, vielmehr dauerhaft wechselnde Ziele und Parameter. Im Überfluss dagegen gab es gleichgeschaltete Dauerbeschallung aus den Medien und Angstmacherei, die bis hin zu Lautsprecherdurchsagen in der Wiener Innenstadt ging. Das zu stoppen wäre mal ein Anfang. Der jetzt bevorstehenden Öffnung der Gastronomie sehe ich prinzipiell positiv entgegen, wenngleich ich auch skeptisch bleibe in Bezug auf den Erfolg der Testpflicht und die Dauer der Öffnung. 

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Vom heimischen Hopfen bis zum Heilwasser wird in der Thalheimer Produktionsstätte auf regionale Topprodukte gesetzt.

Wagen wir einen Ausblick auf die Zeit nach Corona. Was sind deine Pläne für die Zukunft?
Mateschitz: Weiterhin qualitativ hochwertigste Produkte herzustellen, um unseren Kunden damit eine Freude zu bereiten. Hierzu arbeiten wir natürlich konstant daran, die Verfügbarkeit in Gastronomie und Einzelhandel zu erhöhen. Genau zu planen, ist momentan natürlich sehr schwierig. Trotzdem, wir sind ready für alles, was auf uns zukommt!

www.thalheimerheilwasser.at

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