Bar Trend: Gemüse statt Obst

Warum immer nur Williams oder Gin als Digestif servieren? Weil man eben Schnaps aus roten Rüben, Kraut, Pilzen oder Tomaten noch relativ selten auf den Getränkekarten findet. Das soll sich nun ändern! Denn Gemüse ist das neue Obst der Schnapsbrenner. Selbst Edeldestillateure greifen schon zum grünen Stoff aus dem Beet.
Juni 23, 2022

In unsicheren Zeiten mit Lieferengpässen, Containerstaus und Rohstoffmangel kann einem Barkeeper schon einmal die gewohnte Spirituose aus Agave oder Marille ausgehen. Pech? Von wegen. Ein Trend, der von den hippen Clubs in New York ausgeht, könnte nun auch bei uns für Abhilfe – und Furore sorgen. Längst vergessene, einst gerade im deutschsprachigen Raum traditionelle Gemüsebrände kommen wieder in Mode!

Bartrend
DER GEIST DES GARTENS Die Visionen der Schnapsbrenner kennen mittlerweile kaum Grenzen. Das Spektrum ihrer hochprozentigen Rohstoffe reicht vom Spargel bis zur Tomate. Gemüseschnäpse sind meist Geiste, keine Brände. Der Alkohol aus dem zerkleinerten Gemüses ist weniger zuckerhaltig und somit auch gesünder als Gin & Freunde.

Einer der bekanntesten Vertreter des destillierten Gemüses ist die Karotte. Ihr Geschmack als Destillat: eine Mixtur aus frisch-nussigen Noten. Das eignet sich ideal für Cocktails mit frischen Kräutern sowie in Kombination mit kräftigen Whiskeys. Als ausgefallenes Trendgemüse darf man aber auch die rote Rübe bezeichnen: der aus ihr gewonnene zuckrig-würzige, farblose Brand schmeckt gar deftiger als das rohe Gemüse und drängt sich einer Bloody Mary förmlich auf. Also nicht wundern, wenn die Gurke nicht mehr bloß am Glasrand baumelt, sondern als Flaschengeist beigemengt wird.

Besonders spannende Experimente ergeben sich laut Mixologen aber gar mit Spargel, Kraut, Tomaten oder Pilzen. Diese entfalten ihr volles Aroma überhaupt erst in hochprozentiger Form, heißt es. Schön also, dass im Grunde nicht nur jedes Obst, sondern auch jedes Gemüse destilliert werden kann. Wer sich dann noch mit dem Alkoholgehalt spielt, können Aromen regelrecht konserviert werden. Ein Trend, der durchaus als Beweis dient, dass Küche und Bar immer mehr miteinander fusionieren. Dass hier noch Regionalität und Nachhaltigkeit mitschwingen, trifft sich zudem ausgezeichnet.

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